Problem Regenerationszeit
...ist ein komplexes Thema, da dieser Begriff in der babylonischen Sprachverwirrung einen Stammplatz hat

Was in der Zelle in der Zeit nach einer intensiven Belastung im einzelnen passiert, können unsere StoffwechselexpertInnen besser erläutern, als ich - aber vereinfacht kann man sagen, dass die mehr oder minder entleerten Speicher wieder aufgefüllt werden müssen, was im Kraftsport nicht so lange dauert, bei Marathon bzw. vollständiger Entleerung entsprechend länger. Die Intensität der Belastung entscheidet über die Zeitdauer des anschliessenden "Ausbaus" der Zellen - Baustoff Eiweisse. Bei sehr hoher Belastungsintensität, wie man sie z.B. durch extrem exzentrische Ausführung erreichen kann, ist es durchaus möglich, dass eine vollständige Wiederherstellung und Abschluss des Prozesses erst nach mehreren Tage oder 1 Woche ereicht ist. In der Literatur gibt es einen Streit darüber, ob für einen kontinuierlichen Muskelzuwachs immer die vollständige Regeneration abgewartet werden muss- ich persönlich glaube, dass ein Training vor Abschluss nicht schädlich ist. Allerdings sollte die Reg. nicht zu kurz gewählt werden, da schlichtweg die volle Leistungsfähigkeit noch niht wieder erreicht werden kann und deshalb die Übungen nicht mit der theoretisch möglichen Intensität gemacht ausgeführt werden kann.
Das Erreichen einer Regeneration ist KEINE Gefühlssache, sondern kann lediglich durch Leistungsvergleich/-messung festgestellt werden - Nicht-Leistungssportler müssen es also ausprobieren (Leistungssportler kennen ihren Körper und ihre Daten besser).
Praxisbeispiele:
Aerobkurse, Stepper, 1h Ausdauer mittlerer Intensität u.ä. - kann jeden Tag ausgeführt werden.
Kraftsportübungen mittlerer Intensität (also ohne max. Gewichte, ohne erzwungene wh bis zur Ausbelastung) können 2- max 3x/Woche je Muskelgruppe ausgeführt werden, mit Pausen alle paar Wochen.
Hochintensive Kraftübungen sind etwa 1-max 2x/Woche (nach meiner Trainingslehre auch nur 1 Leistungssatz bei jedem Training - Mehrsatztraining ist für den Normalfall nicht unbedingt notwendig!) sinnvoll - ein MEHR bringt hier gar nichts. Im Gegenteil: noch mehr Sätze verhindern die optimale Leistungsbereitschaft des nächsten Trainings - Stagnation ist die Folge! Im Ausdauerbereich kommt es zusätzlich zu den bekannten "Übertrainingssymsomen".
Deine Frage zum Muskelkater: hier handelt es sich um Muskeltraumen, die durch UNANGEPASSTE Belastungen (besonders exzentrischer Art) hervorgerufen werden. Die zweithäufigste Ursache für Muskelkater ist DEHNEN nach der Kraftübung - Dehnen hat NICHTS in zeitlicher Nähe zum Kraftteil zu suchen (frühestens am nächsten trainingsfreien Tag!!!)
Muskelkater ist das, was frühestens 1 Tag NACH der Belastung auftritt - nicht dieses schöne Anspannungsgefühl nach dem Training, das am nächsten Tag meist wieder weg ist! Trainingsbeginn kann schon mit leichten Einheiten im ausklingenden Muskelkater nach einigen Tagen begonnen werden, in schwereren Fällen kann es aber auch länger als eine Woche dauern (also nicht zu früh volle Pulle).
Bei richtigem Training im Kraftsport gibt es KEINEN Muskelkater, auch nicht bei der höchstmöglichen Intensität. Ungewohnte Bewegungsabläufe funktionieren leider nicht nach dieser Theorie - also langsam rantasten (auch nach längeren Pausen! Urlaub etc.)
Muskelkater ist also ein gescheitertes Training, dass die Trainingseffizienz zurückwirft und kein Beweis für Intensität!
Meine Empfehlung:1x (max 2x/Woche) 1 Satz in höchstintensiver Ausführung - etwa 6 -10 wh, wobei das Gewicht so hoch zu wählen ist, dass die letzten wh nur erzwungen (Mithilfe) möglich sind. Von Zeit zu Zeit auch explosive und Kraftausdauer einbauen. Ob Ganzkörper oder split, komplex oder isoliert spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.
viel Spass für dein weiteres Traing und vergiss Muskelkater und -katzen ;-))
greetings
herbert