Die Bedeutung der Physiotherapie im Zweiten Gesundheitsmarkt

Die Bedeutung der Physiotherapie im Zweiten Gesundheitsmarkt

Kinderland „malbi-park“ in Malbun ®=Liechtenstein Tourismus
Bis vor einigen Jahren war der Beruf des Physiotherapeuten ein „Handwerk mit goldenem Boden“ Patient brachte beim Arzt seine Beschwerden an Knie, LWS, BWS oder HWS vor, zeigte seine Epicondylitis (Tennis-Ellbogen), oder hatte eine Sehnenscheidenentzündung: Schwupps- die-wupps wurde, neben einer Schmerzmittelverschreibung, ein Rezept für physiotherapeutische Maßnahmen ausgestellt. Waren die Beschwerden nach 6 Behandlungen nicht weg, was in den wenigsten Fällen zutraf, war dies auch kein Problem: Es gab jede Menge Folgerezepte für weitere Behandlungen.



Der Bogen wurde überspannt - No Limits.



Die Gesundheitskassen klagen seit Jahren über leere Töpfe. Das war schon 1993 so, als das Gesundheitsstrukturgesetz mit der Budgetierung der Ärzteleistungen und Verschreibungen in Kraft trat. Man stelle sich vor, bis dahin gab es keinerlei Reglementierungen für die Ausgaben der Krankenkassen. Verwaltung, Werbung und „Gesundheitsförderungsangebote" wurden ohne Begrenzungen bezahlt. Dies ging bis zu Ausuferungen wie die Finanzierung von Koch-, Tanz- und Gipfelkletterkurse für die Versicherten. Zugegeben - auch für die Physiotherapeuten waren das wahrlich „paradiesische Zustände“.



Zwar ist die Ärzte-Budgetierung weitestgehend vom Tisch, doch die Situation hat sich keineswegs zum Guten geändert: 2004 gab es dann eine weitere Reglementierung im sogenannten GKV-Modernisierungsgesetz, mit dem Ziel die Kosten der GKV weiter zu dämpfen. Noch mehr Leistungen wurden aus dem Leistungskatalog herausgenommen, Niederlassungssperren für Ärzte, eine Praxisgebühr wurde eingeführt, die auch von Physiotherapeuten erhoben werden muss. Alle diese Maßnahmen zeigten zwar nur kurzfristig Wirkung auf die Finanzlage der Krankenkassen, hatte aber schwerwiegende langfristige Folgen - auch für die Physiotherapiepraxis. Der Patient wurde konditioniert, nicht nur weniger zum Arzt, sondern auch weniger zum Physiotherapeuten zu gehen.



„Die Kuchenstücke“ für den klassischen Physiotherapeuten werden immer kleiner.



Festzustellen ist, dass auch durch diese Maßnahmen der Politik die steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen nicht in den Griff zu bekommen sind. Ein Dauerthema in den News: Immer wieder festgestellte Defizite in den Kassen der maroden Gesundheitskassen! Der Staat muss Zuschüsse in Milliardenhöhe gewähren, damit unser Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. - Hinzu kommt eine Schwemme neuer ausgebildeter Physiotherapeuten, die sich mit einer eigenen Praxis auf dem Markt etablieren wollen. Fazit und Eklat: Weniger Ärzte verschreiben weniger Rezepte, die bei mehr Physiotherapiepraxen eingereicht werden. Folge: Die Einnahmen von Praxen schrumpfen weiter - manchmal bis nichts mehr geht . Ganz profan: „Die Kuchenstücke“ für den klassischen Physio werden immer kleiner.



Der Physiotherapeut im Gesundheitsmanagement.



Der neue Klient, eigenverantwortlich und gesundheitsbewusst erwartet von seinem Physiotherapeuten mehr als nur eine "Reparatur", er erwartet eine professionelle Betreuung, sogar ein "Extra-Plus an individueller Gesundheit". Hier hat der Physiotherapeut seine hohe Verantwortung, denn er genießt großes Vertrauen bei seinem Patienten / Klienten. Er kann die richtigen Empfehlungen geben.



Mehr denn je treffen die Regeln des Freien Marktes auch auf die Heilberufe zu.

Sagen wir es offen: Selbst die heilenden Berufe und Berufsgruppen bleiben von einem Verdrängungswettbewerb nicht verschont. - Kosteneffizienz, Rendite und Umsatzoptimierung sind im Sprachgebrauch von Kliniken und Therapiezentren nicht mehr wegzudenken. Der Begriff drückt es richtig aus, da inzwischen hier offiziell von einem Markt gesprochen wird: „Der Erste Gesundheitsmarkt“ - Synonym für alle Leistungen die die GKV und UV von Ärzten, Kliniken und Therapeuten betreffen. Daraus resultierte auch die Definition: "Der Zweite Gesundheitsmarkt“, dieser betrifft all jene Leistungen, die von GKV und UV nicht übernommen werden, die IGeL, die individuellen (privat zu finanzierende) Gesundheitsleistungen.



Sind Physiotherapiepraxen bereit für den Freien Markt?



Wie findet der Patient den Weg in meine Praxis und nicht in die meines Mitbewerbers? Was sind die Beweggründe, weshalb er sich für meine Leistungen entscheiden soll? Reicht eine eventuelle Empfehlung durch den Arzt oder die Sprechstundenhilfe aus um Ihnen auch künftig ausreichend Patienten zu sichern? Biete ich lediglich "Heilung" an, oder macht es nicht Sinn, längerfristig Einfluß auf den Gesundheitszustandes einem Klienten zu nehmen, also "trainieren und coachen?"



Eine Zukunft hat nur, wer gefunden wird - und gefunden werden will.



Nur wer die Antworten auf diese Fragen sucht, nämlich wo der Patient und damit die Einnahmen denn jetzt und - vor allem bei einer zu erwartendenden noch restriktiveren Reklementierung - in Zukunft herkommen sollen, hat die existenziellen Fragen gestellt und vielleicht die Lösungsansätze gefunden. Der „Privatmensch“ findet schon lange nicht mehr automatisch den Weg zum Physiohtherapeuten, egal ob GV oder PV, wenn der Praxisinhaber die Regeln des Freien Marktes nicht beherrscht, Marketing und Serviceorientierung nicht Teil des genetischen Codes des "Unternehmens Praxis" sind.



Spezialisierung auf Zielgruppen.



Ein weiteres Prinzip der freien Marktwirtschaft ist die Zielgruppenorientierung. Hiermit ist nicht nur eine Spezialisierung auf verschiedene Fachgebiete der Physiotherapie gemeint, (Siehe Selektierung via Praxissuche auf www.physiotherapie.de).



Zielgruppenorientierung bedeutet zuerst einmal von der verallgemeinernden Definiton Patient abzurücken, denn die Menschen, die zum Physiotherapeuten kommen, haben nicht nur ein bestimmtes Beschwerdebild, sie üben einen Beruf aus, teilweise zu ungewöhnlichen Arbeitszeiten, sind unterschiedlich alt, haben meistens Familie. Es sind Männer, Frauen, Kinder, Alleinerziehende. Sie füllen ihre Freizeit unterschiedlich aus, treiben regelmässig oder gelegentlich Sport - oder auch nicht - haben einen unterschiedlichen kulturellen oder sozialen Background und Lebensstil. Man denke an Selbständige, Besserverdiener, Normalbürger. GKV Versicherte, Privatversicherte. Welche Zielgruppe möchte DER Physohtherapeut mit SEINER Praxis ansprechen?



Dienstleistungsorientierung - Die hohe Erwartungshaltung Ihrer Klientel.



Der Patient, Klient und Kunde von heute ist anspruchsvoll und kritisch. Haben Sie sich Ihre Zielgruppen auserkoren, von denen Sie sich die größten Verdienstmöglichkeiten erhoffen, gilt es, die richtigen Weichen zu stellen, damit der "berufliche Zug“ stetig Fahrt aufnehmen kann. Vor allem natürlich im Sinne der langfristigen Existenzsicherung. Wird man in einer dienstleistungsgeprägten Welt wettbewerbsfähig sein, wenn sich der Patient/Klient nach dem Therapeuten richten muss - oder muss man sich nicht eher nach Bedarf meiner Patienten/Klienten richten?



Ein Beispiel: Variable und lange Öffnungszeiten. In den meisten Praxen sieht es für Freiberufler, Alleinerziehende oder Schichtarbeiter schlecht aus. Kaum eine Physiotherapiepraxis, die reguläre (!) Öffnungszeiten bis 20.00 Uhr (mehrfach pro Woche) oder an einem Samstag vormittag hat. Wie dankbar ist man selbst, wenn man abends aus der Praxis kommt, mit der Dienstleistungsbereitschaft anderer Branchen rechnen kann und noch einkaufen kann?



Weiteres Beispiel: Mütter mit Kindern „im Schlepptau“ ein Thema, eine Zielgruppe? Dann darf eine betreute Spielecke nicht fehlen.



All Business is local: Die Bedeutung des Praxisauftritts am Standort selbst und im Internet wird in der Regel unterschätzt!



Physiotherapeuten sollten sich die Zeit nehmen, spezielle Angebote, kreative Entwicklungen, Dienstleistungen, die Akquisition, Marketing- und Marken-Kommunikation in Betracht zu ziehen. Vorbei die Zeiten, in denen man sich in einer modernen Physiotherapiepraxis auf das Tagesgeschäft beschränken konnte.



Der Markt erwartet, dass man sich zumindest rudimentär mit den Themen und (An-)Forderungen des Marktes widmet, wie Marketing, Bewerbung, Management, betriebswirtschaftliches Denken, Public Relation, Social Media, Kommunikation, um nur einige zu nennen. Im konkreten Fall, und dort wo die größten Schwächen offenliegen, hilft die Beratung durch einen Spezialisten.



Lassen Sie "wohlwollend" gemeint, ihren künftigen Patienten über Sie "stolpern":



Das "A und O des Markts" empfiehlt auch: Der Auftritt beginnt bereits weit vor der Tür der Physiotherapiepraxis, hier ist eine selbstbewusste und zielgruppenorientierte Profilierung und Außenwirksamkeit immens wichtig ... und wird in der Physiobranche immer noch nicht ernst und wichtig genommen.



Vergessen darf man auch nicht die virtuelle Welt des Internets, denn hier bewegen sich Ihre Kienten von heute und morgen - sind Sie im Internet "gefällig" präsent und werden Sie auch hier gefunden - wenn man Ihre Hilfe braucht?



Tue Gutes - und rede darüber



Ob die Praxiswebsite oder das Agieren in den sozialen neuen Netzen wie Facebook - man sollte seinen Klienten auf vielen Wegen, real, sinnlich und virtuell ansprechen.



Wir leben in einer Welt der Reizüberflutung. Nur Außergewöhnliches und Begeistungswürdiges hebt sich von der Masse ab, der Rest wird ausgefiltert und nicht mehr wahrgenommen.

Erregen Sie Aufmerksamkeit, damit man Sie nicht übersieht. Ein außergewöhnliches Angebot und die Vielfalt der klassischen, als auch der neuen kommunikativen Tools, sind Teil der neuen Geschäftsmodelle für alle Unternehmen und Praxen die am künftigen Markt, eben auch am Zweiten Gesundheitsmarkt, teilhaben wollen.



Physiotherapie und Management.



Manchmal ziehen sich Gegensätze nicht unbedingt an. Zumindest sollte in einer Physiotherapeutenausbildung Unternehmerisches Denken, steuerrechtliche Belangen, Mitarbeitermontivation, das Lesen einer BWA (betriebwirtschaftlichen Auswertung) Unterrichtsfächer an jeder Physiotherapieschule sein. Nur so sind unternehmerische Entscheidungen mit sicherer Hand und ohne Kommunikationsdefizit zu Steuerberater oder Unternehmensberater zu verantworten . Dies gilt insbesondere auch dann, wenn zur Erweiterung der beruflichen Existenz ein ausgegliedertes Gewerbe gegründet werden soll.



Wie erreicht man die neuen Zielgruppen des Marktes - Erfinde Dich neu:



Physiotherapeuten haben ihren Beruf deshalb gewählt, weil sie intuitiv wissen, dass Gesundheit das wichtigstes Gut des Menschen ist. Sie bieten ihre Hilfestellung zur Gesundung und Gesunderhaltung an. Empathie, Zuwendung, Menschenkenntnis, Körpersprache, medizinisches Wissen, Verhaltenslehre, einiges bringt man von Natur aus mit, vieles kann man lernen.



Die besten Gelegenheiten ergeben sich immer dann, wenn man die Regeln ändert:



Physiotherapeuten besitzen ein großes Potenzial, doch viele beschränken sich auf die Behandlung bereits erkrankter Menschen, mit teilweise nicht reversiblen Schäden. Viele Krankheiten haben entweder psyschiche Ursachen oder werden psychisch durch den Leidensweg der Krankheit verstärkt. Ist es nicht eine Sisyphos-Arbeit nur auf der Physis helfen zu können und wenig auf der Psyche ausrichten zu können - Menschen wieder aufzurichten?



Das Land jenseite Ihrer Träume.



Es liegt ganz alleine bei Ihnen, die Wertigkeit und das Selbstverständnis innerhalb Ihrer Physiotherapie-Karriere von Grund auf neu zu bewerten, Physiotherapie völlig neu zu definieren, zu ergänzen, zu komplettieren - eventuell gar mit ganzheitlichen Ansätzen zu verfeinern und zu präzisieren. Es ist weniger die Frage, ob Physiotherapie in ihrer traditionellen Form, ihren Auffassungen und Zielsetzungen noch zeitgemäss ist. Vielmehr geht es darum, inwieweit sich die klassischen Behandlungen durch ergänzende Themata an die Realitäten eines freien Marktes anpassen lassen. Auf Dauer haben nämlich nur Hilfestellungen und Dienstleistungen Bestand, die dem einzelnen Menschen den größtmöglichen Nutzen bringen.



Die Welt ändert sich - ändern Sie sich mit ihr.



Sie müssen Ihren eigenen Prinzipien beim Einstieg auf keinen Fall untreu werden, Sie dürfen es auch nicht, aber der Mensch ist in der Evolution nur deshalb so erfolgreich, weil er den Willen hatte sich weiterzuentwickeln. Stillstand heisst Rückschritt.




Anderes Denken

führt zu anderen Handeln

und schafft andere Ergebnisse.





Physiotherapie - Unsere Kernkompetenz ist der Mensch und seine dauerhafte Gesundheit.





VERANSTALTUNG AM 27.11.2010 - ZUKUNFTSBRANCHE GESUNDHEITSMARKT:

In diesem Sinne möchten wir Sie auch über eine Veranstaltung informieren, die genau die angesprochenen Themen im Focus hat, und die Sie bestimmt nicht versäumen möchten, nämlich dann, wenn der Zweite Gesundheitsmarkt für Sie als Therapeut Ihr nächster Schritt in eine sichere Zukunft ist.

Während der 1. Gesundheitsmarkt seine Wachstumsgrenze erreicht hat und seit Jahren ein Nullwachstum verzeichnet, wird der 2. Gesundheitsmarkt als der Markt der Zukunft “gehandelt”. Bedingt durch das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Deutschen ist ein Konsumanstieg von Maßnahmen im Bereich der Gesundheitspflege zu erwarten, von 2,9% jährlich – in den Jahren von 2004 bis 2030!

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