"Light-Produkte sind kalorienarm" - richtig oder falsch?

"Light-Produkte sind kalorienarm" - richtig oder falsch?

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Wer spät isst, wird dick, Süßstoffgenuss macht schlank und Dreck reinigt den Magen: In punkto Ernährung kursieren zahlreiche Weisheiten in Deutschlands Haushalten.

Dr. Thomas Meier, Facharzt für Gastroenterologie am Diagnostik Zentrum Fleetinsel in Hamburg, Norddeutschlands führendem Zentrum für Präventivmedizin, weiß: "Viele dieser Tipps sind falsch und können gesundheitsschädlich sein." Da gerade beim Thema Essen ein gesundes Wissen unabdingbar ist, räumt der Experte mit den häufigsten Irrtümern auf.

Eine ausgewogene Ernährung ist ein wichtiger Baustein des persönlichen Lebensstils, um lange gesund und vital zu bleiben. "Wer sich abwechslungsreich ernährt, stärkt sein Immunsystem und schützt den Körper langfristig vor Krankheiten", erklärt Dr. Meier. "Menschen, die dauerhaft ungesund essen, riskieren Erkrankungen wie Diabetes, Gicht, Bluthochdruck, Übergewicht oder Arteriosklerose."

Märchenhaft: Light-Produkte sind kalorienarm


Der Begriff "light" ist gesetzlich nicht definiert. Light-Produkte können fettarm, zuckerfrei oder kalorienreduziert sein. Hin und wieder finden sich auch koffein- oder kohlensäurearme Getränke unter den Light-Lebensmitteln. "Fett wird zum Beispiel durch Wasser ersetzt", so Dr. Meier. "Dadurch sind die Lebensmittel kalorienreduziert, aber nicht zwangsläufig kalorienarm." Eine "Light"-Mayonnaise mit nur 50 Prozent Fett hat pro 100 Gramm immerhin noch fast 500 Kalorien.

Facharzt-Tipp: "Wer die Nähwertangaben auf der Packung liest, ist auf der sicheren Seite. Hier erkennt man Schwarz auf Weiß, wie viel Fett oder Kalorien das Lebensmittel enthält", rät Dr. Meier.

Trügerisch: Süßstoff macht schlank

Zwar ist der kalorienfreie Süßstoff viel versprechend, doch wirkt sich sein Genuss noch lange nicht positiv auf die Silhouette aus. Der Grund: Bei süßem Geschmack schüttet der Körper automatisch Insulin aus, weil er den vermeintlichen Zucker in der Blutbahn abbauen will. Da dieser de facto fehlt, greift der Organismus auf den vorhandenen Zucker zurück und baut diesen ab. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel sinkt und der Körper reagiert mit Heißhunger.

Facharzt-Tipp: "Es ist für den Körper wesentlich besser, in Maßen Zucker zu konsumieren statt Süßstoff. Denn der macht im Endeffekt hungrig", erklärt Dr. Meier.

Gelogen: Spät essen macht dick

Spätschlemmer werden schneller dick, denn der Körper verbraucht nachts kaum Energie - wer das glaubt, liegt falsch. "Es kommt nicht darauf an, wann man dem Körper Kalorien zuführt, sondern wie viele Kalorien er über den Tag verteilt erhält", bestätigt Dr. Meier. Zwar verläuft der Transport der Nahrung durch den Verdauungstrakt in der Nacht langsamer, aber der Körper verwertet die Nährstoffe dabei nicht anders.

Facharzt-Tipp: "Für den Körper ist es am besten, wenn er pro Tag fünf kleine Mahlzeiten mit Gemüse, Obst, Ballaststoffen und Milchprodukten bekommt", so Dr. Meier. "Es empfiehlt sich, spätestens vier Stunden vor Beginn der Nachtruhe eine leicht bekömmliche Mahlzeit zu essen. Denn der Magen arbeitet nicht gern, wenn sein Meister schläft."

Falsch: Grüner Salat ist eine Vitaminbombe

Da grüner Salat hauptsächlich aus Wasser besteht, enthält er nur wenige Vitamine. Wurde er im Treibhaus gezüchtet, geht der Vitamingehalt sogar gen Null. Außerdem kommt gelegentlich noch schädliches Nitrat durch die Düngung hinzu.

Facharzt-Tipp: .Vitaminreich sind vor allem Paprika, Tomaten und Kohl", erläutert Dr. Meier. "Dabei sollte man darauf achten, aus welchem Anbau das Gemüse stammt. Bio-Gemüse ist wegen der geringeren Pestizid-Belastung häufig die bessere WahL"

Unwahr: Rohkost ist gesünder als gekochtes Gemüse.

Jedes Gemüse hat eine spezifische Nährstoffzusammensetzung. Daher variiert auch die optimale Art der Zubereitung. Manche Pflanzenkost, darunter grüne Bohnen, enthalten in rohem Zustand sogar Giftstoffe und werden erst beim Garen genießbar. Außerdem hängt es davon ab, wie viel Rohkost der Magen verträgt. Denn diese kann Blähungen und Verdauungsstörungen verursachen.

Facharzt-Tipp: "Hier sollte man sich genau informieren", rät Dr. Meier. "Das in Karotten und Tomaten enthaltene fettlösliche Provitamin A, das Beta-Carotin, kann der Körper beispielsweise erst nach kurzem Kochen und mit Fett aufnehmen."

Irrglaube: Eier erhöhen den Cholesterin-Spiegel

Wahr ist, dass Eigelb fetthaltig ist, viel Cholesterin enthält und Cholesterin ein lebenswichtiger Stoff ist. Wahr ist auch, dass zu viel Cholesterin im Blut langfristig Herz und Gefäßen schadet, weil es sich ablagert. Beim Cholesterinspiegel muss man jedoch zwischen dem "guten" HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein) und dem "schlechten" LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein) unterscheiden. HDL ist im Gegensatz zu LDL aufgrund seiner Struktur fähig, Cholesterinrückstände im Blut abzutransportieren. Damit wirkt es einer Ablagerung in den Gefäßen entgegen. Wichtig ist daher das Verhältnis von "gutem" zu "schlechtem" Cholesterin im Körper. Nimmt man nun das Eigelb unter die Cholesterin-Lupe, zeigt sich, dass darin auch Lecithin enthalten ist. Dieser Stoff funktioniert wie eine Waffe gegen das Cholesterin im Ei und sorgt dafür, dass es nur in geringen Mengen vom Körper aufgenommen werden kann.

Facharzt-Tipp: "Beim Thema Cholesterin rate ich ebenfalls dazu, die Nährwertangaben genau zu studieren", sagt Dr. Meier und erklärt die Besonderheiten des Nahrungsfettes: "Fett besteht aus Fettsäuren mit einer oder mehreren chemischen Verbindungen. Sie werden unterschieden in gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Zu den gesättigten Fettsäuren gehören die gehärteten Fette.

Sie sind hauptsächlich tierischen Ursprungs und kommen zum Beispiel in Butter, Wurst, Fleisch und Käse vor. Da der Körper diese Fette nur schlecht verwerten kann, wandern sie meist in die Fettdepots des Körpers. Hingegen benötigt der Körper ungesättigte Fettsäuren, um Vitamine zu bilden. Olivenöl, Fischöl oder Leinöl enthalten zum Beispiel viele ungesättigte Fettsäuren. Diese sind gesund und wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus."

Unter Vorbehalt: Dreck reinigt den Magen

„Allgemein ist der Magen bei gesunden, erwachsenen Menschen sehr robust und leistungsfähig. Er produziert hochkonzentrierte Salzsäure“, klärt Dr. Meier auf. Versehentlich aufgenommener Dreck schadet deshalb selten, aber eine Reinigungskraft besitzt er nicht. „Dreck“ im landläufigen Sinn – also vom Boden oder aus der Erde – kann Krankheitserreger oder Umweltgifte enthalten, die der Körper nach Aufnahme bekämpfen muss.

Facharzt-Tipp: „Fakt ist, dass Keime das Immunsystem trainieren und das Entstehen von Allergien verhindern können“, erklärt Dr. Meier. „Eine übertriebene Sauberkeit ist nicht sinnvoll.“



Über das Diagnostik Zentrum Fleetinsel:
Das 1994 gegründete Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg ist mit seinem jährlichen Check-Up-Aufkommen Norddeutschlands führendes Zentrum im Bereich Präventivmedizin. In Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Direktor und Kardiologen Dr. med. Tomas Stein führen weitere Fachärzte aus den Bereichen Gastroenterologie, Kardiologie, Dermatologie und Augenheilkunde die halbtägigen Medical Check-Ups durch. Zur Referenzliste gehören die größten Unternehmen aus der Region, aber auch überregionale Firmen schätzen seit vielen Jahren die Kompetenz des Diagnostik Zentrums. Der aktuell veröffentlichte Präventions-Spiegel stellt ausführlich die Ergebnisse einer internen Langzeitstudie zum Thema Gesunderhaltung durch regelmäßige Vorsorge vor.

Weitere Informationen unter: Diagnostik-Zentrum Fleetinsel

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