7 bis 9 Stunden Schlaf? Warum die meisten Fitnesssportler trotzdem zu wenig schlafen

7 bis 9 Stunden Schlaf? Warum die meisten Fitnesssportler trotzdem zu wenig schlafen

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Warum die meisten Fitnesssportler trotzdem zu wenig schlafen

Jeder kennt die Empfehlung: Erwachsene sollten regelmäßig sieben bis neun Stunden schlafen. Trotzdem schaffen es viele Menschen nicht einmal auf sechs oder sieben Stunden. Beruf, Familie, Schichtarbeit, Streamingdienste, Smartphone oder einfach das Gefühl, am Abend endlich etwas Zeit für sich selbst zu haben – die Gründe sind vielfältig. Gerade Fitnesssportler machen dabei häufig einen entscheidenden Fehler. Sie investieren viel Zeit in Training, Ernährung und Nahrungsergänzung, sparen aber ausgerechnet an dem Bereich, der über Regeneration und Leistungsentwicklung entscheidet: dem Schlaf.

Warum sieben Stunden nicht für jeden ausreichen

Die bekannte Empfehlung von sieben bis neun Stunden ist kein starres Gesetz. Jeder Mensch hat einen individuellen Schlafbedarf. Manche fühlen sich nach sieben Stunden tatsächlich ausgeruht, andere benötigen acht oder sogar neun Stunden, um sich vollständig zu erholen. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Anzahl der Stunden, sondern wie leistungsfähig, konzentriert und erholt man sich tagsüber fühlt.

Wer regelmäßig trainiert, erhöht den Regenerationsbedarf seines Körpers zusätzlich. Krafttraining, intensive Laufeinheiten oder HIIT belasten Muskeln, Gelenke, Sehnen und das zentrale Nervensystem. Diese Belastungen müssen verarbeitet werden. Wer deshalb genauso wenig schläft wie in einer völlig bewegungsarmen Lebensphase, verschenkt einen Teil seines Trainingspotenzials.

Nicht nur die Dauer entscheidet

Viele Menschen konzentrieren sich ausschließlich auf die Anzahl der Schlafstunden. Dabei ist die Schlafqualität mindestens genauso wichtig. Wer acht Stunden im Bett liegt, aber ständig aufwacht, schnarcht oder nur oberflächlich schläft, erholt sich oft schlechter als jemand mit sieben Stunden tiefem und ungestörtem Schlaf. Genau deshalb reicht ein Blick auf die Uhr allein nicht aus.

Auch moderne Fitnessuhren und Schlaftracker liefern zwar interessante Hinweise, sie können den tatsächlichen Erholungseffekt jedoch nur näherungsweise einschätzen. Die wichtigste Frage lautet deshalb weiterhin: Wie fühlst du dich morgens? Bist du wach, leistungsfähig und motiviert oder schleppst du dich mit mehreren Tassen Kaffee durch den Vormittag?

Der Körper arbeitet nach seiner eigenen Uhr

Unser Schlaf wird von einer inneren biologischen Uhr gesteuert. Licht, Dunkelheit und regelmäßige Tagesabläufe beeinflussen diesen Rhythmus. Wer ständig zu unterschiedlichen Zeiten ins Bett geht oder am Wochenende versucht, die ganze Woche nachzuschlafen, bringt diese innere Uhr immer wieder durcheinander. Das kann dazu führen, dass man zwar ausreichend lange schläft, sich morgens aber trotzdem nicht richtig erholt fühlt.

Besonders schwierig ist dies für Menschen im Schichtdienst. Früh-, Spät- und Nachtschichten stellen den Körper immer wieder vor neue Herausforderungen. Umso wichtiger werden feste Schlafrituale, eine möglichst dunkle Schlafumgebung und regelmäßige Ruhezeiten.

Warum Fitness nicht vor Schlaf schützt

Viele glauben, dass regelmäßiger Sport automatisch zu gutem Schlaf führt. Tatsächlich verbessert Bewegung bei vielen Menschen die Schlafqualität. Das bedeutet jedoch nicht, dass Training schlechten Schlaf vollständig ausgleichen kann. Wer dauerhaft zu spät ins Bett geht, ständig unter Stress steht oder sein Smartphone bis kurz vor dem Einschlafen nutzt, wird trotz regelmäßigem Krafttraining häufig keine optimale Erholung erreichen.

Hinzu kommt ein weiterer Irrtum: Wer körperlich erschöpft ist, schläft nicht automatisch besser. Übertraining, hoher beruflicher Stress oder intensive Trainingseinheiten spät am Abend können das Einschlafen sogar erschweren. Erholung entsteht nicht allein durch Müdigkeit, sondern durch einen geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus.

Schlaf ist ein Trainingsreiz, den viele unterschätzen

Während Fitnesssportler jedes Kilogramm auf der Hantel dokumentieren, wird die Schlafdauer häufig kaum beachtet. Dabei entscheidet gerade sie oft darüber, ob sich der Trainingsreiz überhaupt vollständig entfalten kann. Schlaf ist deshalb kein Luxus und keine verlorene Zeit. Er gehört genauso selbstverständlich zum Trainingsplan wie die nächste Einheit im Fitnessstudio. Im zweiten Teil geht es darum, wie du deine Schlafqualität gezielt verbessern kannst, welche Rolle Schlafzimmer, Licht, Ernährung und Abendroutine spielen und warum kleine Veränderungen häufig größere Auswirkungen haben als das nächste Nahrungsergänzungsmittel.

Mehr Schlaf beginnt nicht erst im Bett

Viele Menschen suchen nach der perfekten Matratze, dem richtigen Kissen oder einem Nahrungsergänzungsmittel für besseren Schlaf. Dabei beginnt guter Schlaf bereits viele Stunden vor dem Zubettgehen. Unser Tagesablauf entscheidet maßgeblich darüber, wie leicht wir abends einschlafen und wie erholsam die Nacht verläuft. Licht, Bewegung, Ernährung, Stress und regelmäßige Schlafenszeiten beeinflussen die innere Uhr deutlich stärker, als den meisten bewusst ist. Wer tagsüber ständig unter Strom steht und abends nahtlos vom Laptop oder Smartphone ins Bett wechselt, darf sich über Einschlafprobleme nicht wundern. Experten empfehlen deshalb einen möglichst regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus sowie eine schlaffördernde Abendroutine.  

Das Schlafzimmer sollte kein zweites Wohnzimmer sein

Das Schlafzimmer erfüllt im Idealfall nur zwei Aufgaben: Schlafen und Erholung. Fernseher, Tablet oder Smartphone verlängern dagegen häufig die Wachphase und sorgen dafür, dass das Gehirn weiter aktiv bleibt. Gleichzeitig unterdrückt helles Bildschirmlicht die natürliche Müdigkeit. Schon 30 bis 60 Minuten ohne Bildschirm vor dem Schlafengehen können vielen Menschen helfen, leichter einzuschlafen. Auch eine kühle Raumtemperatur, möglichst vollständige Dunkelheit und eine ruhige Umgebung fördern einen erholsamen Schlaf.

Koffein und Alkohol werden häufig unterschätzt

Viele Fitnesssportler trinken Kaffee oder Energydrinks, um Leistung und Konzentration zu steigern. Das ist grundsätzlich kein Problem – solange der Zeitpunkt stimmt. Koffein kann mehrere Stunden im Körper wirksam bleiben und die Schlafqualität beeinträchtigen, selbst wenn das Einschlafen problemlos gelingt. Ähnlich verhält es sich mit Alkohol. Zwar fühlen sich viele Menschen zunächst müde, tatsächlich wird der Schlaf im weiteren Verlauf der Nacht jedoch häufig unruhiger und weniger erholsam. Auch darauf weisen Empfehlungen zur Schlafhygiene hin. 

Regelmäßige Bewegung verbessert den Schlaf – aber mit der richtigen Dosierung

Körperliche Aktivität und Schlaf beeinflussen sich gegenseitig. Regelmäßige Bewegung kann die Schlafqualität verbessern, während guter Schlaf wiederum die Regeneration und Leistungsfähigkeit steigert. Gleichzeitig gilt: Sehr intensive Trainingseinheiten unmittelbar vor dem Schlafengehen können bei manchen Menschen das Einschlafen erschweren. Deshalb lohnt es sich, auf den eigenen Körper zu hören und gegebenenfalls den Trainingszeitpunkt anzupassen. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin weist ebenfalls auf den engen Zusammenhang zwischen Bewegung und Schlaf hin.  

Wann solltest du an eine Schlafstörung denken?

Wenn du trotz sieben bis neun Stunden Schlaf regelmäßig erschöpft bist, laut schnarchst, Atemaussetzer bemerkst oder morgens mit Kopfschmerzen aufwachst, solltest du die Ursache ärztlich abklären lassen. Hinter anhaltender Tagesmüdigkeit können Schlafstörungen wie eine Schlafapnoe stecken. Sie beeinträchtigen nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern erhöhen langfristig auch das Risiko für verschiedene Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Ein guter Trainingsplan ersetzt deshalb keine medizinische Diagnostik, wenn Warnzeichen dauerhaft bestehen.

Schlaf ist der einfachste Leistungsbooster

Viele investieren jedes Jahr Hunderte Euro in Supplements, neue Trainingsprogramme oder Fitness-Gadgets. Gleichzeitig verzichten sie Nacht für Nacht auf ein bis zwei Stunden Schlaf. Dabei kostet ausreichender Schlaf nichts und gehört zu den wirkungsvollsten Maßnahmen, um Regeneration, Konzentration, Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu verbessern. Falls du wissen möchtest, warum Schlafmangel Muskelaufbau, Fettabbau und deine sportliche Entwicklung unmittelbar beeinträchtigen kann, findest du im ersten Teil unserer Serie den ausführlichen Hintergrund im Artikel „Du trainierst regelmäßig – und sabotierst trotzdem deinen Muskelaufbau?“. Dort erfährst du, warum Schlaf genauso wichtig ist wie Training und Ernährung.

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