kurt1
New member
ich habe das zwar schon einige male erklärt, aber damit ich nicht wieder auf "FAQ" verweisen muss und mir den unmut so mancher suchbequemer forumels zuziehe:winke:, erkläre ich es halt nochmals:
mir ist die aussage "kohlenhydrate können nicht in fett umgewandelt werden", die vor allem von ernährungspsychologen getätigt wird, nichts neues. faktum jedoch ist:
- energie ist energie, egal, woher sie stammt - von den makronährstoffen (kohlenhydrate, fette, protein) oder vom alkohol. der zweite hauptsatz der wärmelehre hat uneingeschränkte gültigkeit.
- jeder energie"überschuss" ("positive energiebilanz") wird in form von fett gespeichert (es ist die einzige möglichkeit im intermediärstoffwechsel)
- die logische schlussfolgerung ist die, dass auch im falle einer übermäßigen KH-zufuhr eine positive energiebilanz resultiert, wenn die energiezufuhr den -umsatz übersteigt, und somit die "überschüssige" energie in den fettspeicher "wandert".
- das gilt auch im hypothetischen fall einer reinen KH-zufuhr: die aussage, dass erst ab einer KH-zufuhr von 500 gramm eine umwandlung in fett erfolgt, ist haltlos, weil sie 1. nicht verallgemeinert werden darf und 2. von einer unkenntnis der biochemie des intermediärstoffwechsels zeugt.
ad 1: eine energiezufuhr von 2000 kcal übersteigt bei vielen menschen, v.a. den meisten frauen, den energieumsatz und damit -bedarf, was eine positive energiebilanz bedeutet.
ad 2: eine umwandlung von glucose zu triglyceriden ist unabhängig von der energiebilanz ein normaler vorgang im intermediärstoffwechsel (leber, fettgewebe). die glucose, die nicht als glykogen in leber und muskulatur gespeichert wird oder im energiestoffwechsel metabolisiert wird (das gehirn verbrennt ausschließlich glucose, sofern keine ketonämie wie z.b. beim fasten vorliegt. auch die niere verbrennt neben fettsäuren auch glucose. der ruhende muskel hingegen gewinnt seine energie fast nur aus der verbrennung freier fettsäuren, wie wir wissen - auch wenn in so manchen büchern was anders steht), dieser anteil, der quasi "übrig bleibt", wird in der leber zu triglyceriden umgewandelt.
- ob aber letztendlich eine "neuspeicherung" von fettgewebe resultiert, ist eine frage der energiebilanz. denn diese bestimmt, in welche richtung sich das fließgleichgewicht zwischen lipogenese (fettbildung) und lipolyse (fettspaltung), die im fettgewebe rund um die uhr nebeneinander ablaufen, bewegt.
die aussage über die umwandlung von KH zu fett ist somit nur im sinne einer "de novo-lipogenese" im falle einer positiven energiebilanz zu interpretieren. aus biochemischer sicht ist die aussage nicht korrekt.
ich hoffe, damit klarheit geschafft zu haben.
gruß, kurt
mir ist die aussage "kohlenhydrate können nicht in fett umgewandelt werden", die vor allem von ernährungspsychologen getätigt wird, nichts neues. faktum jedoch ist:
- energie ist energie, egal, woher sie stammt - von den makronährstoffen (kohlenhydrate, fette, protein) oder vom alkohol. der zweite hauptsatz der wärmelehre hat uneingeschränkte gültigkeit.
- jeder energie"überschuss" ("positive energiebilanz") wird in form von fett gespeichert (es ist die einzige möglichkeit im intermediärstoffwechsel)
- die logische schlussfolgerung ist die, dass auch im falle einer übermäßigen KH-zufuhr eine positive energiebilanz resultiert, wenn die energiezufuhr den -umsatz übersteigt, und somit die "überschüssige" energie in den fettspeicher "wandert".
- das gilt auch im hypothetischen fall einer reinen KH-zufuhr: die aussage, dass erst ab einer KH-zufuhr von 500 gramm eine umwandlung in fett erfolgt, ist haltlos, weil sie 1. nicht verallgemeinert werden darf und 2. von einer unkenntnis der biochemie des intermediärstoffwechsels zeugt.
ad 1: eine energiezufuhr von 2000 kcal übersteigt bei vielen menschen, v.a. den meisten frauen, den energieumsatz und damit -bedarf, was eine positive energiebilanz bedeutet.
ad 2: eine umwandlung von glucose zu triglyceriden ist unabhängig von der energiebilanz ein normaler vorgang im intermediärstoffwechsel (leber, fettgewebe). die glucose, die nicht als glykogen in leber und muskulatur gespeichert wird oder im energiestoffwechsel metabolisiert wird (das gehirn verbrennt ausschließlich glucose, sofern keine ketonämie wie z.b. beim fasten vorliegt. auch die niere verbrennt neben fettsäuren auch glucose. der ruhende muskel hingegen gewinnt seine energie fast nur aus der verbrennung freier fettsäuren, wie wir wissen - auch wenn in so manchen büchern was anders steht), dieser anteil, der quasi "übrig bleibt", wird in der leber zu triglyceriden umgewandelt.
- ob aber letztendlich eine "neuspeicherung" von fettgewebe resultiert, ist eine frage der energiebilanz. denn diese bestimmt, in welche richtung sich das fließgleichgewicht zwischen lipogenese (fettbildung) und lipolyse (fettspaltung), die im fettgewebe rund um die uhr nebeneinander ablaufen, bewegt.
die aussage über die umwandlung von KH zu fett ist somit nur im sinne einer "de novo-lipogenese" im falle einer positiven energiebilanz zu interpretieren. aus biochemischer sicht ist die aussage nicht korrekt.
ich hoffe, damit klarheit geschafft zu haben.
gruß, kurt