Jo-Jo-Syndrom

Jo-Jo-Syndrom

Bild von Jerzy Górecki auf Pixabay

Das Auf und Ab des Körpergewichts


In Amerika hörte man bereits vor Jahren den Slogan: "The less you diet, the more you lose" Je weniger Diäten du machst, desto mehr nimmst du ab.

Doch im Gegensatz zu anderen Trends, die über den Ozean schwappten, wollte man von diesem hierzulande wenig wissen. Während sich die wirklich Übergewichtigen oftmals zu wenig mit ihrer Figur auseinandersetzen, ist das Thema für andere Nummer eins. Die Gruppe derjenigen, die ständig auf Diät sind, wird immer größer. Eine Ursache für das Phänomen liegt sicher darin, dass in unserer Gesellschaft eine Diskrepanz klafft zwischen dem üppigen Angebot verführerischer Nahrungs- und Genussmittel auf der einen und dem modischen Schlankheitsideal auf der anderen Seite. Viele treibt dieser Widerspruch geradezu in eine Diätensucht, die zu folgenschweren Essstörungen, etwa Bulimie = Ess- Brechsucht, Anorexie = Magersucht sowie Adipositas = Ess- bzw. Fettsucht führen kann.

Hinzu kommt, dass übertriebene Schlankheitsbemühungen häufig in Zusammenhang stehen mit psychischen Problemen. Die Betroffenen, die meistens sowieso schon ein wenig stabiles Selbstwertgefühl haben, werden immer unzufriedener mit sich. Jahrelange erfolglose Versuche, das eigene Gewicht in den Griff zu bekommen, können Depressionen und das Gefühl von Unzulänglichkeit verstärken. Man schreibt sich selbst ein Versagen zu und erkennt dabei nicht, dass die Misserfolge schon durch falsche Diäten vorprogrammiert sind.



Das Auf und Ab des Körpergewichts


Die DIÄT, die sich aus dem griechischen Wort diaita = gesunde Lebensweise ableitet, stellt inzwischen selbst eine Gefahr für die Gesundheit dar. Junge Frauen sind heute die Hauptrisikogruppe für einen Nährstoffmangel. Denn mit rigorosen Hungerkuren und auf rasche Gewichtsverluste abzielende Blitzdiäten geht in der Regel eine Unterversorgung mit lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralstoffen, u. a. Kalzium, Zink, Eisen und B-Vitamine einher. Auch wer ständig zu wenig isst, muss mit Mangelerscheinungen rechnen.

Die Leistungsfähigkeit sinkt, man wird anfälliger für Krankheiten und leidet unter Nervosität, Erschöpfung und schlechter Haut. Auf und nieder mit dem Gewicht wegen des sogenannten Jo- Jo- Effekts Manche Diätwütigen geraten durch die oben beschriebenen Crash- Diäten in einen fatalen Teufelskreis von Ab- und Zunehmen. Sie bekommen ihr Gewicht nicht in den Griff, da es meist darum geht, dass die Betroffenen ihre wirklichen Probleme nicht anpacken. Alles dreht sich um das Gewicht, dabei verschieben sie ihr Leben auf später.

Sie sagen: Wenn ich fünf Pfund weniger habe, wird alles anders. Dann trenne ich mich von meinem Partner, dann suche ich mir einen neuen Job o.ä. Das funktioniert aber meistens nicht. Sie nehmen ab, sind aber dennoch nicht zufrieden. Im Gegenteil: Sie nehmen wieder zu, sogar meist mehr, und das Ganze beginnt von vorn. Stelle man sich einmal vor, in der Nacht geschieht ein Wunder und man wacht ohne seinen schwabbeligen Bauch auf. Was würde sich dadurch in seinem Leben ändern? Die Antwort kann ziemlich ernüchternd sein. Das JO- JO- SYNDROM, wie Wissenschaftler den Teufelskreis von Diät, kurzfristiger Gewichtsverringerung und erneuter Gewichtszunahme, mit oft sogar ein paar Pfunden dazu, nennen.



Wie kommt es zum Jojo-Effekt?


Ursache dieses Auf und Ab ist eine natürliche Reaktion des Körpers aus Urzeiten her. Wird er auf Diät gesetzt, schaltet er auf Sparflamme und reduziert seinen Energieverbrauch um 20 Prozent und mehr. Dabei greift er jedoch auch auf seine eigenen Fettreserven zurück und leert diese Fettzellen: Das Gewicht sinkt. Zu Beginn rasch danach immer langsamer bis zu einem gewissen Punkt. Sobald man aber wieder Normalkost zu sich nimmt, beginnt der Körper aufzurüsten für Notzeiten und füllt seine Fettdepots, indem er Hunger signalisiert, was eine übermäßige Nahrungsaufnahme zur Folge hat. Dieses kontinuierliche Up and Down (Jo- Jo) kann der Gesundheit mehr schaden als ein geringes, aber permanentes Übergewicht. Besonders gefährlich sind die sogenannten Crash-, Null- und Heilfastendiäten mit einer auf ein Minimum reduzierten Nahrungsaufnahme.



Schlank werden und Schlank bleiben.


Um das Gewicht dauerhaft auf ein psychologisch und gesundheitlich zufriedenstellendes Niveau zu bringen, muss man nicht weniger sondern anders essen. Menschen, die an Übergewicht leiden, essen meist fettreicher und trinken mehr Alkohol. Dieser ist mit sieben Kilokalorien pro Gramm neben Fett mit neun Kilokalorien pro Gramm der energiereichste Nährstoff. Der Fettabbau ist, wenn es ums Abnehmen geht, das A und O. Im Grunde könnte nahezu jeder Mensch also schlank, fit und gesund sein. Denn jeder verfügt über ein sehr wirksames fettverbrennendes System, das allerdings bei zuwenig Bewegung kaum noch gefordert wird. Die Ernährungsregel für einen dauerhaft schlanken Menschen ist einfach und logisch: Man drossele den Fettkonsum und esse weniger Süßigkeiten; dafür jedoch Vollkornprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst. So trägt man zu einer nährwertreichen, aber fettarmen Ernährung bei.



Essgewohnheiten ändern.


Um zu einer angemessenen Ernährung zu gelangen, ist es wichtig, sich die eigenen Essgewohnheiten zu vergegenwärtigen und zu prüfen, welche Lebensmittel man bevorzugt und welche Zusammensetzung diese haben. Ebenso ist wichtig, wie viele Mahlzeiten am Tag man zu sich nimmt und was einen am meisten zum "sündigen" verleitet. Durch bewusstes Essen fällt das Abnehmen leichter, denn die Zusammensetzung der Mahlzeiten hat einen entscheidenden Einfluss darauf, ob man schnell wieder hungrig wird oder nicht. Stärke- und Ballaststoffreiche Produkte wie Vollkornbrot, Müsli, Kartoffeln, Nudeln, Gemüse sowie Hülsenfrüchte sättigen erheblich anhaltender als zum Beispiel zuckerhaltige Produkte. Kuchen, Kekse etc. rufen eine rasche Insulinausschüttung hervor, wodurch der Blutzuckerspiegel ebenso schnell wieder abfällt mit dem Ergebnis, dass man hungrig wird - und dann meistens auf Süßes. Auch durch mehrere über den Tag verteilte Mahlzeiten lässt sich die Hunger- Sättigungsregulation des Organismus positiv beeinflussen. Mehrmals täglich ein leichter Imbiss ist vorteilhafter und leichter für den Körper zu verdauen, da er ihn sogleich in Arbeitsenergie umsetzt, als der Verzehr weniger aber großer Portionen.



Ohne Sport geht´s nicht!


Um ein wenig sportliche Bewegung kommt kein dauerhaft schlank bleibender Mensch herum, denn ohne Bewegung haben selbst die besten Ernährungsumstellungen keine Chance. Es reicht schon, seinen Stoffwechsel durch regelmäßiges Joggen, Radfahren, Schwimmen Walken, Inline Skaten oder ähnliches in Schwung zu bringen. Dabei gilt: Lieber langsam, so dass man sich noch locker mit jemandem unterhalten kann, dafür aber länger, um einen hohen Energieumsatz zu ermöglichen. Man sieht also, dass Abnehmen gar nicht schwierig und kasteiend ist, sondern für jeden leicht zu handhaben. Es muss lediglich die Ernährung etwas umgestellt werden.



Tipp:


Lieber langsam und gesund durch viel Sport Pfund um Pfund abnehmen, als schnell zu hungern, denn die überflüssigen Kilos kamen auch nicht über Nacht, sondern schmelzen genauso langsam, wie sie entstanden sind!

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