Sam Hain
New member
Da das schon jetzt zu schwerwiegenden Desinformationen in der Gesellschaft geführt hat, das als Erstes:
Die 10 Euro Praxisgebühr kassiert zwar der Arzt, aber sie gehen an die Krankenkassen. Das funzt so:
Wenn der Arzt im Monat 200 Patienten hat, werden ihm von der KV im Auftrag der Kassen 200 mal 10€ abgezogen. Egal, ob die Patienten die Gebühr bezahlt haben, oder nicht. Der Arzt darf den Verwaltungsaufwand und die -Kosten selber tragen. Und er darf auch denen, die nicht gezahlt haben (geld vergessen, pleite, etc.) selber hinterher rennen. Ulla Schmidt hat in ihrer unendlichen Weisheit den Ärzten für diesen Fall geraten: "Ohne Gebühr keinen behandeln, schickt sie wieder nach Hause." Mach das mal als Niedergelassener Arzt. Dann sitzt Du bald Spinnwebenbehangen allein in der leeren Praxis.
Also nochmal zur Deutlichkeit: Von den 10€ hat der Arzt nix. Er fungiert nur als Kassierer Geldeintreiber der Krankenkasse.
Zum Thema "schnell die Patienten durchschleusen": Wenn Du von der Regierung angehalten bist, schnell und effektiv zu behandeln (teils per Verordung, teils per Gesetz), und Du für Beratung und "sich Zeit für den Patienten nehmen" bestraft wirst, dann mußt Du es so machen. Eine Beratung kann schonmal ne Stunde dauern. Durch die unseelige Budgetierung kriegst Du nur noch einen bestimmten "Punktwert" dafür. Ein paar Jahre später erfährst Du, wieviel cent der Punkt zu dem zeitpunkt wert war. Da kann´s schonmal sein, daß der gute Mann eine Stunde für drei € gearbeitet hat. Davon muß er leben, seine Praxiskosten decken, seine Angestellten bezahlen und Steuern, und Abgaben blechen.
Durch das sinnige Punktesystem weiß ein Arzt auch nie, wann er sein Budget erschöpft hat (zB für Medikamente) und wann er dem Kranken noch was verschreiben darf. Das erfährter er erst Jahr später, wenn die Abrechnung durch ist und die Kasse Bescheid gibt. Die Budgets sollen ja Kosten kontrollieren. Wenn man aber nicht weiß wie sein Budget steht, kann man nicht kalkulieren. Danke, Ulla!
Solche Beispiele für sinnfreie und ahnungslose Politik (Schmidt hat lauthals vor der Kamera zugegeben, von Gesundheitswesen keine Ahung zu haben, und sei stolz drauf. Naja, sie ist ja auch hauptberuflich Gewerkschaftlerin) kann ich bücherfüllend aufzählen. Daß da ein gewisser Frust in den Praxen herrscht, ist nachvollziehbar. Daß die Patienten dabei auf der Strecke bleiben, auch. Nur Kann die Schuld dafür nicht dem Arzt gegeben werden. Dem sind die Hände mehr als gebunden.
sam
Die 10 Euro Praxisgebühr kassiert zwar der Arzt, aber sie gehen an die Krankenkassen. Das funzt so:
Wenn der Arzt im Monat 200 Patienten hat, werden ihm von der KV im Auftrag der Kassen 200 mal 10€ abgezogen. Egal, ob die Patienten die Gebühr bezahlt haben, oder nicht. Der Arzt darf den Verwaltungsaufwand und die -Kosten selber tragen. Und er darf auch denen, die nicht gezahlt haben (geld vergessen, pleite, etc.) selber hinterher rennen. Ulla Schmidt hat in ihrer unendlichen Weisheit den Ärzten für diesen Fall geraten: "Ohne Gebühr keinen behandeln, schickt sie wieder nach Hause." Mach das mal als Niedergelassener Arzt. Dann sitzt Du bald Spinnwebenbehangen allein in der leeren Praxis.
Also nochmal zur Deutlichkeit: Von den 10€ hat der Arzt nix. Er fungiert nur als Kassierer Geldeintreiber der Krankenkasse.
Zum Thema "schnell die Patienten durchschleusen": Wenn Du von der Regierung angehalten bist, schnell und effektiv zu behandeln (teils per Verordung, teils per Gesetz), und Du für Beratung und "sich Zeit für den Patienten nehmen" bestraft wirst, dann mußt Du es so machen. Eine Beratung kann schonmal ne Stunde dauern. Durch die unseelige Budgetierung kriegst Du nur noch einen bestimmten "Punktwert" dafür. Ein paar Jahre später erfährst Du, wieviel cent der Punkt zu dem zeitpunkt wert war. Da kann´s schonmal sein, daß der gute Mann eine Stunde für drei € gearbeitet hat. Davon muß er leben, seine Praxiskosten decken, seine Angestellten bezahlen und Steuern, und Abgaben blechen.
Durch das sinnige Punktesystem weiß ein Arzt auch nie, wann er sein Budget erschöpft hat (zB für Medikamente) und wann er dem Kranken noch was verschreiben darf. Das erfährter er erst Jahr später, wenn die Abrechnung durch ist und die Kasse Bescheid gibt. Die Budgets sollen ja Kosten kontrollieren. Wenn man aber nicht weiß wie sein Budget steht, kann man nicht kalkulieren. Danke, Ulla!
Solche Beispiele für sinnfreie und ahnungslose Politik (Schmidt hat lauthals vor der Kamera zugegeben, von Gesundheitswesen keine Ahung zu haben, und sei stolz drauf. Naja, sie ist ja auch hauptberuflich Gewerkschaftlerin) kann ich bücherfüllend aufzählen. Daß da ein gewisser Frust in den Praxen herrscht, ist nachvollziehbar. Daß die Patienten dabei auf der Strecke bleiben, auch. Nur Kann die Schuld dafür nicht dem Arzt gegeben werden. Dem sind die Hände mehr als gebunden.
sam