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Hmm, findest du die Quellen denn tatsächlich uneinheitlich und contraiere? Sie sind mir eigentlich nahzu alle geläufig und einen offensichtlichen Widerspruch konnte ich nicht finden. Es ist auf jeden Fall keine Quelle dabei, die Dehnen eindeutig als verletzungsprophylaktisch wirksam ausweisen kann und das war ja ursprünglich der Gegenstand der Diskussion.
Ich hab meinen Frieden mit dem Thema Dehnen vor dem Hintergrund der vorliegenden aktuellen seriösen Literatur folgendermaßen gefunden und für mich selbst folgende Aussagen abgeleitet:
1 Dehnen ist kein Allheilmittel.
2 Dehnen kann keine Verletzungen verhindern und keine Beschwerden lindern.
3 Dehnen kann Muskelkater verstärken bzw. herbeiführen, insbesondere, wenn es unmittelbar nach intensiver Muskelarbeit durchgeführt wird.
4 Dehnen erhöht und erhält die Beweglichkeit. Dadurch ist es im Gesundheitssport absolut angezeigt.
5 Langes statisches Dehnen kann die Gelenkstiffness und Schnellkraftleistungen kurzfristig negativ beeinflussen.
6 Kurzes ballistisches Dehnen kann sich positiv auf Reaktivkraftleistungen auswirken.
7 In beweglichkeitsdeterminierten Sportarten (RSG, Turnen, Tanzen, Kampfsport, usw.) ist die Erhöhung der Gelenkbeweglichkeit und damit Dehnen absolut notwendig.
8 Rehabilitation und Krankengymnastik sind ohne Dehnen undenkbar. Beispiel Schulter- oder Ellbogenimmobilität nach Luxation.
Sicher hab ich noch einige Aussagen vergessen, aber die Liste soll dir nur zeigen, dass ich keine Dehnopposition darstellen will. Ich bin lediglich dafür, dass die Frage, ob, wann und wie gedehnt wird kritisch diskutiert wird um mögliche negative Effekte zu vermeiden.
Wenn jemand im Forum fragt:"Sollen wir jetzt dehnen oder nicht?", dann kann ich diese Ratlosigkeit zwar nachvollziehen, mir bleibt aus sportwissenschaftlicher Sicht aber keine andere Möglichkeit, als mit "es kommt darauf an" zu antworten.
Dehnbare Grüße,
Thomas
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