Hallo Robert,
in Deinem Alter habe ich das auch mal mitgemacht. Über Nebenwirkungen kann ich Dir allerdings glücklicherweise nichts aus eigener Erfahrung als Patient berichten.
Thyreostatika (so nennen sich Tabletten die die Schilddrüsenhormonproduktion hemmen) sind meist aus der Gruppe der Thionamide (z.B. Thiamazol oder Carbimazol). Grob gesagt hemmen sie dosisabhängig die Jodaufnahme in die Schilddrüse wo das Jod für die Hormonproduktion benötigt wird.
Thionamide werden im allgemeinen gut vertragen.
Als mögliche Nebenwirkungen sind allergische Hautreaktionen (>10% in meist leichten Ausprägungen wie Juckreiz und oft unter fortgeführter Therapie rückbildungsfähig), Knochenmarksdepressionen (mit 0,3-0,6% sehr selten, aber wichtig zu behandeln wenn's auftreten sollte, rückbildungsfähig), Magen-Darm-Beschwerden und Leberschäden beschrieben. Ansonsten gibt es noch eine ganze Liste an Nebenwirkungen wie bei den meisten Medikamenten, die aber - zumindest aus Nicht-Patientensicht - entweder weniger häufig sind oder weniger dramatische Auswirkungen haben.
Das Problem dabei ist, dass eigentlich fast jedes potente Medikament auch potente Nebenwirkungen machen kann. Es ist schlicht eine Abwägungsfrage womit man besser fährt: Behandeln und mögliche Nebenwirkungen in Kauf nehmen, oder nicht behandeln und "Nebenwirkungen" der Erkrankung in Kauf nehmen. Im Normalfall darf man dieses Dilemma in die Hände des Hausarztes seiner Wahl abwälzen.
Man muss auch etwas dran bleiben an der Sache, da eine Überfunktion auch Probleme machen kann (vom Zittern der Finger über Bluthochdruck, erhöhtem Blutzucker, Gereiztheit, Schlafstörungen, Herzrhythmusstörungen, Durchfälle, Osteoporose, Fettleber, je nach Ursache auch Augenprobleme, ....).
Forumbezogen sei noch zu erwähnen, dass wie Du ja schon festgestellt hast, auch eine Schwächung der Muskulatur und durch die veränderte Zuckertoleranz auch eine schlechtere Nahrungsverwertung dazukommen. Durch den erhöhten Stoffwechsel hast Du ggf. die unglückliche Tendenz Deine mühsam erarbeitete Muskulatur quasi wieder zu zügig abzubauen.
Eine Therapie mit Thyreostatika kann übrigens am Anfang die TSH-Bildung anregen was einen Wachstumsreiz auslösen kann.
Allein schon so gesehen wäre bei entsprechenden Werten eine Therapie der Überfunktion auch für Deinen Trainingserfolg gut.
Im weiteren Verlauf muss man dann auch nach der Ursache suchen und je nach Ursache auch mal an eine Schilddrüsenoperation denken, da mit der Hemmung der Jodaufnahme zwar die sekundären Auswirkungen der Überfunktion die durch die vermehrte Hormonbildung verursacht werden vermindert sind, aber die Grunderkrankung weiterbesteht.
Hoffe, das hilft Dir etwas. Wenn Du noch Fragen hast: Posten oder PN.
@Hellforces: T3 ist die biologisch aktive Form des Schilddrüsenhormons und wird wegen mehr Nebenwirkungen (es gab z.B. deutlich mehr Herzinfarkte da durch dien Einnahme Spitzenspiegel erreicht werden) als T4 so gut wie nie gegeben. Einzige Ausnahme: Konversionsstörungen (=Umwandlungsstörungen von der inaktiven Form T4 in T3, dann werden meist Kombi-Präparate gegeben).
Die Grundidee der Hemmung ist nicht schlecht, aber das Problem ist, dass bei einer Schilddrüsenautonomie die Ansprechbarkeit auf das Regelhormon TSH in den betroffenen Regionen nicht mehr funktioniert. Das TSH ist meist schon stärkst unterdrückt.
Grüße,
Gerrit