«Low Fat» oder «Low Carb»?

Polynomstapler

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«Low Fat» oder «Low Carb»?
Zwei Ernährungsweisen - zwei Meinungen - magere Fakten
Jahrzehntelang galt eine fettarme Ernährung als goldener Weg zu Schlankheit und Gesundheit. Doch jetzt gewinnen die Anhänger einer kohlenhydratarmen Kost zusehends an Boden. Ein Blick auf ihre Argumente und die wissenschaftliche Datenlage.


Vergangenen Mai überraschte die amerikanische Doughnut-Kette Krispy Kreme nach Jahren der Prosperität mit einer Gewinnwarnung, worauf der Kurs ihrer Aktien massiv einbrach. Wenig später meldete der grösste amerikanische Nudelhersteller New World Pasta Insolvenz an. Auch weitere Anbieter kohlenhydratreicher Nahrungsmittel stecken in der Bredouille, seitdem in den USA die Low-Carb-Diät - «Carb» steht für «Carbohydrate», also Kohlenhydrate - immer mehr an Popularität gewinnt. Etwa 12 Prozent aller Erwachsenen sollen sie bereits befolgen. Einst durch den Kardiologen Robert Atkins eingeführt, verspricht sie eine Gewichtsreduktion durch weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate - bei uneingeschränktem Konsum fett- und proteinreicher Nahrungsmittel.

Ein Dogma wankt
Doch ein derart freizügiger Umgang mit Nahrungsfetten verstösst gegen ein fest etabliertes Dogma: Seit bald drei Jahrzehnten predigen die tonangebenden Ernährungsfachleute beidseits des Atlantiks, es sei der Fettgehalt, den es auf unserem Speisezettel der Schlankheit und Gesundheit zuliebe zu reduzieren gelte. Und die Botschaft wurde gehört: In den USA ist der Fettanteil im Zeitraum von 1971 bis 2000 von mehr als 36 Prozent auf unter 33 Prozent der Gesamtenergie gesunken. Doch die Amerikanerinnen und Amerikaner wurden dabei nicht etwa schlanker, sondern immer voluminöser: Der Prozentsatz der Übergewichtigen und Fettleibigen in der Bevölkerung hat sich seit 1971 mehr als verdoppelt und beträgt mittlerweile rund zwei Drittel. In Europa liegt er noch um einiges tiefer, wächst aber rasant. In England ist er innerhalb der letzten zehn Jahre auf das Doppelte gestiegen; und in der Schweiz beträgt die mittlere Gewichtszunahme pro Person ein halbes Kilogramm pro Jahr.

Das scheinbare Paradox - Gewichtszunahme bei fettärmerer Nahrung - löst sich auf, wenn man die Menge der aufgenommenen Nahrungsenergie betrachtet: In den USA stieg sie im betrachteten Zeitraum um 22 Prozent bei den Frauen und um 7 Prozent bei den Männern. Gleichzeitig ging der Energieverbrauch durch körperliche Bewegung zurück, so dass sich die Übergewichts-Epidemie allein durch eine positive Energiebilanz erklären lässt. (Bei Debatten über die «richtige» Diät wird leicht vergessen, dass Bewegungsmangel entscheidend zur Entstehung von Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf- Krankheiten beiträgt.) Bei genauerer Betrachtung ging der Kalorienüberschuss grösstenteils auf das Konto von Kohlenhydraten, insbesondere von stärke- und zuckerhaltigen Nahrungsmitteln, die weniger nachhaltig sättigen als Fette. Die Neigung, mehr als nötig zu essen, könnte sich dadurch noch verstärkt haben.

Gerade dieses Argument führen die Low-Carb- Protagonisten für eine Einschränkung der Kohlenhydrate ins Feld. Nach der South-Beach-Diät müssen dabei vor allem Pasta, Brot, Reis, Kartoffeln und Süssigkeiten vom Speiseplan verschwinden; die extremere Atkins-Diät verlangt zudem einen weitgehenden Verzicht auf Gemüse und Obst, so dass diese Variante eine Ergänzung durch Vitaminpräparate erfordert.

Damit stehen sich zwei Standpunkte unvereinbar gegenüber: Hier die traditionelle Low-Fat- Schule, die in Europa und Übersee nach wie vor die offizielle Ernährungsszene dominiert; dort die Low-Carb-Philosophie, die auch in Europa immer mehr Anhänger findet. Nach dem Credo der einen sollen Nahrungsfette höchstens 30 Prozent des Energiebudgets decken, während Kohlenhydrate über 50 Prozent ausmachen dürfen. Die anderen wollen die Kohlenhydrate auf ein Minimum reduzieren, setzen aber dem Fett- und Proteinkonsum keine obere Grenze.

Fett ist nicht gleich Fett
Das traditionelle Plädoyer für eine fettreduzierte Ernährung ist in den letzten Jahren jedoch vor allem deshalb in Bedrängnis geraten, weil sich sein ursprüngliches Kernargument - die Herzgesundheit - wissenschaftlich nicht erhärten liess; denn für das Herz-Kreislauf-Risiko hat sich nicht die Gesamtmenge, sondern die Art der Nahrungsfette als entscheidend erwiesen. Nur gesättigte und sogenannte Trans-Fettsäuren, die unter anderem in industriell gehärteten Pflanzenfetten enthalten sind, erhöhen das Herzrisiko. Ungesättigte Fettsäuren senken es sogar. Das gilt vor allem für die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die besonders reichlich in Fisch und bestimmten pflanzlichen Ölen vorkommen.

Bleibt als Argument die Gewichtskontrolle. Nahrungsfette führten, so die gängige Doktrin, wegen ihrer hohen Energiedichte zu Übergewicht und begünstigten damit auch Folgeerkrankungen wie Diabetes und koronare Herzleiden. An der empfohlenen 30-Prozent-Limite für die Gesamtheit der Nahrungsfette wurde daher bis heute nicht gerüttelt. Doch dass das verbleibende Energiebudget schwerpunktmässig durch «komplexe» Kohlenhydrate und damit vor allem stärkehaltige Nahrungsmittel gedeckt werden soll, stösst auf wachsende Skepsis.

Denn wie bei den Fetten beginnt man auch bei den Kohlenhydraten zu differenzieren und Untergruppen abzugrenzen, die sich auf die menschliche Physiologie unterschiedlich auswirken. Je nachdem, wie schnell die Kohlenhydrate in ihre Zuckerbausteine aufgespalten werden, treiben sie den Blutzuckerspiegel mehr oder weniger rasch in die Höhe. Ein hoher Blutzuckerspiegel kurbelt die Ausschüttung von Insulin an, das seinerseits dafür sorgt, dass Muskel- und Leberzellen den überschüssigen Zucker als Glykogen speichern. Werden diese Zellen jedoch ständig mit Zucker überflutet, erlahmt ihre Tendenz, auf das Insulinsignal zu reagieren, so dass der Blutzuckerspiegel immer langsamer absinkt. Eine solche Insulinresistenz bildet den ersten Schritt zur Entwicklung des Diabetes Typ 2, eines wachsendes Problems in allen Industrienationen. Sie ist ferner Zeichen des metabolischen Syndroms, das als Kombination mehrerer Stoffwechselstörungen das Herz-Kreislauf-Risiko massiv erhöht.

Kohlenhydrate sollten deshalb nach ihrer Wirkung auf den Blutzuckerspiegel beurteilt statt wie bisher nach ihrer chemischen Struktur in die Kategorien «einfach» und «komplex» eingeteilt werden. Als Messgrösse für diese Wirkung gilt der glykämische Index (GI) und Glukose mit Index 100 als Referenz. Die Werte kohlenhydratreicher Nahrungsmittel liegen in der Regel umso höher, je stärker deren Ingredienzien raffiniert sind. Im oberen Segment finden sich beispielsweise viele Softdrinks, Weissbrot, Pasta und Kartoffeln, während viele Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Früchte im unteren Bereich (GI‹55) rangieren. Der GI kann allerdings je nach Zusammensetzung einer Mahlzeit variieren; fettreiche Zutaten senken ihn tendenziell.

Bei Diabetikern schon lange Bestandteil der diätetischen Behandlung, kommt der GI jetzt auch bei Gesunden ins Spiel. Bereits spricht einiges dafür, dass eine Ernährung mit hohem GI das Diabetes- und Herzrisiko erhöht. Komplizierter erscheint der Zusammenhang zwischen GI und Körpergewicht. Zwar zeigen Laboruntersuchungen, dass ein hoher GI die Aktivität Fett-oxidierender Enzyme und damit den Abbau von Körperfett hemmt und ein tiefer GI die Fett-Oxidation begünstigt, doch ist die praktische Bedeutung dieser Mechanismen, die von der Low-Carb- Schule gerne thematisiert werden, noch umstritten. Dagegen scheint sich die Vermutung zu bestätigen, dass der GI die Sättigung und damit das Essverhalten beeinflusst: Je höher der GI einer Mahlzeit, desto höher auch die Kalorienaufnahme bei nachfolgenden Mahlzeiten und zwischendurch.

Ein erster direkter Vergleich
Doch zurück zur Low-Fat-Low-Carb-Debatte. Letztlich interessiert natürlich, welche der beiden Ernährungsweisen in der Praxis die besseren Resultate erzielt. In den letzten Monaten wurden die beiden Diätformen erstmals in vier randomisierten Studien direkt miteinander verglichen. Übereinstimmend ergab sich, dass die Low-Carb- Gruppe in den ersten sechs Monaten stärker an Gewicht verlor als die Low-Fat-Gruppe; doch glich sich diese Differenz nach einjähriger Beobachtungszeit wieder aus. Interessanterweise wirkte sich aber eine kohlenhydratreduzierte (und fettreiche) Diät auf wichtige Herzrisikofaktoren günstiger aus als eine fettarme Kost: Der Blutspiegel der Triglyceride fiel markant, und jener des «guten» HDL-Cholesterins erhöhte sich leicht. Schliesslich war die Drop-out-Rate unter dem Low-Carb-Regime geringer als in der Vergleichsgruppe.

Eine Low-Carb-Ernährung scheint also durchaus gewisse Vorteile zu bieten. Diäten mit reduziertem Kohlenhydratanteil sollten deshalb nicht länger pauschal verteufelt, sondern in die wissenschaftliche Agenda aufgenommen werden, mahnen angesehene Fachleute wie Walter C. Willett von der Harvard School of Public Health und Sylvan L. Weinberg, der ehemalige Präsident des American College of Cardiology. Noch bleiben freilich viele Fragen offen. Wie wirken sich etwa kohlenhydratreduzierte Diäten längerfristig auf das Körpergewicht und die Blutfettwerte aus? Wie sicher sind sie? Im Fall der extrem proteinreichen Atkins-Diät wird beispielsweise die Sorge geäussert, sie könne langfristig Nieren und Knochen schädigen. Da die erwähnten Vergleichsstudien zudem gezeigt haben, dass sich die beiden Diätformen individuell höchst unterschiedlich auswirken, wäre es denkbar, dass je nach erblicher Veranlagung für die einen «Low Carb», für die anderen dagegen «Low Fat» die beste Lösung bedeutet.

Sibylle Wehner-v. Segesser



Umbau der Nahrungsmittelpyramide - aber wie?
S. W. Wirtschaft und Wissenschaft reagieren mit unterschiedlichem Tempo auf die laufende Low-Carb- Debatte. Die Industrie steigt rasch auf die jüngste Diätwelle ein, indem sie den mit Low- Fat-Produkten übersättigten Markt durch Low- Carb-Produkte bereichert. In den staatlich geförderten Ernährungsgremien verläuft die Reaktion langsamer und besonnener. Anpassungen der generellen Empfehlung einer fettreduzierten und stärkebetonten Ernährung werden hinter den Kulissen zwar diskutiert, doch lässt eine Einigung auf sich warten. Vor allem geht es um die Frage, wie die sogenannten Nahrungsmittelpyramiden im Lichte neuer Erkenntnisse umgebaut werden sollen. Diese Pyramiden führen die optimale Mengenverteilung der einzelnen Nahrungsmittel auf dem Speisezettel bildhaft vor Augen: Von den tiefer, das heisst an der breiten Basis dargestellten Nahrungsmitteln soll viel und von den Nahrungsmitteln der oberen Stufen entsprechend weniger gegessen werden. Sowohl in der Pyramide des US Department of Agriculture (USDA) als auch jener der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung sind gegenwärtig alle Fette und Öle zusammen mit den Süssigkeiten in der schmalen Spitze angesiedelt. Kohlenhydratreiche Getreideprodukte stehen in der USDA- Pyramide gesamthaft zuunterst, in der bei uns geltenden Darstellung dagegen über Obst und Gemüsen auf einer höheren Stufe.

Einzelne Ernährungswissenschafter, denen die offiziellen Mühlen zu langsam mahlen, sind mittlerweile mit eigenen Pyramidenmodellen vorgeprescht. So setzt Walter C. Willett von der Harvard-Universität in seiner «Healthy-Eating-Pyramid» rigoros die wissenschaftliche Evidenz um, nach der weder Fette noch Kohlenhydrate pauschal als gut oder schlecht einzustufen sind. In der breiten Basis dieser Pyramide finden sich ungesättigte Fettsäuren und Kohlenhydrate mit einem niedrigen glykämischen Index (GI), also vor allem Vollkornprodukte. Zuoberst stehen Kohlenhydrate mit einem hohen GI sowie Nahrungsmittel, die wie Butter vor allem gesättigte Fettsäuren enthalten. Selbst wenn hier die Auftrennung von Fetten nach Qualität und Kohlenhydraten nach GI auf die Spitze getrieben wird, zielt dieser Vorstoss in jene Richtung, in der mittelfristig auch die offiziellen Empfehlungen liegen dürften. Zusätzlich steht prominent im Sockel der Willett-Pyramide, was in Ernährungsrichtlinien bis jetzt kaum erscheint: die Aufforderung zu vermehrter körperlicher Aktivität.

www.nzz.ch
 
A

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Re: «Low Fat» oder «Low Carb»?
Die Proteine als Zünglein an der Waage

In der gegenwärtigen Diätdebatte findet die Rolle der Proteine kaum Beachtung. Das mag damit zusammenhängen, dass die Proteine von allen drei Makronährstoffen - den Kohlenhydraten, den Fetten und den Proteinen - mit nur etwa 15 Prozent den geringsten Teil zur Energiebilanz beisteuern. Doch nun warten zwei Zoologen von der Universität Oxford, Stephen Simpson und David Raubenheimer, mit der Hypothese auf, dass gerade die Proteine die Triebfeder der Übergewichtsproblematik sein könnten. In gross angelegten Versuchsreihen untersuchten die beiden Wissenschafter zunächst an Wanderheuschrecken, nach welchen Gesetzen die Tiere die Proportionen der aufgenommenen Nährstoffe optimieren. Erhielten die Tiere ein unausgewogenes Nahrungsangebot, bei dem sie nicht mehr alle Nährstoffe in optimalen Verhältnissen aufnehmen konnten, setzten sie Prioritäten. Für ausgewählte Nährstoffe strebten sie offenbar einen physiologischen Sollwert an, während sie sich bei anderen weniger kritisch verhielten. Je nach Zusammensetzung des verfügbaren Futters kann dieses Verhalten dazu führen, dass die Tiere von manchen Nährstoffen wesentlich mehr oder deutlich weniger aufnehmen, als sie eigentlich benötigten.

Auch bei Wirbeltieren - Fischen, Vögeln und Ratten - hat sich bestätigt, dass bei unausgeglichenem Nahrungsangebot bestimmte Nährstoffe prioritär behandelt werden. In erster Linie «verteidigen» die Tiere dabei die Proteine, fressen also so lange, bis sie eine bestimmte Proteinmenge aufgenommen haben. Bei eiweissreicher Fütterung nehmen sie deshalb die übrigen Makronährstoffe in suboptimalen Mengen auf, bei eiweissarmem Angebot dagegen im Übermass. In letzterem Fall kommt es zu einem Zuviel an aufgenommener Nahrungsenergie.

Sollten die Proteine auch beim Menschen die Rolle eines limitierenden Faktors spielen, prophezeien Simpson und Raubenheimer gewaltige Konsequenzen für die Übergewichtsproblematik, denn unser heutiges Nahrungsangebot ist im Vergleich zu früheren Zeiten alles andere als ausgewogen. Leichter zugänglich als proteinreiche Nahrungsmittel - und zugleich billiger und schmackhafter - sind Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an Kohlenhydraten und/oder Fetten. Wegen ihres geringen proportionalen Anteils an der Gesamtenergie könnten die Proteine dabei eine enorme Hebelwirkung entfalten. Nach Berechnungen der beiden Wissenschafter würde etwa ein Rückgang des proportionalen Eiweissanteils in der täglichen Nahrung um 3 Prozent die in Form von Kohlenhydraten und Fett aufgenommen Kalorien um 32 Prozent in die Höhe treiben. Tatsächlich ist in den USA der Proteinanteil der täglichen Kost seit Beginn der 1970er Jahre von 16,7 auf 15,6 Prozent gesunken. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die aufgenommenen Kalorien um fast 15 Prozent. Auch in einem ersten Pilotversuch mit menschlichen Probanden belegten Simpson und Raubenheimer diesen Zusammenhang zwischen Protein- und genereller Energieaufnahme.

Doch wie wird der Proteingehalt der aufgenommenen Nahrung gemessen? Bei Wanderheuschrecken verändert sich je nach Konzentration der im Blut zirkulierenden Nährstoffe die Empfindlichkeit der Geschmacksrezeptoren, so dass die Tiere nur das «schmecken», was sie gerade benötigen. Bei höheren Tieren einschliesslich des Menschen werden kompliziertere Mechanismen vermutet, die das Verhalten erst mit einer gewissen Verzögerung beeinflussen. Auch Lernprozesse dürften dabei eine Rolle spielen.

Sollte sich der Proteinappetit als heimliche Triebkraft hinter der weltweiten Übergewichtsepidemie erweisen, wie Simpson und Raubenheimer postulieren, hiesse die Schlankheitsdiät der Zukunft weder «Low Carb» noch «Low Fat», sondern «Optimal Prot». Doch verwahren sich die beiden Wissenschafter gegen den Vorwurf, sie propagierten die Atkins-Diät. Der hohe Proteingehalt dieser Diätform mag zwar deren Erfolg erklären, doch wäre nach der neuen Hypothese eine effiziente Gewichtskontrolle schon durch eine minimale Steigerung des Proteinanteils der täglichen Nahrung möglich.

Sibylle Wehner-v. Segesser

www.nzz.ch
 
Interessanter Text,aber mal wieder ne Studie ,die einen nicht wirklich weiter bringt.
Low-fat,low-carb oder halt nur "ausgewogen",ich denke,dass jeder seinen Weg finden muss,wie es im Text steht.
Demnächst wird wieder ne andere Studie auf den Markt kommen.
Einfach genug bewegen und bischen auf die Ernährung achten,dann brauch man so ne Studien nicht.. :D :D

Mfg Del Piero
 
nicht schon wieder :rolleyes: ...


Irgendwann langts auch mal, oder?







Muß man denn mit der Nase drauf gestoßen werden, um zu sehen worauf die Fettleibigkeit heutiger Zeiten beruht?
Den schon genannten Bewegungsmangel laß ich mal außen vor, das ist bekannt.
Ich sehe als Hauptgrund persönlich die Diziplinlosigkeit der Menschen, die immer mehr zunimmt.

Sämtliche Fetten, die ich kenne, sind fett, weil sie ohne Disziplin und Selbstbeherrschung einfach zuviel in sich hineinstopfen. Sogar die, die sich "vernünftig" was die Zusammensetzung der Nahrung angeht ernähren. Es geht einfach nur um die Menge. Die Leute haben keine Selbstbehrrschung und fressen hemmungslos. Das ist das Problem.


Kein Wunder, daß da immer neue Modetrends und propaganda-artig vertretene Ernährungsweisen aus dem Trendland Nr Eins zu uns rüberschwappen. Diese ganzen tollen Neuerfindungen haben nämlich eins gemeinsam: Abnehmen ohne Hunger zu haben. Wer immer zuviel frißt, hat auch Hunger, wenn er die ausreichende Kaloriendosis erhält. Nur halt nicht, wenn er durch spezielle Extrem-Ernährungsweisen kein Hungergefühl entwickelt. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Das funzt bei den fetten Amischweinen deshalb so super, weil sie dabei keinen Hunger haben. Sie müssen keine Selbstbeherrschung aufbringen. Ihre Disziplin wird nicht gefordert. Sie fressen einfach weiter. Sogar das was am Besten schmeckt: Fleisch und Fett.

Daß es wunderbar auch mit der ach so pöhsen, pöhsen "ausgewogenen Ernährung" funktionieren würde abzunehmen, wird immer unter den Tisch gekehrt. Das erfordert ja auch etwas Disziplin. Und die haben die meisten Fettsäcke nicht, erzählt mir was Ihr wollt. Ich hab selbst Augen.



Der ganze low-crap beruht nur auf der Idee, es den Leuten so angenehm und leicht wie möglich zu machen. Damit läßt sich die meiste Kohle scheffeln. Low-carb- Nahrungsmittel werden rein zufällig exakt seit Beginn der Propaganda raffiniert vermarktet und in Massen produziert. Atkins Firma hatte sogar eine kleine Vorlaufzeit in der Produktion eingeplant. Er selbst starb dann übrigens weil er am Herzen zu fett war...




Halten wir fest: Für den langfristigen Vorteil von low-carb gegenüber "ausgewogener Ernährung" fehlen jegliche Beweise (so weit waren wir hier im Board schon zig-mal :rolleyes: ). Für den gesundheitlichen Vorteil "ausgewogener Ernährung" gibt es eine unendliche Zahl an Beweisen. Einige tausend Jahre Zivilisation z.B. Die Lebenserwartungen waren (wenn man die Statistiken von Krankheiten, Kriegen und Katastropehn bereinigt) schon bei den Völkern der Antike und Vor-Antike erstaunlich hoch. Und die haben sich, wie man weiß, "ausgewogen ernährt".

Wenn in ferner Zukunft (wir erleben das alle nicht mehr) einmal die low-carb-Fanatiker allein aufgrund der Ernährung höhere Lebenszeiten erreichen sollten als die "normalen", dann wäre das ein Anhaltspunkt. Aber bis dahin sehe ich keinen Grund, etwas zu ändern, das VERNÜNFTIG betrieben seit Jahrtausenden bestens funktioniert .



Es funktioniert nur nicht bei fetten Freßmonstern, die keine Kontrolle über sich selbst haben. Um es disziplinlosen Menschen leicht zu machen, hat man den ganzen low-crap ja erst erfunden. Und um ein Vermögen mit dieser Unfähigkeit der Menschen zu machen auf sich selbst zu achten.





Disclaimer: Alle krankheitsbedingt Übergewichtigen sind außen vor bei dieser Sache. Und mit fett meine ich auch RICHTIG fett. Mastschweinartig. Und davon laufen ganze Heerscharen rum bei uns. Fängt schon bei den kleinen Pommesfressern im Kindergarten an.

Aber: Wer hemmungslos frißt und fett wird dadurch, unterscheidet sich in meinen Augen nur durch den aufrechten Gang (so er noch dazu imstande ist) vom Schwein. Und selbst Schweine wissen in der freien Wildbahn auf ihre Ernährung und ihr Gewicht zu achten. Fettgezüchtet hat sie - Wer wohl?- der Mensch.



Also laßt mich endlich mit dem low-carb Zeugs in Ruhe und denkt mal nach, wieso das überhaupt zustande kommen mußte.


sam
 
Danke Sam!!
Jedoch wird das die Gesellschaft ein Leben lang beschäftigen...fette Menschen wird es immer geben und somit auch profitgierige neue Ernährungsrevolutionen.
Ich halte es dann doch dauerhaft mit meiner ausgewogenen Ernährung sehr gut aus.
Obwohl... :D

Mfg Del Piero
 
Bitte Del.


Ich finde, Fette die selbstverschuldet fett sind, sollten den vierfachen Krankenkassenbeitrag zahlen müssen. Oder von den Versicherungen rausgeschmissen werden. Leider geht das in diesem scheißliberalen Staat nicht :D . Noch nicht...

Raucher übrigens auch vierfach. Und Säufer. Und noch son paar Spezialisten.



sam
 
Herrlich wie du es immer so in deiner bescheidenen und rücksichtsvollen Art und Weise audrückst..
Es gibt einige Dinge in unserer Politik(Gesundheitswesen),die sch.. laufen,aber das ist ja wieder ein anderes Thema.
Fette Leute(selbstverschuldet) oder Raucher haben natürlich selber schuld,bloß kann man in Amerika ja ordentlich Kohle damit machen ,so zu sein.
Ich hab mir jetzt überlegt mich bei einer bekannten Fastfoodkette fett zu fressen und die dann zu verklagen.Ich sag einfach,ich wusste nicht,dass das Essen hier dick macht.
In Amerika klappt sowas ja auch,also ist doch ne gute Möglichkeit schnell reich zu werden.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich nun in die Nacht und wünsche allen Fetten,Rauchern und Alkoholikern usw. einen schönen Abend.

PS: Das Leben ist dann doch besser ohne eines dieser 3 Übel.

Mfg Del Piero ;) ;)
 
Sowas gehört zum Abnehmen gezwungen, oder aus dem gesetzlichen Versicherungssytem geworfen. Oder geschlachtet. Da werden viele Keto-Jünger von satt. :) :D
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Ok, bei dem Bild wird wenigstens Hantelmann geil. :D



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Ich hab keine Lust, die selbstverschuldeten Krankheiten von solchen Freßmonstern mitzufinanzieren. Da muß sich endlich mal gesellschaftlicher Widerstand regen! :mad:


sam
 
Tenshi schrieb:
Für das erste Bild gehörst du gelyncht :eek: :eek: :eek:
Manchmal muß man schocken, um auf Mißstände aufmerksam zu machen.
Tut mir ja leid, daß ich zu solchen Mitteln greifen muß.


Aber die Menschen der Industriestaaten werden nunmal immer fetter. Deutschland steht den usa da in nichts mehr nach. Kuck Dich doch mal um, wieviel fette Kinder schon durch die Gegend laufen. Ja klar: Di haben alle schlechte Drüsen *g*.

Eigentlich ist es traurig. Und was das die Gesundheitssysteme an Geld kostet... :eek:



Aber schön. Hier für Tenshi als Entschädigung:
 
Sam,
ich verstehe zwar deine Meinung was du damit sagen willst, allerdings finde ich deine Einstellung bzw. Äußerungen den dicken gegenüber doch zu "radikal".

Ich meine es gib echt ein paar extreme Fälle (wie bei mir auch auf der Arbeit).

Aber warum immer gleich so ausfallend den Leuten gegenüber? Du willst doch auch nicht das man über dich herzieht, nur weil deine Oberarme 10 cm dicker sind als bei anderen.(Ok, du hast jetzt niemanden direkt beschimpft oder so, allerdings merkt man dir die exteme Abneigung übergewichtigen Menschen an)

Mir ist das schön öfter aufgefallen (Kinderzeit, Talk-shows :rolleyes: ) das dicke Leute nur auftauchen zu brauchen und schon wettern völlig fremde Leute los und beschimpfen die Dicken teilweise auf Übelste Art, als wären sie Schwerverbrecher :confused: .....dabei kennen sie die Menschen garnicht....ist mir irgenwie völlig unverständlich solange man kein pers. Nachteil davon hab.

Allerdings vertrete ich in anderen Augen auch eine ziemlich radikale Meinung.

Ich fordere, daß Eltern, die ihren STARK übergewichtigen KINDERN, immer noch Hamburger, Torten, Süßigkeiten zu essen geben definitiv ANGEZEIGT werden müssen (von mir aus weg.Körperverletzung).

Dem Kindern werden ja so in unserer Gesellschaft etliche Wege verbaut, ganz zu schweigen in der Pubertät mit wenn´s mit den Mädels losgeht.....

Hört sich auf den ersten Gedanken völlig übertrieben an aber um so länger ich darüber nachgedacht habe, desto klarer bin ich mir im Urteil.

Wenn das Elternhaus mehr darauf achten würde, gäbe es natülich auch weniger Fettleibige, was in ein jedem Interesse liegen sollte.

Ich habe eine Reportage im Tv gesehen über Fette Kinder in den USA.
Damals wurde darüber auch hier im Forum disskutiert.
Ein 12 jähriges Mädchen war schon sooo fett, das es etliche gesundheitliche Probleme hatte (zB. konnte nur noch mit SAUERSTOFFMASKE nachts schlafen).
Kaum kam das Kind aus der Schule (wo es übrigens nur Hamburger und Pommes gegessen hat) ging die Mutter mit ihr zu Mc D. :mad: ...ich konnte es wirklich nicht fassen...... :eek:


so leicht vom Thema abgekommen....
wollte das aber mal so am Rande anmerken
Grüße
Mike
 
Ja Mike. Genau deswegen habe ich es ja auf "selbstverschuldete" und "richtig" Fette beschränkt.

Und ja, gegen die habe ich eine Abneigung, weil mich ihre Hemmungslosigkeit und mangelnde Selbstkontrolle anwidert und indirekt auch finanziell betrifft.


Der Vergleich zu meinen Oberarmen paßt schon allein deshalb nicht, weil die niemandem Kosten verursachen. Im Gegenteil: Meine Lebensweise mit Sport und vernünftiger Ernährung erspart dem System langfristig Kosten. ;)


sam
 
Ihr vergesst leider , dass Fettleibigkeit keine rein physische Krankheit ist sondern auch vor allem psychisch , schon allein die Entstehung.

Man sollte sich leider immer nur ein Urteil erlauben , wenn man etwas Erfahrung mit den ganzen Sachen hat , wenn jetz einer nie Probleme mit dem Gewicht hatte wird er auch nie nur ansatzweise verstehen können was da los ist..

Das hat in 90% der Fällen absolut nix mit Schwäche zu tun , aber wie gesagt scheint man s nur zu verstehen wenn man selbst mal wenigstens ein bisschen betroffen war ..

aber man sollt sich auch überlegen ob man wirklich so radikal drüber urteilen sollte...
 
Okay, das mit der mangelhaften Selbskontrolle ist mir selber auch schon durch den Kopf gegangen.

Jetzt mal wieder auf Job bezogen...bei mir in der Fa. sind auch Leute in der "obersten Etage" die so derbe fett sind, das ich mir denke das die Leute überhaupt nur soweit gekommen sind, da sie in gewisser Hinsicht extreme Diziplin (fängt in der Schule an, Studieren mit Auszeichnung,Betrieb-Lehrgänge usw...) haben, wofür ich einige echt bewundere, andererseits kriegen sie es nicht auf die Reihe ein mindestmaß an Diziplin bei der Ernährung aufbringen und haun sich echt alles rein und wundern sich dann warum sie immder mehr auseinander gehen......ich verstehe es manchmal nicht, vielleich eine art Probleme zu kompensieren??? K.A jetzt wird zu Psycho.

Gruß
Mike
 
Nachtrag

Die Antwort dauerte etwas länger, - ich mußte mir gerade was zu essen machen ;) mampf, *schmatz* war aber auch vorhin beim train.
 
Nein. Ich bleibe da ganz klar bei meiner Meinung. Die habe ich mir mit reichlich Erfahrung gebildet, und nicht ausgedacht.


Den einen oder anderen Mediziner hat man ja auch im Umfeld... ;)
 
A

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Re: «Low Fat» oder «Low Carb»?
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