noch ein kleiner nachtrag zum thema wagner bei anderen gefunden:
Ihr braunen Dumpfbacken,
es ist eure geifernde Freude, euch als Ratten darzustellen; glattrasierter Schädel mit Hakenkreuz. Für mich seid Ihr immer die psychische Realität des Ekels gewesen, so wie ich mich vor der Nagetiergattung ekle. Wenn ich euch Bierbauchtypen bei euren Hakenkreuz-Demos sah, dann fielen mir erzkonservative Erziehungsmaßnahmen ein: Prügelstrafe, Arbeitslager. Aber im Grunde sah ich in euch unästhetische Irrläufer, widerlich, aber nicht relevant.
Ich habe die Nazi-Ratte, den Überträger der Pest, unterschätzt. In ihrem Nest in München fand die Polizei 14 Kilogramm Sprengstoff, 1,7 Kilo hochexplosives TNT, womit man Tausende töten kann. Die Dumpfbacken planten Attentate auf Politiker, jüdische Einrichtungen, Ausländerschulen. [...] Es war alles sehr optimistisch, nun sind die Dumpfbacken da – wie die Pest-Ratten.
Für die Prügelstrafe für Neonazis votierend.
Herzlichst
Ihr F. J. Wagner
Was für ein herzerfrischender Kommentar, der in der Geschichte von BILD längst keinen Einzelfall darstellt. Bereits im Juli 2000 forderte Wagners jüdischer Kollege Jacques Schuster* in einem ähnlich gearteten Kommentar „Maulkorb und Leinenzwang“ für Rechtsextreme, eine Forderung, die dann von DGB-Chef Nord-Chef Peter Deutschland begeistert aufgenommen wurde. In eine von den Gewerkschaften inszenierten Plakatkampagne stellte man daraufhin an einer Hundeleine sitzende Skinheads dar. Die vielgepriesene Menschenwürde und der Anstand blieben wie so oft in der politischen Auseinandersetzung auf der Strecke. Und? Regen wir uns darüber auf? Keineswegs Kommentare wie die von Wagner und Schuster sind die von Zeit zu Zeit vorkommenden eruptiven Ausbrüche wahren demokratischen Denkens gegenüber politisch Andersdenkenden. Die Skinheads sind lediglich das kaschierende Propagandabild, daß verdecken soll worum es dieser aufgehetzten Journaille wirklich geht, nämlich der Verfemung und Verlästerung allen nationalen Denkens. Dies geschieht vor allem dadurch, indem man alles Nationale auf Teufel komm raus in Zusammenhang mit einer jugendlichen Subkultur bringt, die sich zwar als politisches Abschreckungsmittel nutzen läßt, tatsächlich aber noch nicht einmal annäherungsweise jene Gefahr darstellt, wie bestimmte politische Kreise Glauben machen wollen.
Interessant natürlich ist die Wortwahl, die Wagner für seinen Erguß vom 16. September wählte. Ein Julius Streicher hätte ihn für diesen Jargon vermutlich mit Kußhand in die Chefredaktion des STÜRMERS aufgenommen und in der Tat, man ersetze das Wort Nazi durch Jude und man wird sehen, daß die Unterschiede zwischen dieser modernen journalistischen Haßorgie und dem einstigen Antisemitenblatt Nr. 1 bestenfalls gradueller Natur sind, aber vielleicht liegt dergleichen ja in der Familie und F. J. Wagner arbeitet auf diese Weise irgend einen Verwandten auf, der als KZ-Wächter in Auschwitz einen Juden um die Ecke brachte, indem er besoffen vom Wachturm fiel und jenem Reiser vom Stamme Israel, weil dieses nach der offiziellen Sperrstunde noch unterwegs war, genau auf den Kopf. So etwas hat natürlich Folgen, auch wäre Wagner bei weitem nicht der erste in der Bundesrepublik, der auf diese Weise die Vergangenheit der eigenen Sippschaft zwangsbewältigen würde.
Was uns betrifft, so sind wir jedoch lernbegierig. Wir denken uns, was für einen Herrn Franz Josef Wagner gut ist, kann für ein Störtebeker-Netz nicht schlecht sein und wenn dieser meint, im Falle von Leuten unseren Schlages als „Ratten“ sprechen zu müssen, so zetern wir nicht lange herum und nennen ihn und seinesgleichen ersatzweise eben eine Bande von parasitären Läusen, die von der Dummheit der Menschen leben. Keine Frage, daß er und seine Mischpoke uns ebenso Gegenstand „psychischen Ekels“ sind, wie umgekehrt. Schließlich wäscht eine Hand die andere. Und da Herr Wagner so ein großer Freund der körperlichen Züchtigung zu sein scheint, wollen wir gleichfalls nicht zögern, ihm auch auf diesem Weg entgegen zu kommen, indem wir unseren Wunsch aussprechen, daß vielleicht einmal ein weniger gut erzogener Mensch als unsereiner ihn an seinen ausgesprochenen Worten mißt und ihn so vermöbelt, daß seine Kommentarspalte für eine Zeitlang von einem Kollegen übernommen werden muß. ... Beklagenswerterweise sind derlei Wünsche jedoch in der Bundesrepublik nicht unbedingt opportun, sofern sie von Menschen ausgesprochen werden, die auf Herrn Wagners Prügelwunschzettel stehen und so ziehen wir diesen Wunsch natürlich politisch korrekt wie wir sind natürlich wieder zurück, wenngleich wir jedoch in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, daß Gedanken zollfrei sind und stille Wünsche ebenfalls.
*Franz Josef Wagner (59) ist seit Juni 1998 Chefredakteur der BILD-Zeitung sowie der BILD AM SONNTAG. In dieser Funktion folgte er seinem jüdischen Vorgänger Wolfgang Kryszohn. Beim Axel-Springer-Verlag ist er seit 1966 tätig. Bereits während des sogenannten Yom Kippur-Krieges von 1973 zeichnete er sich als Kriegsberichterstatter durch seine prozionistischen Propagandaberichte aus. 1988 wechselte er für eine Zeitlang zum Burda-Verlag, wo er neun Jahre lang Chefredakteur der Illustrierten BUNTE war, einem Blatt, daß dessen geistlose Dümmlichkeit in kongenialem Verhältnis zu seiner Buntheit steht. Gleichzeitig wirkte er an der Schaffung von so volksbildenden Gazetten wie ELLE, SUPER ILLU oder der inzwischen eingegangenen Boulevardzeitung SUPER, dem mitteldeutschen Gegenstück zu BILD, mit.
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