Diabetiker durch BB?

Hojutsu

New member
Hallo Leute,
wie von allen Seiten geraten, nehme ich nach dem Training ca. 1g Zucker pro kg Körpergewicht zu mir.
Soweit ich weiß wird der Zucker durch das von der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin abgebaut, oder? Kann es sein, dass durch diese häufigen "Zuckerschübe" die Drüse überlastet wird und man zuckerkrank werden kann?
Leute die sehr viel Süßes essen, erkranken doch auch häufiger daran.
Was meint ihr dazu?
 
Hi,
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel definiert ist. Man unterscheidet dabei den juvenilen, insulinpflichtigen Typ-I-Diabetes und den Alters- bzw. Typ-II-Diabetes. Der Typ-I-Diabetes entsteht durch immunologische Zerstörung der Inselzellen des Pankreas (=Bauchspeicheldrüse), die das Insulin produzieren und es kommt dadurch zu einem echten Insulinmangel.
Der Typ-II-Diabetes entwickelt sich im höheren Lebensalter und ist durch eine Insulinunempfindlichkeit der Zellen gekennzeichnet, die als Folge anhaltend hoher Blutzucker- und Insulinspiegel meist bei Übergewichtigen entsteht. Die Vorstufe des Typ-II-Diabetes ist die pathologische Glucose-Toleranz.
Typ-I Diabetes, der früher der jugendliche Diabetes, und Typ-II-Diabetes, der auch Alterdiabetes genannt wurde, sind von ihrer Entstehung her ganz unterschiedliche Erkrankungen.
Als Ursache des Typ-I-Diabetes nimmt man heute ein Zusammenwirken von Erbfaktoren, durchgemachten Virusinfektionen und Autoimmunerkrankung an. Die Lokalisation der vererbbaren Merkmale ist bekannt, sie befinden sich auf dem kurzen Arm des Chromosoms Nr. 6 und treten besonders häufig auf, wenn die Patienten spezielle Antigene auf den weißen Blutkörperchen tragen (HLA DR 3 und DR 4). Es gibt allerdings viele Menschen, die diese Erbinformationen tragen und dennoch nicht an Diabetes erkranken. Als auslösende Viren werden Masern-, Mumps-, oder Grippeviren angenommen. Dieser Virusinfekt kann bei bestimmten Personen eine sogenannte Autoimmunreaktion auslösen, bei der der Körper Antikörper gegen körpereigenes Gewebe. Auch Stress kann der Auslösende Faktor sein.

Die Ursache des Typ-II-Diabetes mellitus wird in einer angeborenen oder erworbenen Insulinunempfindlichkeit (= Insulinresistenz) gesehen. Diese Insulinunempfindlichkeit wird durch die in den Industrieländern allgemein vorkommende Überernährung mit einhergehender Fettsucht verstärkt. Die überzureichende Nahrungsaufnahme führt unter anderem zu einem vermehrten Glucoseangebot. Durch die hohe Konzentration an Glucose im Blut steigt auch der Insulinspiegel. Ein dauerhaft hohes Angebot an Glucose, führt zu einem Absinken der Sensibilität und Anzahl der Insulinrezeptoren an den Körperzellen. Wegen der entstandenen Insulinunempfindlichkeit einerseits und dem Glucoseüberangebot andererseits setzt der Körper wiederum mehr Insulin frei, die Inselzellen müssen vermehrt arbeiten. Diese Mehrarbeit führt auf lange Sicht zu einer Erschöpfung der Betazellen. Es entsteht ein Diabetes mellitus Typ-II.
Anzeichen für Diabetes
starker Durst 67-91%
- Mattigkeit, Abgeschlagenheit 64-80%
- vermehrtes Wasserlassen 40-75%
- Juckreiz 20-50%
- Heißhunger 25%
- Sehstörungen 25%
- Infektanfälligkeit 10-15%

Falls Diabetes rechtzeitig erkannt wird ist auch mit Diabetes ein fast normales Leben möglich (messen, spritzen oder eine Pumpe) . Je später sie allerdings diagnostiziert wird um so größer die Gefahr von Folgeschäden (Augenschäden, Fussamputationen etc).
Ich hoffe ich habe Dir nun keine Angst gemacht aber das mit dem 1g Zucker pro KG Körpergewicht nach dem Training halte ich für Quatsch. Eine Banane reicht schon aus um die leeren Speicher wieder aufzufüllen. Zur Not halt 2 Stück.

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Wow, danke für die ausführliche Antwort. Fußamputation hört sich ja wirklich übel an :mad:
Also das mit dem Zucker nach dem Training hab ich von mehreren Seiten gehört, aber meine Füße brauch ich eigentlich schon noch ;)
Naja, vielen Dank für die Info!
 
Hi ,
es hat mir keine Ruhe gelassen mit Deinem hohen Zuckerkonsum nach den Training deshalb komme ich noch einmal zu Deinem Zuckerkonsum nach dem Training.

Die Insulinfreisetzung wird vom Anstieg Deines Blutglukosewertes stimuliert. Steigt der Glukosewert so wird Insulin freigesetzt um die überschüssige Glukose im Blut zu Speichern. Sind nun die Speicher noch relativ voll so wird die Glukose als Fett eingespeichert.
Im Anschluss an ein hartes Training, ich wiederhole noch einmal hartes Training, wenn der Körper die Glukose braucht um die leeren Speicher wieder zu füllen, kann das freisetzen von Insulin einen anabolen Zustand herbeiführen. Der Zucker wird dann mit hohem Tempo in die leeren Muskelzellen transportiert um sie wieder zu füllen. Auch andere Nährstoffe inklusive Aminosäuren profitieren von diesem Prozess und werden ebenfalls mit in den Muskel geschleust.

Eine sinnvolle Gabe nach dem Training kann aus 0,8-1,8g Kohlenhydrate mit hohen GI sein. Kombiniert man diese mit Creatin, Ribose und Eiweis oder Aminos im Verhältnis von 3:1 verstärkt man den Effekt. Glutamin oder flüssige Aminos bieten sich hier an. Die Gabe sollte möglichst flüssig sein, der Zucker am besten Dextrose.(Traubenzucker) Das stellt sicher das die Stoffe recht schnell ins blut gehen und nicht erst im Magen und Darm verdaut werden müssen. Das ganze sollte bis spätestens 15 Minuten nach dem Training geschehen sein.


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Echt nett, dass du dir soviel Mühe machst. Also wenn ich das richtig verstehe, dann KANN es sinnvoll sein, soviel Kohlehydrate (z.B. Traubenzucker) nach dem Training zu sich zu nehmen (du hast geschrieben: "0,8-1,8g Kohlenhydrate mit hohen GI". Ich denke mal du meinst pro kg Körpergewicht, oder?).
Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es zu einem Absinken der Sensibilität und Anzahl der Insulinrezeptoren an den Körperzellen (Textauszug von dir) kommen kann.
Allerdings weiß ich nicht, ob man bei 3 Trainingstagen pro Woche von einem dauerhaft hohem Glucosespiegel im Blut reden kann, oder doch?
 
Klar, ich meine natürlich 0,8-1,8g Kohlenhydrate pro KG/Körpergewicht.
Da nach einem harten Training die Glucosespeicher leer sind ist es wichtig die Prozedur direkt nach dem Training durchzuführen. Sonst solltest Du Dich halt ganz normal ernähren mit nicht so viel sogenannten Einfachzuckern. Diese Einfachzucker werden ja bei vollen Speichern als Fett gespeichert.
Die Tatsache, dass es zu einem Absinken der Sensibilität und Anzahl der Insulinrezeptoren an den Körperzellen kommen kann besteht auch weiterhin.
Aber wie im richtigen Leben, alles was wirkt hat seine Nebenwirkungen. AS,Ephedrin, Anabole Diät und was auch immer.


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Der Traubensaft ist gut. Aber um die Wirkung des Insulins voll auszunutzen solltest Du die Kohlenhydrate (Zucker) am besten in flüssiger Form zu Dir nehmen. Die Bananen gehören zu den Kohlenhydraten mit einem mittleren GI. Das heißt sie müssen erst durch den Magen um dann im Darm in die Blutbahn zu gelangen. Traubenzucker geht direkt ins Blut und wird dann mit hohem Tempo in die leeren Muskelzellen transportiert um sie wieder zu füllen. Nimmst Du gleichzeitig Creatin , flüssige Aminosäuren oder auch Glutamin was ja auch eine Aminosäure ist werden die gleichzeitig mit in den Muskel transportiert. Kannst Du dir vorstellen wie bei einem leeren Schwamm der sich vollsaugt.
 
Insulin ist ein anaboles Hormon. Eigentlich sorgt es dafür das überschüssiger Zucker im Blut als Fett gespeichert wird. Aber wenn die Glycogenspeicher leer sind hilft es durch den hohen Blutzuckerwert, den Du durch die Aufnahme von Zucker herbeiführst, die Nährstoffe in den Muskel zu schleusen.

Ich hoffe das war es was Du wissen woltest?

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Insulin sit ein in den Langerhans-Inseln des Pankreas gebildetes Hormon, das v.a. für die Aufrechterhaltung einer normalen Blutzuckerkonzentration von 3.9-6.4mmol/l verantwortlich ist.

Danaben ist es unter anderem beteiligt an:

In der Leber:
- Induktion der glykolytischen Schlüsselenzyme
- Glykogensynthese
- Proteinsynthese
- Lipolysehemmung
- K+-Transport

Beim Muskelgewebe und Fettgewebe:
- Glykogensynthese
- Glukosetransport
- K+-Transport
- Aminosäuretransport
- Proteinsynthese
- Lipolysehemmung


Das Insulin wirkt dabei jedoch immer und die ausgeschüttete Menge ist von der Menge des resorbierten Zuckers abhängig.

Somit sehe ich immer noch keinen Zusammenhang zwischen der Aufnahmeform der KH und der Insulinwirkung.

Gruss Skyguide
 
Es geht aber um eine möglichst schnelle Aufnahme und da sind die Zucker in Flüssiger Form von Vorteil. Der Glukose- und Aminosäuretransport geht dann schneller weil die flüssigen nicht erst verdaut werden müssen in Magen und Darm. Oder bist Du anderer Meinung. Nicht umsonst heist es Traubenzucker geht direkt ins Blut.
 
@Jürgen
Insulin ist ein anaboles Hormon. Eigentlich sorgt es dafür das überschüssiger Zucker im Blut als Fett gespeichert wird.

Die liegst Du ein bischen falsch.
Das Insulin soll den Blutzuckerspiegel senken, wo die Glucose hin geht spielt primär keine Rolle.
In erster linie werden die Muskelglykogenspeicher+Lebergylkogenspeicher aufgefüllt. Und ein guter Teil wird direkt vom ZNS verbrannt.
Insulin hat nur insofern Beteiligung am Fettaufbau, als das es die Enzyme zur Fettsäurebiosynthese aktiviert. Nur durch die geringe Halbwertszeit von Insulin im Blut ist dieser effekt auch wieder minimiert.
Über einen Fettaufbau entscheidet die ENergiebilanz und kein Hormon !!!

Ach ja, auch gelöster Zucker muß gespalten werden !
Zucker 8Saccharos) ist leider keine ionische Verbundung, sondern erhält beim lösevorgang seine struktur bei.
Also hast Du auch in gelöster fprm die Saccharose, welche gespalten werden muß !
Bei Fruktose und Glucose schaut es anders aus, da dies einfachzucker sind !

Auch flüssige Aminos werden nur schneller gespalten, da die Peptidketten nicht so lang sind.
Es gibt auch lösliche Polypetide, welche eine weit aus längere Zeit zur aufspaltung benötigen als Beispielswise Protein aus Fleisch !

Gruß patrick
 
@ Juergen: Vom Verdauungs-Trakt werden nur lösliche Produkte aufgenommen. Jede Zuckerart muss erst in Einfachzucker gespalten werden, bevor sie den Zellen zur Verfügung steht.

Gruss Skyguide
 
Ok noch einmal.
Wirkung
Insulinsensitive Organe können Glukose nur mit Hilfe des Insulins speichern. Insulin hat im Körper eine vielfältige Wirkung. Fettgewebe, Muskulatur und Leber sind bei der Aufnahme und Verwertung von Glukose auf die Mithilfe von Insulin angewiesen. Es regt den Transport in das Zellinnere an, indem es bestimmte Strukturen in der Zellwand zur Aufnahme der Glukose aktiviert. Diese Organe werden deshalb auch oft "insulinsensitive" Organe genannt
Insulin fördert den Transport von Glukose zu allen Zellen des Körpers.
 Insulin aktiviert in der Leber und in den Muskelzellen Enzyme, die für die Verbrennung von Glukose und die Verarbeitung von Glukose in Glykogen verantwortlich sind.
Insulin sorgt in den Fettzellen für die Aktivierung von Enzymen, die zur Umwandlung von Glukose in Fett notwendig sind.
 Insulin hemmt den Abbau von Fett.
Insulin hat einen wachstumsfördernden Effekt.
Insulin fördert die Bildung von Eiweißen, indem es die Aufnahme von Aminosäuren in die Zellen unterstützt.
 Insulin hemmt in der Bauchspeicheldrüse die Bildung von Glukagon.
 Insulin unterstützt die Versorgung der Zellen mit Mineralstoffen.
Gegenspieler
Glukagon sorgt vor allem in der Leber für eine Freisetzung der gespeicherten Glukose. Wichtigster Gegenspieler für das Insulin ist das Glukagon. Glukagon ist ebenfalls ein Hormon, das in den A-Zellen der Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Seine Hauptwirkung entfaltet das Glukagon in der Leber. Dort sorgt es dafür, daß Glykogen abgebaut wird. Glykogen ist die in der Leber gespeichert Glukose. Auch die Neubildung von Glukose wird durch das Hormon Glukagon angeregt. Diese Mechanismen führen zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels.
In den Zellen des Fettgewebes regt Glukagon den Abbau an. Wird Fett verstoffwechselt, so wird Fett über verschiedene Prozesse rückgeführt in Glukose. So führt auch das zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Auf diese Weise wirkt Glukagon genau entgegengesetzt zu Insulin, das die Speicherung der Glukose bewirkt. Glukagon sorgt für die Freisetzung der Glukose.
Adrenalin regt in sekundenschnelle die Rückführung von Glykogen in Glukose an. Ein weiterer Gegenspieler des Insulins ist das Hormon Adrenalin. Es wird im Nebennierenmark gebildet. Adrenalin fördert die Umwandlung von Glykogen in Glukose und sorgt so für den Abbau der Glukosespeicher. Es hat außerdem die Aufgabe, die Bildung von freien Fettsäuren in den Fettzellen anzuregen. Adrenalin ist auch als Streßhormon bekannt, weil es in sekundenschnelle die Herz-Kreislauf-Funktion, Nerven und Gehirn in Alarmzustand versetzen kann.
Cortison wirkt langsamer. Das in der Nebennierenrinde produzierte Hormon Cortison ist ebenfalls ein Gegenspieler des Insulins. Im Prinzip wirkt es genau wie das Adrenalin auf den Kohlenhydratstoffwechsel ein. Es ist dabei aber wesentlich langsamer. So gesehen wirkt es dem Streß entgegen. Cortison wirkt im ganzen Körper entzündungshemmend.



Bei Fruktose und Glucose schaut es anders aus, da dies einfachzucker sind !
Und zu was zählt Traubenzucker dann Deiner Meinung nach? Den sollst Du in flüssiger oder gelöster Form nach dem Training zu Dir nehmen. Die Aminosäuren werden sozusagen mitgerissen bei dem Spielchen.
 
@Juergen: Sorry aber ich versteh hinten und vorne nicht was du uns da eigentlich so mega umständlich zu erklären versuchst.
Hier sind ja alle dafür nach dem Training die Glykogenspeicher schnellstmöglich wieder aufzufüllen.
Und das Thema "mitreissen von Aminosäuren" lässt sich ja wohl wieder auf die gleichen Studien zurückführen, die uns seit Tagen im Ernährungsforum zu Gemüte geführt werden. Ist wohl gerade hip ?

Gruss

Skyguide
 
Eigentlich beschreib ihr alle dasselbe, nur versteht einer den anderen nicht!? :confused: Ich denke, die Funktion v. Insulin bzw. Glukagon ist jetzt klar. Aber was ist die Schlußfolgerung aus dem Gesagten??

jeckyll
 
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