1.) Wieso soll man das Training in mehrere Zyklen aufteilen?
Soll man nicht, sondern KANN man.
Irgendwann kommt JEDER, bei gleichbleibenden Trainingsparametern an einen Punkt der Stagnation, d.h. man kann die Trainingsgewichte nicht mehr weiter steigern, was aber einfach notwendig ist, um weiter zu wachsen.
An diesem Punkt ist Abwechslung nötig, um dem Körper wieder einen neuen Reiz zu geben.
Das kann man auf versch. Wegen erreichen, z.B. Übungswechsel, Änderung der Übungsreihenfolge, Wechsel der Wdh.-Bereiche, also zyklisches Training u.s.w.
Es gibt viele versch. Möglichkeiten und das Planen des Trainings in Zyklen ist eben nur eine davon.
Natürlich ist es besser, schon vor einem evtl. Stagnationspunkt sein Training umzustellen.
2.) Wo liegen die Vorteile der verschiedenen Trainingszyklen?
Der Vorteil, neben dem o.g. neuen Reiz, ist ganz klar das Training in versch. Belastungsbereichen.
Da alle Belastungsbereiche mehr oder weniger miteinander zusammenhängen bzw. sogar aufeinander aufbauen, macht es Sinn, die einzeln Belastungsbereiche direkt anzugehen.
z.B. sorgt ein Training mit wenigen Wdh. (3-1 Wdh.) für eine Verbesserung der intramuskulären Koordination, d.h. die vorhanden Muskeln werden darauf trainiert effizienter zu arbeiten, die Geist-Muskel-Verbindung wird perfektioniert, was sich dann natürlich auch auf das Training mit höheren Wdh.-Zahlen auswirkt, da
a)die Muskulatur effizienter arbeitet und
b)der Körper vom Training mit wenigen Wdh.-Zahlen schwere Gewichte gewohnt ist,
wodurch man auch bei höheren Wdh.-Zahlen schwerere Gewichte verwenden kann, was dann wieder zu mehr Muskeln führt.
Mehr Muskeln im Training mit wenigen Wdh.-Zahlen, bedeuten mehr Masse die auf Effizienz trainiert werden kann, was dann letzendlich zu mehr Kraft führt.
Alle Bereiche hängen irgendwie miteinander zusammen, auch der Kraftausdauerbereich, da eine hohe Kraftausdauer auch Vorteile in den anderen Belastungsbereichen bringt.
3.) Gibts evtl. Nachteile, wenn man nicht in Zyklen aufteilt?
Klar, es entgehen einem die Vorteile des zyklischen Trainings.
4.) Ich trainiere nie Maxkraft. Ist das schlimm?
Nein, aber ab und an solltest du auch mit wenigen Wdh.-Zahlen trainieren, wobei für einen Bodybuilder 6-4 Wdh. völlig ausreichend sind, da bei diesen Wdh.-Zahlen auch schon eine Verbesserung der intramuskulären Koordination erzielt wird.
5.) Ich trainiere sechs Wochen HT mit abfallendem Gewicht zu acht Wiederholungen in vier Sätzen. Dann zwei Wochen KA mit abfallendem Gewicht zu 20 Wiederholungen in vier Sätzen. Ist das in Ordnung?
Kann man so machen, viele Wege führen nach Rom, wobei ich an deiner Stelle ab und an, wie oben schon erwähnt, auch mal mit 6-4 Wdh. trainieren würde.
6.) Was wäre, wenn man immer nur so trainiert, dass man bei acht Wiederholungen liegt?Ohne KA und Maxkraft!
Entscheidend ist immer das jeweilige Ziel.
Das Training muß immer zielgerichtet sein.
8 Wdh. sind Hypertrophie, also Muskelaufbau.
Wenn Muskeln das Ziel sind, ist ein Training mit 8 Wdh. auf jeden Fall zielgerichtet.
Früher oder später wird man bei gleichbleibenden Übungen und gleichbleibend 8 Wdh. an seine Grenze stoßen, stagnieren.
Jetzt muß man ein oder mehrere Parameter in seinem Training ändern, damit es wieder weitergeht.