Warum Kaffee ans Herz geht

Polynomstapler

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Warum Kaffee ans Herz geht

Forscher: Das Getränk steigert die Menge von Entzündungsbotenstoffen und könnte so Herzkrankheiten begünstigen


Schon zwei Tassen Kaffee pro Tag können die Menge so genannter Entzündungsmarker im Blut erhöhen. Darauf deuten die Ergebnisse griechischer Wissenschaftler hin, die den Zusammenhang zwischen Kaffee-Konsum und den bei einer Entzündung gebildeten Substanzen untersucht haben. Demnach sind die Entzündungswerte bereits ab einer Kaffeeration von mehr als einem Becher täglich deutlich erhöht. Dieser Effekt erkläre möglicherweise, warum Kaffee häufig mit der Entstehung von Herzkrankheiten in Verbindung gebracht werde, schreiben die Forscher um Antonis Zampelas von der Harokopio-Universität in Athen in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition (Bd. 80, S. 862).

Die Wissenschaftler befragten 3.000 Freiwillige zu deren Ernährungsgewohnheiten. Anschließend untersuchten sie Blutproben der Probanden auf Substanzen, die ins Blut abgegeben werden, wenn irgendwo im Körper eine Entzündung vorliegt. Diese so genannten Entzündungsmediatoren stehen im Verdacht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen auszulösen.

Bei Probanden, die jeden Tag mehr als 200 Milliliter Kaffee zu sich nahmen, fanden die Forscher deutlich erhöhte Werte nahezu aller Entzündungsmarker. Dieser Zusammenhang war unabhängig von anderen Faktoren, die an der Entstehung von Herzkrankheiten beteiligt sein könnten wie Alter, Geschlecht, Körpergewicht und Rauchgewohnheiten.

In mehreren älteren Studien war Kaffeegenuss mit Herzproblemen in Verbindung gebracht worden. Dieser Zusammenhang könnte durch die neuen Ergebnisse erklärt werden, schreiben Zampelas und seine Kollegen. Andere Studien hatten jedoch keinen vergleichbaren Effekt gezeigt. Daher planen die Wissenschaftler nun, den direkten Zusammenhang von Kaffee und Herzkrankheiten zu untersuchen.

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hm. beschäftigst du dich irgendwie spezifisch mit dem thema kaffee? deinen avatar hab ich neulich schonmal bei dir gesehen. ist ja eher ungewöhnlich ;)

aber diese versuche mit freiwilligen... da richtig sichere, saubere erhebungen machen ist in der heutigen welt unmöglich. dementsprechend sind die ergebnisse mit vorsicht zu genießen.

ich trinke keinen kaffee mehr, da koffein ne droge ist - bzw sein soll ;) hat wohl nichts im körper verloren. leute, die morgens nicht ohne ihren kaffee können, sind ja auch nur süchtig. sorry etwas OT
 
Ich hatte auch lieber ein anderes Design in Form einer placebokontrollierten, randomisierten, dreifachblinden, prospektiven Studie mit standartisierten Darreichungsformen und -Schemas. Aber es ist ja nicht so, dass dies etwas völlig neues wäre. Insofern kann man der Studie vertrauen, denk ich.
 
dreifachblind? hehe, das kannte ich noch nicht. ich wollte auf etwas anderes hinaus.

1. du kannst bei 3000 leuten die individuellen ausgangssituationen nicht erfasssen. wer weiß, ob jemand nicht auch ohne die gabe von kaffee später krank geworden wäre (bzw symptome zeigt usw)...

2. du kannst bei 3000 leuten (auch bei weniger nicht) die möglichen inputfaktoren nicht erfassen (genetische veranlagung, umweltgifte, wohngifte, zufälle, mutationen, andere umwelteinflüsse usw bedingt durch andere wohnorte, lebensstile, interaktionen mit menschen). ist einfach alles zu komplex. es ist schließlich nicht möglich, diese 3000 leute sagen wir 10 jahre lang in ein großes versuchslabor zu stecken, wo sie 24/7 beobachtet werden, man genau kontrolliert was wo und wann in das labor reinkommt usw.

das muss aber nicht heißen, dass die studie wertlos ist usw. wollte das nur mal etwas problematisieren. denn wenn es nach irgendwelchen studien ginge, wer dürfte heute dann noch was essen? wer dürfte das risiko eingehen, mal in nem stau zu stehen? usw.

aber zurück zum kaffee, will dir deinen thread nich versauen! :(
 
Ab 200ml war eine Erhöhung festzustellen? Oder hab ich mich verlesen?

Laß mal sehn... ein Espresso: 7ml. Einen morgens, einen nach dem Essen, einen um fünf Uhr, einen vorm Schlafengehn, bis zu drei zwischendurch... das macht...*grübel*... maximal 49ml. Juhuu! :D


Allerdings...
Weiß jemand den durchschnittlichen Koffeingehalt von Espresso (Ristretto)?


sh
 
@Cypher

Dreifachblind bedeutet, dass weder die Probanden, noch die Prüfer, noch die an der Biometrie und Auswertung beteiligten nicht wissen, wer placebo und wer Medikation bekommen hat.

>1. du kannst bei 3000 leuten die individuellen ausgangssituationen nicht erfasssen. wer weiß, ob jemand nicht auch ohne die gabe von kaffee später krank geworden wäre (bzw symptome zeigt usw)...

>2. du kannst bei 3000 leuten (auch bei weniger nicht) die möglichen inputfaktoren nicht erfassen (genetische veranlagung, umweltgifte, wohngifte, zufälle, mutationen, andere umwelteinflüsse usw bedingt durch andere wohnorte, lebensstile, interaktionen mit menschen). ist einfach alles zu komplex. es ist schließlich nicht möglich, diese 3000 leute sagen wir 10 jahre lang in ein großes versuchslabor zu stecken, wo sie 24/7 beobachtet werden, man genau kontrolliert was wo und wann in das labor reinkommt usw.

Genau aus diesem Grund macht man ja zwei Gruppen. Aber du hast natürlich recht, besser wäre es, die Probanden zufällig auf die Gruppen (randomisierung) zu verteilen. Insbesondere ist das Problem auch, dass man u.U. bestehende andere Unterschiede in der Lebensweise zwischen den 2. Gruppen diskontieren muss, damit die Korrelation auch ein starkes Indiz auf Kausalität gibt. Die Forscher haben dies zwar mit statistischen Methoden gemacht. Trotzdem wäre eine randomisierte Studie besser.

@Sam Hain

Expresse hat soweit ich weiss etwa 85mg Coffein. 200ml Coffee entsprechen etwa 100mg Coffein. AFAIK.
 
bin etwas skeptisch was den Zusammenhang von erhöhten Entzündungswerten mit Herzkrankheiten zu tun hat.
ein Intensives BB-Training hat auch erhöhte Entzündungswerte durch die Microverletzungen und damit Entzündungsprozesse im Muskel zur Folge. Bin ich jetzt durch Sport auch Gefährdet ?
Ebenso sieht man an diesem Beispiel wieviele gründe es für erhöhte Entzündugnswerte gibt, wer weiss was die Patienten noch für Gewohnheiten haben die dies Verursacht haben könnten.
 
Aus der besagten Studie (Einleitung) erlaube ich mir einen kurzen Ausschnitt wiederzugeben.

"Introduction

Studies have suggested that low-grade systemic inflammation participates in the pathophysiology of obesity, insulin resistance, ischemic heart disease, metabolic syndrome X, and abnormal coagulation process (1–6). [...]

1 Piek JJ, van der Wal AC, Meuwissen M, et al. Plaque inflammation in restenotic coronary lesions of patients with stable or unstable angina. J Am Coll Cardiol 2000;35:963–7.[Medline]
2 Libby P. Inflammation in atherosclerosis. Nature 2002;420:868–74.[Medline]
3 Das UN. Obesity, metabolic syndrome X, and inflammation. Nutrition 2002;18:430–2.[Medline]
4 Das UN. Is metabolic syndrome X an inflammatory condition? Exp Biol Med 2001;227:989–97.
5 Das UN. Is obesity an inflammatory condition? Nutrition 2001;17:953–66.[Medline]
6 Das UN. Lipids that matter from infant nutrition to insulin resistance. Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids 2002;67:1–12.[Medline] [...]"

Inwieweit eine Kausalität zwischen Entzündungsmarkern und Herzkreislaufkrankheiten bewiesen ist, weiss ich nicht. Ich habe momentan auch keine Zeit, dem nachzugehen. Mit Hilfe der oben erwähnten zitierten Publikationen kommst du aber sicher der Antwort auf die Spur.

Unter Kaffeekonsum signifikant erhöht waren CRP, IL-6, TNF alpha, Amyloid A und WBC (Leukos). Zumindest der IL-6 Level steigt nach dem Training sehr steil an, kehrt aber meineswissens auch sehr schnell zu baseline zurück. Dies scheint im übrigen die mit Sport verbundene Müdigkeit zumindest teilweise mitzuverursachen. Wie sich die anderen Entzündungsparameter verhalten, weiss ich nicht.

Sport dürfte aber andere molekulare Mechanismen haben, die eventuelle negative Auswirkungen durch erhöhte Entzündungsmarker mehr als kompensieren.

Gruss
Poly
 
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