Übertraining @Comeback

jeckyll

New member
Und andere, die es auch interessiert:

Zusammenfassung

Persistierende psycho-physische Leistungsminderung bei chronischer Überlastung wird als ultimative, negative Feedback–Regulation zur Schadensbegrenzung verstanden. Chronische Überlastung verursacht u.a. ein sportartspezifisch, individuell unterschiedliches Muster „metabolischer, nicht-metabolischer, hormoneller, immunologischer und neuronaler Fehlersignale“, deren Integration und Koordination im neuronalen Netzwerk des Hypothalamus erfolgt. Konsequenzen können Inhibition ergotroper, efferenter, sympathoneuronaler, -adrenaler,
thyroidaler, somatotroper, gonadotroper und neuronaler Achsen sein.
Die adrenocorticotrope Achse wird nach derzeitigem Stand biphasisch reguliert, d.h., Aktivierung im Früh-, bzw. Hemmung im Spätstadium der Überlastung. Der Downregulation verschiedener Achsen geht nach derzeitiger Vorstellung überlappend ein individuell und sportart-spezifisch differenziert ausgeprägtes Defizit beta-adrenerger, neuromuskulärer, myofibrillärer und energetischer Kapazität der überlasteten Muskulatur voraus. Verschiedene Studien weisen unter hoher metabolischer Belastung auf einen Abfall des zirkulierenden Fettgewebehormons Leptin als bedeutsames, hormonales „Fehlersignall, hin. Dies deutet auf eine negative Triglyzeridbilanz infolge langdauernder β 3 - Adrenorezeptoren-
Stimulation hin. Ein Wiederanstieg des zirkulierenden Leptins
wird bei suffizienter Regeneration beobachtet. Erniedrigte Leptinspiegel bedingen u.a. eine erhöhte hypothalamische Neuropeptid-Y-Aktivität mit Inhibition neuroendokriner Achsen, ausgenommen adrenocorticotrope Achse im Frühstadium. Inhibition von gonadotroper Achse, aber auch supplementär von thyrotroper und somatotroper Achse, und ExzessCortisolspiegel können u.a. in defizitärer Spermatogenese und Abfall des Sertolizell-Hormons Inhibin B, (Granulosazellhormons bei
Frauen; selektive Hemmung der FSH-Freisetzung), resultieren.
Während suffizienter Regeneration kommt es zum Wiederanstieg von Inhibin B. Leptin und Inhibin B repräsentieren „modellhaft“, neben ihren parakrinen Eigenschaften, einen bedeutsamen afferent-endokrinen Schenkel eines Regelkreises zwischen „peripheren“ Geweben und Hypothalamus, dem „höchsten“ Integrations- und Koordinationszentrum des
Organismus.
Schlüsselwörter: Überlastung, Hypothalamo-hypophysäre Achsen,
Leptin, Inhibin B, Neuropeptid Y.


Den vollständigen Text als pdf gibt´s hier:

http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/images/heft07800/a02_07800.pdf


jeckyll
 
:D und wieder ein Beispiel, wie man einen Text möglich unverständlich schreiben kann :D

Gruss Skyguide
 
Stimmt.:D
Habe ihn bewußt unverändert und "unübersetzt" übernommen, da der Sachverhalt ein komplizierter ist. Deswegen habe ich auch nur den abstract reingestellt, nach dieser schwer verdaulichen Kost kann jeder entscheiden, ob er sich das Gesamtwerk zu Gemüte führen will.
Wenn gewünscht, übertrage ich die Kernaussagen gerne in verständliches deutsch.;)

jeckyll
 
ha!
zumindest ich waere an einer "leicht verdaulichen" uebersetzung interessiert. :)
es wuerden schon die schluesselelemente bzw. kernaussagen reichen ... hoffe ich mal.

mfg,
kugel
 
@ Defi,
vielen Dank erst einmal habe mich natürlich auch selber noch weiter informiert. Bezüglich eines eventuell zu hohen Cortisolspiegels hat sich PS (jeckyll weiß Bescheid) in Dosen von 300 mg/Tag - nach wissentschaftlichen Untersuchungen bewährt (bei Bedarf stelle ich dir den Link zur Verfügung). Kann ich dann einen ExzessCortisolspiegel (dein Zitat: können u.a. in defizitärer Spermatogenese und Abfall des Sertolizell-Hormons Inhibin B) und Leptinspiegel bei einer Blutuntersuchung (speziell bestimmte Hormonwerte) feststellen bzw. von einem Arzt auch richtig bewerten lassen? Wie du mir bereits mitgeteilt hast ist das mit den Blutwerten ja auch nicht so ganz das wahre.
Bezogen auf mein dir mir bekanntes Interesse wäre es schon einfacher wenn ich deinen Text besser verstehen könnte.
 
@Comeback

Die Excess-Cortisol Freisetzung wird als Reaktion auf reduzierte Glykogenvorräte gedeutet, also eine Akutreaktion. Selbige ist mit ausreichender KH-Zufuhr anzugehen und eher unkritisch.
Eine reduzierte ACTH Freisetzung wird entweder mittels eines Tagesprofils bestimmt (mehrere Abnahmen über den Tag verteilt) oder durch einen sog. CRH-Test, bei dem das Corticotropin Releasing Hormon verabreicht und die darauf folgende ACTH Freisetzung bestimmt wird.
Bzgl. der Leptinbestimmung müßte man erstmal ein Labor finden, das diese Bestimmung durchführt.
Eine korrekte Interpretation ist schwierig, bes. da Untersuchungen diesbezüglich an Hochleistungssportlern durchgeführt wurden und die Ergebnisse nur bedingt auf "normale" Sportler übertragbar sind. Zu fragen wäre z. B., ob die Reduktion der betrachteten Serumspiegel bei "Normalen" ebenso stark ausfällt wie bei Hochleistungssportlern.
Ich würde einen Übertrainingszustand, nach Ausschluß einer organischen Ursache für die beklagten Beschwerden, über die Symptomatik diagnostizieren. Es ist aber nicht so einfach jemand zu finden, der Erfahrung damit hat.

Ich werde das für morgen mal in verständliche Worte packen.

jeckyll
 
Hey jeckyll,
also an mangelnder KH-Zufuhr kann es definitiv nicht liegen, da achte ich schon sehr genau drauf. Organische Ursachen sind ebenfalls auszuschließen, ist alles abgeklärt.
Weißt du, ob man PS auch in Apotheken bekommt oder als sonstiges Nahrungsergänzungsmittel (außer BMS). Wichtig ist natürlich auch die Herstellungsweise. Ist die Herstellung aus Soja heute normal oder wird es teilweise nach wie vor aus Rinderhirn hergestellt? Den Effekt bezogen auf das Muskelwachstum bezweifele ich ebenfalls aber der interessiert mich diesbezüglich auch nicht. BMS empfiehlt eine Dosierung von 800 mg/Tag. Das finde ich eigentlich schon ziemlich hoch.
Was hälst du von den Links die ich dir mitgeteilt habe?
 
@Jeckyl: Hier meine Ein-Satz-Version des Textes.

Chronische Überlastung führt zu einer ultimativen Schadensbegrenzungs-Reaktion, die individuell ist und alle durch den Hypothalamus gesteuerten Systeme betrifft ;).

Gruss Skyguide
 
@Skyguide

So kann man es kurz zusammenfassen. :D
Und so etwas länger:

Neue Studien beschäftigen sich mit der Signalübermittlung vom Gewebe zum ZNS. Hier scheint das Leptin eine modulierende Rolle zu spielen. Das Leptin wird vom Fettgewebe freigesetzt.
Es gibt eine hormonelle Verbindung hierdurch zw. Fettstoffwechsel und der Aktivität versch. hormoneller Regelkreise. Ein Leptinabfall hat im Tierexperiment den Appetit gesteigert sowie die Ausschüttung v. ACTH und nachfolgend Cortisol. Gehemmt wurden die Ausschüttung v. Hormonen, welche auf die Keimdrüsen, Schilddrüse, die Sekretion von Adrenalin, Wachstumshormon einwirken. Diese Konstellation findet man auch im Frühstadium des Übertrainings. Über diese Regulation erklärt sich auch der Zusammenhang zw. Überlasteter Muskulatur und zentraler Ermüdung.
Das 2-Phasen-Modell des Übertrainings beschreibt eine Frühphase mit peripheren Mechanismen (hierunter fallen die sog. Übertrainings-Myopathie, als „Muskelkrankheit“ mit Steifigkeitsgefühl, allg. Muskelbeschwerden) und eine Spätphase mit zentralen Mechanismen (hierzu zählen eine verminderte Erregbarkeit des Alpha-Motoneurons, sowie der Hemmung versch. hormoneller Achsen zw. Hypothalamus-Hypophyse-peripheres Organ -> Hoden, Schilddrüse, Nebennierenrinde...).
Zur Übertrainings-Myopathie ist zu sagen, dass diese ihre Ursache in Exzess-Cortisol-Spiegeln hat, welche bei chronischer Belastung beobachtet wird. Und diese als Folge reduzierter Glykogenvorräte.
Die Frage ist zur Zeit, wie die Zelle die Information reduzierter Glykogenvorräte an Hypothalamus/Hypophyse weitermeldet. Ein bisher unbekanntes Protein wird postuliert, u. U. sogar eine Form des Leptins, welches von der Muskelzelle gebildet wird.
Hormonspiegel im Einzelnen:
Verminderung von CRH/ACTH/Cortisol. (Hierbei in der Frühphase Erhöhung der genannten Hormone)
Verminderung von GnRH/LH/FSH/Testosteron. (nach primärem Anstieg von FSH durch Abfall von Inhibin)
Verminderung von GhRH/Wachstumshormon
Verminderung von TRH/TSH/Schilddrüsenhormone
Primär erhöhte, dann verminderte Adrenalinfreisetzung.

In der Summe könnten Leptin und Inhibin als eine Art biochemisches Trainingsmonitoring darstellen. Der individuelle Faktor ist aber hier nicht miteinbezogen, deswegen nur unter Vorbehalt und zu Studienzwecken einsetzbar.


@Comeback

Den Preventnetwork-link kannte ich, den 3Sat-link noch nicht.
Die Herstellung aus Rinderhirn wird nicht mehr praktiziert (zumindest nicht offiziell). Zu bedenken ist, daß die Studien mit aus Rinderhirn extrahiertem PS durchgeführt wurden.
Probiers mal hier, ist aber nicht ausschließlich PS enthalten:

http://www.vitaviva.com/tysk/index2.../shop/shop.asp?topkategori=1&underkategori=24

Das hier kennst Du wahrscheinlich:

http://www.ssb2000.de/4.htm

Generell in Apotheken bekommst Du es nicht. Manche haben es. Hier ein Beispiel:

http://www.apotheke-neunkirchen.at/content/info.htm

800mg/Tag finde ich auch zu hoch, wenn Du es versuchen willst, sind 300mg/Tag ausreichend.


jeckyll
 
@jeckyll:
grosses danke fuer die uebersetzung - somit konnte sogar ich verstehen worum es geht. :)
wenn's nicht so viel arbeit waere und ich extrem unverschaemt waere wuerde ich dich ja bitten saemtliche vorhandene/nachfolgende "unverstaendliche" texte fuer meinereins in verstaendliche sprache zu uebertragen ....

aber zum glueck bin ich ja nicht extrem unverschaemt.:D

mfg,
kugel
 
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