Täglich Joggen

momo1

New member
Ich jogge täglich, manchmal 30 manchmal 50 Min., ich bin 52 und weibl. Jetzt habe ich gehört, daß ich meinen Körper damit überanstrenge und ein paar Ruhetage einlegen soll, ist das richtig?
Vielen Dank im voraus für Eure Antwort.
Gruß
Momo
 
A

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Re: Täglich Joggen
Das kommt drauf an.

Man jeden Tag joggen ohne sich zu überanstrengen. Es kommt wie so vieles auf die Intensität an. Wenn ich jeden Tag einen intensiven 10km Lauf hinlegen würde, könnte ich das sicherlich nicht lange durchhalten und ich würde auf die Dauer auch immer langsamer, weil ich meinem Körper keine Zeit zum Regenerieren gebe.

Wenn man aber im lockeren Tempo joggt, spricht nichts dagegen.

Gruß

Carsten
 
Yeah, ich kann Carsten nur zustimmen. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass ich von Ruhetagen durchaus auch profitiere, weil ich dann an dem Tag danach ( nach dem RT ) vielleicht eine Strecke oder ein Tempo bewältige, dass ich mit täglichem Training nicht geschafft hätte.
Habe auch mal gelesen, es wäre besser, 3-4 x pro Woche 10 km zu laufen als täglich 5 km (? kann das leider nicht untermauern )
Naja, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, ich bin bestimmt 3 Monate lang mal fast tägl. 6 km gelaufen, fast immer die gleiche Strecke- und konnte mich kaum steigern.
Jetzt laufe ich 3-4 x pro Woche zwischen ca 7 und 10 km und habe schon das Gefühl, dass mir das mehr bringt. Ist aber eine subjektive Sache... ( mal abwarten, was die Profis so dazu sagen! )
Weiterhin viel Spaß, Yola
 
hier die Untermauerung:

Hallo Yola,

es dauert immer etwa 2 Minuten, bis der aerobe Stoffwechsel "anspringt" (einfacher ausgedrückt: bis der zusätzlich eingeatmete Sauerstoff in den Muskelzellen auch ankommt und verarbeitet wird). Diese ersten 2 Minuten werden anaerob (ohne Sauerstoff) überbrückt und bilden die sog. "Sauerstoffschuld", die nach Belastungsende wieder "abgeatmet" wird.

Läufst du sechsmal 30 Minuten pro Woche, sind von den 180 min Gesamtzeit also 12 min kein für den aeroben Stoffwechsel wirksames Training, also 6,67%. Bei dreimal 60 min sind es nur 6 min, also 3,33%. Der trainingswirksame Unterschied ist natürlich bei kürzeren Einheiten noch größer, eine Studie untersuchte den Unterschied von "an 5 Tagen pro Woche 30min" mit "an 5 Tagen pro Woche je dreimal 10min". Der Unterschied zeigte sich nicht so sehr in "Äußerlichkeiten" wie Körperfettanteil, Herzfrequenz oder Joggingtempo, sondern in der Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme VO2max.

Ansonsten schließe ich mich meinen Vorpostern an, und momo tut ja schon das Richtige: sie läuft unterschiedlich lange Strecken. Wenn man abwechselnd 50/30 Minuten läuft, gibt es ja einen Wechsel von "Belastung" und "Erholung", im Gegensatz zu 40 Minuten täglich. Wenn du ein bisschen fitter bzw. schneller werden willst, kannst du auch mal stärker variieren, vor allem im Tempo. Beispielwochen:

30 - 50 - 30 - 50 - 50 - Pause - 30
30 - 50 - 50 - Pause - 30 - 30flotter - Pause
30 - 30flott - Pause - 50 - 30 - 50 - 50

oder später eine "km-Woche" mit einer "flotten Woche" abwechseln:

30 - 50 - 50 - 30 - 50 - 50 - 30
30flott - Pause - 30 - 30flott - Pause - 30flott - 30

Gruß

chianti
 
Für Tempoläufe

habe ich eine flache Strecke mit dem Fahrradtacho ausgemessen, ebenso die 35km-Strecke für die Marathonvorbereitung, außerdem ein Stück Feldweg auf der Waldlaufstrecke. So kann ich über die Zeit etwa abschätzen, wieviel km die Gesamtstrecke im Wald ist, auf 1 oder 2 km kommt es mir da nicht drauf an.

Gruß

chianti
 
Vielen Dank

Hallo Chianti,
vielen Dank für Deine Tips! Puh, ich muß zugeben, Du forderst einen mit Deinen Plänen ganz gut... Naja, ich muß zugeben, ich bin eher so der Genußläufer, ich messe weder Zeit noch Strecke ( habe da nur so grobe Werte ) und laufe einfach so lange, wie ich mich damit gut fühle, das ist halt mal mehr oder mal weniger... mal schneller oder ziemlich langsam, nach Tagesform sozusagen.
Mir fehlt es auch am nötigen Ehrgeiz, ehrlich gesagt, ich habe zwar schon bei Volksläufen mitgemacht, aber die Zeit war mir dabei ziemlich "wurscht", und irgendwie mag ich keine genauen Trainingspläne ( wie z.B. in der Runners World), so mit genauen Pulswerten ( 70 % der max. Herzfr. ) etc. Ist mir immer alles zu kompliziert.
Aber wenigstens habe ich jetzt die Gewißheit, dass ich auch jeden Tag laufen kann, wenn mir danach ist...
Habe allerdings auch immer das Gefühl, je mehr Tage ich hintereinander trainiert habe, um so schwerer werden meine Beine... ( oder ist das pure Einbildung? )
Vielen Dank übrigens für Deine netten Postings, finde ich immer sehr lehrreich!
Etwas müde Grüße, Yola
 
wen "fordere" ich?

Die, die nach einem Plan fragen und ihren Leistungsstand posten, bekommen von mir Ratschläge, die IMHO ihrer Fähigkeit entsprechen. Für andere können sie nur ein Beispiel sein, aber keine direkte Orientierung! Jemand, für den eineinhalb Stunden joggen das Maximum darstellt, der ist mit Marathonplänen, die 35km-Läufe enthalten, natürlich überfordert!

Du machst es genau richtig - würden alle so nach Lust und Laune laufen, gäbe es weniger Zwangsgestörte ... Trainingssteuerung nach Gefühl ist die beste Möglichkeit, auf seine Tagesform zu reagieren! Schwere Beine sind keine Einbildung, sondern ein Zeichen für Ermüdung und Erschöpfung (z.B. durch leere Glykogenspeicher, aber nicht nur!) - der Körper verlangt eine Ruhepause bzw. Regenerationsphase.

Gruß

chianti
 
A

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Re: Täglich Joggen
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