Ziele der Schroth-Therapie sind primär eine stabilisierung der WS zu erreichen, also es wird versucht, den aktuellen Stand der Verkrümmung zu "erhalten" und es soll verhindert werden, dass die Krümmung weiter zunimmt. Wenn ich ehrlich bin kann ich dir da auch nur theoretisch weiterhelfen, weil ich es selbst noch nie gemacht habe. Da mir aber von vielen Skoliotikern gesagt wurde, es wäre einfach das Beste was es gibt, werd ich mir im Sommer wohl mal einen Aufenthalt in einer der beiden Schroth-Kliniken genehmigen und mir die ganze Sache mal anschaun - vorrausgesetz der Antrag wird genehmigt

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Was ich dir sagen kann ist, dass die Therapie zum einem aus einer Reihe spezieller Krankengymnastischer Übungen besteht, die als Ziel den Aufbau der Stützmuskulatur, also nicht diesen Bereich, wie er z.B. beim BB trainiert wird, sonder die feine Muskulatur direkt an der Wirbelsäule, welche diese eben direkt hält und stüzt. Darüber hinaus wird versucht, das richtige Körpergefühl zu vermitteln, also der Patient soll ein Gefühl dafür bekommen, was wirklich gerade ist, es wird versucht, gewisse Bewegungsmuster einzutrainieren, also dass alles was du machst von dir automatisch so gemacht wird, dass die WS dabei gerade ist und du dich nicht unnötig verbiegst und verdrehst und somit der Verschlechterung der Skoliose quasi zuarbeitest - ein gutes Beispiel wäre z.B. sich beim öffnen seiner Schreibtischschublade mit dem ganzen Körper zur Seite zu drehen und die Schublade mit geradem Rücken zu öffnen, statt sich zur Seite zu biegen und sie so zu öffnen, wie man es eben aus Gewohnheit macht. Nach einer erfolgreichen Therapie sollten sich diese neuen Bewegungsmuster fest integriert haben und man sollte es danach garnicht mehr anders (falsch) machen, weil man es eben nun so gewöhnt ist, es richtig zu machen. Ein weiterer Teil ist die Atemtherapie, hierbei soll versucht werden, durch gezielte Atmung die durch die verschobene WS entstandenen "Hohlräume" auszufüllen und somit auf längere Sicht die WS quasi zu "entdrehen", wie das genau aussieht kann ich dir, wie gesagt, auch noch nicht genau sagen.
Mit dem Alter hat das nicht viel zu tun. Natürlich lassen sich bei jugendlichen im Wachstum gewöhnlich noch weitaus bessere Ergebnisse und Korrekturen erzielen als bei Erwachsenen, aber helfen wird es wohl auch noch bei 50 Jährigen, wenn auch nicht mehr so gut, was die zu erwartende Besserung angeht.
Das die Hüfte und die WS knacksen muss nicht unbedingt schlimm sein, kommt ab und zu vor, auch bei normalen Wirbelsäulen. Ich denke mal, bei dir ist das jetzt gerade einfach sowas wie Paranoia. Wenn man erstmal genau weis, was man hat und was daraus noch werden kann, schiebt man plötzlich voll Panik wegen Dingen, die einem vorher garnicht aufgefallen wären.