Skoliose, Ausgleich

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Hi, ich war Montag Dienstag bei der Stellung (bei euch heißt das wohl Musterung). Wurde übrigens für tauglich befunden, oh Freude :mad:

Jedenfalls hab ich mich mit der dortigen Ärztin über meine Wirbelsäule unterhalten. Ich habe laut meinem Orthopäden eine Skoliose von 15° nach Cobb und eine Beinlängendifferenz von 2,5cm. Die Bundesheerärztin meinte ich hätte auch einen Rundrücken. Nun zu meiner Frage:

Sie meinte ich sollte durch gezieltes Training die Muskulatur ausgleichen, d.h. eine Seite der Rückenmuskulatur stärker trainieren und somit verkürzen und die andere Seite dehnen.. Und sowieso sei ich viel zu unbeweglich und sollte Dehnen und Massage machen 'damit die Muskulatur weich wird'. Jedenfalls hat sie mir zur Physiotherapie geraten, um wie gesagt durch gezieltes ungleiches Training die Fehlstellung zu mindern.

Das hört sich natürkich für jeden Bodybuilder pervers an, der Dysbalancen nach Möglichkeit vermeiden möchte ;) Also was meint ihr zu dieser Physiotherapie? Ich hab als Kind schonmal Bewegungstherapie gemacht aber ich möcht keine so schw*len Bodenturnübungen mehr machen, kann mir kaum vorstellen dass das von großem Nutzen ist. Gibt es denn auch eine krafttrainingsmäßig orientierte Physiotherapie? Eure Meinung ist gefragt..
 
A

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Re: Skoliose, Ausgleich
Einseitiges gezieltes Muskelaubautraining ist schwachsinn, in der Praxis wohl kaum durchführbar. Es ist sehr schwer, bis fast unmöglich nur eine hälfte des Rückens auszubauen und die Andere garnicht. Ob die Beinlängendifferenz die Ursache für die Skoliose ist, ist möglich, muss aber nicht sein. Schuheinlagen könnten abhilfe bringen.

Es existiert eine spezielle Krankengymnastikmethode, die so gennante KG nach Lehnert-Schroth, eine speziell für Skoliosen entwickelte Art der Krankengymnastik, vor allem für den Muskelaufbau der Muskulatur direkt an der WS, also die, welche die WS in ihrer Position halten. Ich weis nicht genau, wo du wohnst, aber wenn du die Möglichkeit hast, lass deine WS mal von einem der wenigen Skoliosefachärzte anschauen, die Ärzte von der Bundeswehr haben da 0 Ahnung, da red ich aus Erfahrung! Ein guter Orthopäde bekommt dich durch die Skoli evtl. auch Wehrdienstuntauglich, falls du darauf spekulieren solltest. 15° ist noch relativ wenig, aber genug, um sich frühzeitig darum zu kümmern, gerade bei Skoliosen erreicht man sehr schnell starke verschlechterungen, nur sehr schwer aber deutliche besserungen wenn man sich nicht sehr darum kümmert.
Gerade wenn man mit schweren Gewichten hantiert. Möglicherweise wirst du von einem guten Arzt auch ein Korsett verordnet bekommen, dass nervt ungemein, aber wenn es gut ist, besteht eine sehr gute Chance, die Skoli wegzubekommen.
 
Oh das hab ich mir schon fast gedacht, dass das mit dem einseitigen Muskelaufbau nicht so geht...
Mein Orthopäde hat mir schon einen Befund für die Stellungskommission geschrieben und ich hatte auch Röntgenbilder mit aber es hat wie gesagt nichts genutzt. Ich wurde als tauglich eingestuft, und Berufung werde ich sicher nicht einlegen, eine wiederholte Stellung werde ich mir nicht antun. So eine Gaudi ist das ja auch nicht dass man das nochmal machen möchte, Blut abnehmen, Harnprobe angeben, Sack checken und all die weiteren schönen Sachen :D

Einlagen hatte ich als Kind aber damit hab ich aufgehört, ich denk mir die können auch nur ein paar Millimeter ausgleichen (und keine 2,5cm). Sind sie dennoch sinnvoll?

Weiß jemand genaueres zu dieser Krankengymnastik nach Lehnert-Schroth? Wie muss ich mir das vorstellen?
 
falls du eine neue diagnose kriegst, musst du nicht nochmal ganze stellung durchmachen, sondern nur den 2. teg, also so von 8 bis 12 !
dh. nur rumsitzen und einmal kurz ins arztzimmer !
also lass dich davon net abschrecken!
nennt sich kurzstellung und musst du schriftlich darum bitten.
hatte ich auch schon wegen knochenfibrom im knie und meniskuseinriss, brachte aber gar nix(nur befreit von schwerem laufen und springen^^)

mfg
swordfish
 
ich sage mal das wenn es ein physiotherapeut echt machen wuerde ,dann macht es wahrscheinlich schon sinn.persoennlich kann ich sagen das die echt wissen was sie machen.es gibt sicher uebungen die dir helfen koennten wenn du probs hast ,ob das was mit rueckenverkuerzen zu tun hat,keinen plan.;)
JIMBEN
 
Du kannst sogar die volle Beinlängendifferenz ausgleichen!
Mit einer minimal invasiven OP wird mit Hilfe eines Marknagels das Bein stufenlos über mehrere Wochen verlängert.

Für 2cm brauchst du ca. 3-4 Wochen.

2 Probleme:
extrem teure OP-Kosten (~ 6.000€), da die Krankenkasse erst ab 4cm oder so zahlt
nachdem die Beinlänge angeglichen wurde nochmal 3-4 Monate Invalidenzeit, da das Bein nicht so belastet werden darf.


Anmerk.: dass wissen derzeit nur die wenigsten, wenn dann meist Ärzte vom Fach (Orthopäden, Chirurgen).
 
Warum muss den unbedingt etwas gemacht werden, wenn keine beschwerden vorliegen?

Rückenprobleme stehen nicht immer im direkten zusammenhang mit der anatomie der wirbelsäule. Es gibt wirbelsäulen, bei deren radiologischen anblick es einem schlecht wird und überhaupt keine symptome existieren. Es gibt auch sehr oft rückenschmerzen, bei völlig normaler wirbelsäule.

In diesem fall mit einer beinverkürzung von 2.5cm, höhrt sich das nach einer kompensatorischen skoliose an.

Ein einzelfall ist keine studie, ich habe aber das linke bein das 3cm kürzer ist (unfallbedingt mit 8 jahren) und eine kompensatorische skoliose. Bis jetzt sind rückenschmerzen ein fremdwort für mich, dabei verbringe ich 8 stunden am tag in einem stuhl.

joker
 
Wie kam es in weiterer Folge genau zu der Beinverkürzung? Hat das verletzte Bein dann einfach für einige Zeit aufgehören mitzuwachsen, oder hat man dir irgendwelche Wachstumsfugen entfernt?
 
Du kannst sogar die volle Beinlängendifferenz ausgleichen!
Mit einer minimal invasiven OP wird mit Hilfe eines Marknagels das Bein stufenlos über mehrere Wochen verlängert.

Für 2cm brauchst du ca. 3-4 Wochen.

Man kanns auch übertreiben :D Ich habe von dieser OP bereits gehört. Das stell ich mir schmerzhaft vor und ich möchte nicht operiert werden wenn nicht unbedingt notwendig. Außerdem ist ja nicht gewiss, ob die Ausgleichung der Beinlängendifferenz in Folge die Skoliose einfach beheben würde, oder doch??

@Joker_ch
Es sollte etwas gemacht werden, weil die gekrümmte Wirbelsäule stärkere Abnützungserscheinungen zeigt, was sich in einigen Jahrzehnten bemerkbar machen wird. Und wo wir laut Pensionsreform alle bis ins hohe Alter arbeiten sollen... :rolleyes:
 
@Satan

Ärzte pfuscherei:D

Hatte mir beim skilaufen einen spiralbruch am schienbein geholt. Wurde gegipst. Nach 2 Monaten kontrolle, bein war schief. Also nochmal brechen und anschliessend zwei Monate im Bett, das Bein auf einer Schiene. Endresultat 3cm weniger. Die Wachstumsfugen waren aber nicht betroffen.

joker
 
Skoliose ist nie eine gute Lösung.
In vielen Fällen entsteht die ja erst durch eine Beinlängendifferenz.
Logo dass da nach einigen Jahren des Ausgleichs wieder die Skoliose sich "rückbilden" würde.

Die OP ist nicht schmerzhaft (eine OP ist eigentlich nie schmerzhaft, zumindest seit den letzten 100 Jahre nicht mehr).
Aufgrund der wirklich kurzen Naht wird auch der Schnittschmerz sich in Grenzen halten.
 
Es sollte natürlich etwas gemacht werden. Ausbleibende Schmerzen sind da auch kein Grund nichts zu machen. Wie gesagt, 15° sind noch recht wenig, aber es werden sehr oft rasch mehr, in 3-4 Jahren können es schon 30 - 40 sein, dann wirds schon langsam problematischer. Das ein ausgleich der Beinlängendifferenz die Skoliose zum stillstand bringt weis man nicht, möglich wäre es aber durchaus, vor allem, wenn die Skoliose sich in Richtung des verkürzten Beines hin entwickelt. "Wirbelsäulenschäden" muss man immer längerfristig sehen. Sag nicht, alles ist okay, weil ich JETZT keine Schmerzen habe sondern frage dich auch mal, ob es in 20 Jahren auch noch so sein wird, wenn man nichts dagegen macht. Das mit dem Beine brechen und verlängern ist übrigens Schwachsinn, würde ich nie machen lassen!

Wenn du ausgemustert werden willst, lass dich von dem Bundeswehrarzt zu einem Orthopäden überweisen und jammer ihm was vor von schlimmen starken Rückenschmerzen, dann klappt das fast immer in einem solchen Fall. Auf die Überweisung würde ich bestehen, weil ein normaler Bundeswehrarzt definitiv NICHT in der Lage ist eine deformierte WS fachlich korrekt zu beurteilen!
 
wenn du ungleich lange beine hast und nixdagegen machst wirst du irgendwann die rechnung kriegen!!!!
problem ist ,wenn ein bein kuerzer ist wirk sich das auf den ganzen koerper aus,dein becken wird falsch belasted,dieses fuert zu einer fehlstellung der wirbelsaeule and so on...
bei 2,5 cm reichen sicher auch einlagen oder spezielle schuhe.
JIMBEN
 
Bei 2,5cm reichen nicht normale Schuhe mit Einlagen. Zumindest nicht für jeden.

Ich hab 2cm Beinlängendifferenz, und tue mir bereits bei 0,8cm Einlagen wahnsinnig schwer, Schuhe zu finden wo ich nicht rausrutsche.
Und obwohl ich immer brav Einlagen getragen habe kam es zu einer starken Skoliose und Wirbelsäulenbeschwerden.

Für die Beinverlängerung muss man nichts brechen - der Marknagel zieht den Knochen quasi auseinander, ist wie mit Ohrringen und Läppchen oder Penisverlängerung - durch Zugkraft verlängert sich das Gewebe und es wird gleich noch neues dazu gebildet.
 
Für die Beinverlängerung muss man nichts brechen - der Marknagel zieht den Knochen quasi auseinander, ist wie mit Ohrringen und Läppchen oder Penisverlängerung - durch Zugkraft verlängert sich das Gewebe und es wird gleich noch neues dazu gebildet.
So einfach ist es nicht. Man kann die Art der Verlängerung nicht ganz so einfach steuern, wie es aussieht. Eine Osteotomie (also das "Brechen" des Knochens) ist trotzdem recht häufig nötig.


jeckyll
 
Ne, Narkose gibts nur für Frauen und Kinder, was denkst du denn? :rolleyes:

Sich wegen 2cm das Bein brechen zu lassen ist total bescheuert, ganz ehrlich. Stell dir vor, es geht was schief und es verheilt nicht mehr richtig, neben lebenlangen Schmerzen und beschwerden wirste dann auch mit dem BB arge Probleme bekommen. Ich würde mir das sehr gut überlegen. Zumal auch nicht wirklich 100% sicher zu sagen ist, ob es für die Skoliose überhaupt eine Auswirkung hat.
 
Ich habe nie von einer OP mit Knochenbrechen gesprochen.
Das was ich gelesen habe war lediglich von dem Durchtrennen des Knochens und einführen eines Marknagels.

Skoliose führt nicht nur zu einer schiefen Wirbelsäule, sondern auch noch zu ungleich hohen Schultern sowie einem verspannten Becken/Hüfte.

Ausserdem sind die Bandscheiben an einigen Stellen einer enormen Belastung ausgesetzt, sie werden regelrecht rausgequetscht.
Das macht sich dann bei viel Sitzen oder Krafttraining (ohne vorherigen Ausgleich) durchaus bemerkbar.
 
Das eine Skoliose nicht NUR zu einer schiefen WS führt sondern auch zu unterschiedlich hohen Schultern und einem schiefen Becken ist mehr als normal und logisch. Wenn du deinen Körper zur Seite biegst ist das genauso. Bei einer echten Skoliose liegt nicht nur eine Seitverbiegung sondern auch eine Rotation der WS vor, genau diese ist meist das viel größere Problem, die verdrehten Segmente versteifen mit der Zeit von selbst, sind kaum noch beweglich und die Belastung entfällt auf die noch "normalen" Wirbelbereiche, die aufgrund der verschiebung der darüber bzw. darunter liegenden Wirbel aber nicht nur deutlich mehr sondern auch noch häufig falsch belastet werden, eine Skoliose sollte daher unbedingt mit allen Mitteln bekämpft werden. Ziel ist meistens aber mehr einen Stillstand zu erreichen, eine deutliche Verbesserung oder gar Heilung ist nur sehr sehr selten drin, wobei mit 15° noch relativ gute Chancen bestehen (ist eben fast nix).
Und nochmal wegen dem Beinebrechen:
Ich habe auch eine Beinlängendifferenz von ca. 1 cm, hatte aber mit 18 eine Skoliose mit 50°! und ich habe in der Klinik etliche kennengelernt, die KEINE Beinlängendifferenz hatten/haben aber Skoliosen über 90°!! Zu denken, mit der Verlängerung des Beines wäre also alles sicher gelöst ist sehr naiv. Es mag durchaus sein, dass es in diesem Fall die Ursache ist, aber ich würde auf jeden Fall mal einlagen testen, bevor ich mir das Bein so extrem verlängern lasse. Ein gutes Korsett sollte bei nur 15° auch recht gute Dienste leisten, ebenso die Therapie nach Schroth, wie schon gesagt.
 
A

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Re: Skoliose, Ausgleich
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