Muskeln Übertrainieren?

phyrix

New member
Hi erstmal :)

Ich wollte wissen ob man einen Muskel übertrainieren kann?
Also z.B. das man normalerweise Bizeps 2*10 (also ich setz immer die Ellenbogen seitlich gegen den Oberschenkel) und 1*10 Scott Curls.

Wenn ich dann einfach mal mein Bizeps training 4*mal mache oder halt so lange bis man den Arm nicht mehr hochbekommt!

Hat das dann nen höheren Muskelaufbauwert(Trainingswert) als sonst oder sind solche Trainigsmethoden sinnlos?

THX schonmal im Vorraus
 
Wenn du den Arm nicht mehr alleine hochbekommst,dann ist es negatives Muskelversagen,wenn du ihn noch gerade so
hoch bekommst,dann ist es positives Muskelversagen.
Ich persönlich würde jeweils nur im letzten Satz einer Übung zum Muskelversagen gelangen.
Jeder Muskle 1x die Woche reicht dabei vollkommen aus.

Mfg Del Piero
 
Du sagst es mit dem Topictitel bereits selbst.

Unterscheiden musst du beim Übertrainieren zwischen dem intensiven Übertreiben und dem temporären Übertreiben.

Beim ersteren machst du einmalig viele Sätze, bis nichts mehr geht, bei letzterem powerst du den Muskel über lange Zeit aus, also jeden Tag Bizeps z.B. und das Wochenlang.

Beides ist weniger ratsam. Ersteres kann eventuell noch eine brauchbare Intensitätstechnik sein, aber ist nur effektiv, wenn du dem Muskel danach auch sehr sehr viel Regeneration lässt.

Letzteres ist überhaupt nicht effektiv, weil du damit eher Muskelabbau provozierst, weil der Muskel keine Zeit zum erholen und damit zum wachsen hat.
 
Übertraining Richtig

"Intensität" ist das Maß dafür, wie hart die Muskeln während einer Trainingseinheit arbeiten müssen. Je mehr Arbeit Sie in einer bestimmten Zeit verrichten, desto intensiver trainieren Sie. Doch bei höherer Trainingsintensität braucht der Körper auch mehr Zeit, um sich zu erholen und zu wachsen.

"Übertraining" kommt zustande, wenn Sie einen Muskel so oft beanspruchen, daß ihm nicht genügend Zeit bleibt um sich vollständig zu erholen. Man hört manchmal Bodybuilder sagen, ein Muskel werde "heruntergerissen", und dann lasse man ihm Zeit, sich selber wieder aufzubauen, aber das ist physiologisch gesehen eigentlich nicht richtig. Der Muskelkater ist eine Begleiterscheinung und nicht der Hauptgrund, weshalb die Muskeln nach schwerem Training Zeit brauchen, um sich zu erholen.

Intensive Muskelkontraktionen sind mit einer Reihe komplexer biochemischer Prozesse verbunden. Der energieliefernde Prozeß für die Muskelkontraktion führt zur Bildung von Stoffwechselprodukten wie Milchsäure. Im Verlauf des Trainings wird die Energie verbraucht, die in Form von Glykogen im Muskel gespeichert ist.

Der Körper braucht Zeit, um das chemische Gleichgewicht der Muskelzellen wiederherzustellen, die anfallenden Stoffwechselprodukte zu beseitigen und die erschöpften Glykogenreserven wieder aufzufüllen. Noch wichtiger ist aber ein anderer Faktor: Die Zellen selbst brauchen Zeit, um sich dem Trainingsreiz anzupassen und zu wachsen. Und genau darum geht es ja beim Bodybuilding, die Muskeln zum Wachsen zu bringen. Wenn Sie einen Muskel also übertrainieren, ihn zu kurz nach der letzten Trainingseinheit erneut zwingen, hart zu arbeiten, geben Sie ihm keine Gelegenheit zu wachsen, und Ihre Fortschritte werden unbefriedigend.

Nicht alle Muskeln erholen sich gleich schnell vom Training. Am schnellsten geschieht dies zum Beispiel beim Bizeps und am langsamsten bei der unteren Rückenmuskulatur, die nach intensivem Training rund 100 Stunden braucht, bis sie sich wieder völlig erholt hat. Doch in den meisten Fällen genügt es, jedem Körperteil 48 Stunden Ruhe zu gönnen, also einen Tag auszusetzen, bis man einen Muskel erneut trainiert.

Im Grundtraining werden nur mittlere Intensitätsgrade erreicht, weshalb die erforderliche Erholungszeit kürzer ist. Später, wenn Sie zum Fortgeschrittenentraining kommen, widersetzt sich der Körper Veränderungen und weiterem Muskelzuwachs in stärkerem Maße, so daß höhere Intensitätsgrade notwendig werden, um diesen Widerstand zu überwinden. Doch hier wirkt sich dann ein anderer Faktor günstig aus: Trainierte Muskeln erholen sich nach Ermüdung schneller als untrainierte. Je besser Sie also im Bodybuilding werden, desto schneller erholen Sie sich und desto anstrengender kann Ihr Trainingsprogramm werden.
 
Original geschrieben von Del Piero
Wenn du den Arm nicht mehr alleine hochbekommst,dann ist es negatives Muskelversagen,wenn du ihn noch gerade so
hoch bekommst,dann ist es positives Muskelversagen.


Mfg Del Piero

Ich würde eher sagen: Nicht mehr alleine das Gewicht hochbekommen ist positives Muskelversagen und nicht mehr kontrolliert herablassen können ist negatives Muskelversagen.;)
 
Ich schließe mich der Definition von Comeback an.
Ich geh bei jedem Satz einer Übung immer bis zum positiven Muskelversagen. Del Piero schrieb aber nun, dass dies nicht nötig ist. Irgendwie würd ich mich aber nicht richtig gefordert fühlen, wenn ich nur im letzten Satz alles geben würde und die Sätze davor immer den Satz schon beenden würde wenn ich das Gewicht eigentlich noch bewältigen könnte. Ich reduzier (zwangsläufig) während eines Satzes bei nahezu jeder Übung das aufgelegte Gewicht.

Was ist nun richtig bzw. erfahrungsgemäß besser?
 
ich geh auch bei jedem satz ans positive und bei paar übungen im letzten satz sogar ans negative Muskelversagen! aber ich lass gewicht immer gleich und mach jeweils 2 wdh weniger (12/10/8)

ich komm damit recht gut zurecht und so macht das training richtig böcke! :p
 
Nötig ist beides nicht.
Kommt ganz einfach auf das Volumen an mit dem ihr trainiert.
Wer 10 Sätze Brust macht sollte nicht in jedem zum Muskelversagen gehen, wer noch 4 macht schon eher.
Negatives Muskelversagen würde ich generell NIEMALS machen, höchstens mal sporadisch um z.B. zu versuchen ein Leistungsplateau zu überwinden.
Auf dauer ist dies jedoch zu intensiv.
 
@ Tenshi

Warum sollte man bei insgesamt 10 Sätze Brust nicht bei jedem Satz bis zum Muskelversagen gehen?
Also angenommen ich mach für Brust :

5 Sätze BD
3 Sätze Flys
1 Satz weites BD

Das sind dann insgesamt 9 Sätze für Brust, in denen ich jeweils immer bis zum Muskelversagen gehe. Hat die Brust dann etwa nicht genügend Zeit sich bis zum nächsten Brusttraining (1 Woche) zu regenerieren oder warum sollte ich nicht so hart trainieren? Bin gerade bischen verwirrt.
 
Original geschrieben von Spectator
@ Tenshi

Warum sollte man bei insgesamt 10 Sätze Brust nicht bei jedem Satz bis zum Muskelversagen gehen?
Also angenommen ich mach für Brust :


wie tenshi schon geschrieben hat kann es kontraproduktiv sein. es reicht, einmal den wachstumsreiz gesetzt zu haben. ich persönlich komme pro übung (nicht pro Satz) ca. 1 x zum positiven muskelversagen und das reicht auch.
 
Original geschrieben von Comeback
ich persönlich komme pro übung (nicht pro Satz) ca. 1 x zum positiven muskelversagen und das reicht auch.

generell würde ich es auch so machen.
Bin jetzt mal ne zeitlang gar nicht zum MV gegangen und hatte fast bessere Erfolge, aber es hat auf dauer einfach keinen Spass gemacht.
Der letzte Satz einer Übung bzw. sogar einer Muskelgruppe reicht aus.
 
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