@Hart

Eigentlich kein Mißverständnis. War eher rethorisch gemeint, da mir deine Antwort klar war. Natürlich kann man es so sehen, daß der Durchlauf der Zyklen eine allgemeine Verbesserung der möglichen Kraftdimensionen beinhaltet. Und natürlich ist es so, daß wir alle (95% ?) hier sind, um in erster Linie den Anteil unserer Magermasse zu erhöhen und nix anderes.
Aber...ich meine trotzdem, daß eine stetige Periodisierung ein effektiverer Weg für den Masseaufbau (mit deiner Anmerkung "...schnellen Masseaufbau..." kann ich wenig anfangen) ist. Langfristig (hierbei meine ich nicht den Zeitraum irgendeines Makrozyklus), also den Zeitraum von mehreren Jahren, auf jeden Fall.
Zurück zum Topic.
Die Kritik der ILB-Periodisierung (und nochmehr eines klassischen Volumentrainings mit klassischer Periodisierung - also irgendetwas wie 4 Wochen/ 4Wochen/ 4 Wochen o.ä.) hängt bei mir in erster Linie damit zusammen, daß die Zeiträume zwischen den jeweiligen Entwicklungszielen (lokale Muskelausdauer, Kraftausdauer (ist mir als Definition für Hypertrophie bedeutend lieber) und Maxkraft) soweit auseinander liegen, daß ich zu Beginn eines neuen Mesos von den bisher erreichten Erfolgen sehr weit entfernt bin. Am meisten macht sich dies aus eigener Erfahrung im Bereich der Maxkraft offenbar. Die Intensität (als Definition ist hier die reine Kg-Zahl gemeint) ist spürbar wieder abgesackt (was nur logisch ist).
Die Frage bleibt, ob man dies so hinnehmen muß/möchte, oder ob die Verteilung von Volumen, Intensität, Frequenz (ganz wichtig) und noch wichtiger, deren Ablauf (meine hier die Folge der einzelnen Entwicklungsziele) nicht anders gestaltet werden kann.
Kappa hat hierzu einiges veröffentlicht, was sich für mich und meinen persönlichen Trainingsalltag mehr als logisch anhört. Im ILB-Forum gab es dazu einen Thread ("...an die Kappajünger..." oder so ähnlich) zu dem ich mich leider nicht mehr, aus bekannten Gründen, äußern konnte.
Seit einiger Zeit befasse ich mich mit dem Thema der Adaptionsgeschwindigkeit.
Wenn ich micht recht entsinne, hattest du dich dazu recht kritisch geäußert. Falls sich dies (entnehme ich mal deinem Statement) geändert hat, bin ich sehr gespannt, was du dazu herausfindest.
Gerade diese unterschiedlichen, teilweise nur schwer erkennbaren Adaptionsgeschwindigkeiten, bieten es doch geradezu an, die klassische Periodisierung zu verändern, bzw. ganz auf den Haufen zu werfen.
Wenn ich davon ausgehe, daß es in den Kraftdimensionen unterschiedliche Adaptionsgeschwindigkeiten gibt (was zur logischen Folge hat, daß es KEINEN Sinn macht ununterbrochen sowohl immer ans Limit zu gehen und zweitens immer die gleiche Kraftdimension zu trainieren), dann bleibt die Frage, was mache ich in der Zeit, in der eine optimale Reizsetzung (bezogen auf z.B. auf die Länge eines bestimmten ILB-Zyklus, also in der Praxis: ich bin an der obersten Prozentskala meiner Einstufung angelangt) stattgefunden hat. Falls ich nicht nach ILB trainiere, was mache ich, wenn ich an einer Intensität bei einem beliebigen Volumentraining (z.B. Hypertrophiephase) angelangt bin, mein Limit erreicht habe, weitere Intensitätssteigerungen kontraproduktiv wären, die Adaptionsvorgänge jedoch noch nicht abgeschlossen sind?
Hier böte es sich an, genau in diesen Phasen, eine andere Kraftdimension zu entwickeln und zwar zeitlich so, daß das vorher erreichte nicht verloren ist, und weitergehend, in einer Abstimmung in bezug auf Volumen, Intensität und Frequenz, daß es nicht in die Adaptionsvorgänge des eigentlichen Ziels (z.B. Hypertrophie) hineinpfuscht. Ich also einen Schwerpunkt setze und in den "Nebenbereichen" nur einen Status quo halten möchte.
Hört sich alles ein wenig verquäst an und in der Praxis stellt sich das Problem, wie gestalte ich meinen Trainingsplan (denn hier stellt sich wirklich die Frage nach deinem oft erwähnten "Instinkt").
mfg
glutaeus, der hofft, zumindest einigermaßen zu verdeutlichen was er meinte.