Grundsätzlich kann man sagen, dass die "alten" Ernährungsformen lokal stark variieren - dass die Milchwirtschaft noch nicht allzu lange existiert, mag für einige Regionen zutreffen, für andere nicht, bzw. WAS ist lange? Desweiteren sprach ich über tierische Fette im Allgemeinen
und Milchprodukte. Was an meiner Aussage plakativ sein soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Im Gegenteil, sie war sehr vage.
Die Wissenschaft ist sich uneinig, das stimmt. Es gibt zu jeder Meinung eine exakte Gegenmeinung, die sich auch irgendwie logisch anhört. Wobei wir beim nächsten Thema sind: Die meisten wissenschaftlichen Meinungen sind nicht mehr als Meinungen. Meinungen basierend auf Untersuchungen (mit Fehlerpotential), mit wirtschaftlichen Interessenskonflikten, mit Fehleinschätzungen korrekter Ergebnisse und manchmal schier endloser Dummheit (wenn es so einfach wäre, Dinge "wissenschaftlich zu belegen", gäbe es einen oder wenige gültige Ansätze und keinen oder kaum Raum für Interpretationen) - und manchmal haben diese Meinungen großen Wert, aber wie findet man Aussagen, auf die man sich verlassen kann?
Prinzipiell ist mir egal, was ihr esst, wo ihr eure Überzeugungen her habt und warum ihr sie verteidigt. Ich gehe davon aus, dass meine Meinungen vergleichsweise fundiert sind und lege kein solch aggressives Verhalten an den Tag, wie manch anderer hier.
Jedem, der sich mit dem Thema tiefergehend beschäftigen möchte, empfehle ich Weston A. Price's Standardwerk "Nutrition And Physical Degeneration". Price konnte Anfang des 19. Jahrhunderts nahezu isolierte Ur-Völker verschiedenster Regionen weltweit auf ihren Gesundheitszustand untersuchen. Er dokumentiert sehr objektiv deren Ernährung, ihre Lebensweise und, wie schon gesagt, den Gesundheitszustand. Außerdem vergleicht er den aktuellen Gesundheitsstandard mit ausgewanderten bzw. naheliegenden zivilisierten Bewohnern. Price war Zahnarzt und der Großteil seiner Untersuchungen beziehen sich auf das Gebiss der Einwohner, aber wie gesagt, auch andere Faktoren kommen nicht zu kurz. Das Buch ist englischsprachig und jeder, der sich an einer ernsthaften Diskussion über die Ernährung vergangener Tage und deren aktueller Gültigkeit fundiert beteiligen will, sollte es wenigstens überflogen haben.
gleichzeitig war die lebenserwartung schlecht...
Was pauschal nicht korrekt ist! Erstens gab es kaum / oder keine medizinische Betreuung. Ich hatte in meinem Leben mindestens drei Situationen, die ich vor 100-200 Jahren wahrscheinlich nicht überlebt hätte - allein deswegen sind Rückschlüsse auf die Effizienz der Ernährung unsinnig. Desweiteren gab es immer Teile der Menschheit, die sich nur unzureichend ernähren konnten, entsprechend schlecht war der Gesundheitszustand. Vergiss die Kriege und Kämpfe nicht, die immer wieder zu Todesfällen führten und deren Maß wir uns in unserem sicheren Deutschland kaum bewusst sind! Und letzten Endes gab es ausreichend Urvölker, die ohne medizinische Betreuung (nach heutigem Standard) eine sehr hohe durchschnitlliche Lebenserwartung hatten. Und das ist, im Gegensatz zu einigen Stammtisch-Fakten nachweisbar. Ich gebe keine konkreten Ratschläge oder Begündungen - macht euch selbst ein Bild! Was ist logisch, was nicht?
Ich empfinde den Titel des Threads auch als misslungen. Warum sich aber aus einer potenziell lehrreichen Diskussion (für alle) solch unsinnige Aggression entwickelt - ich verstehe es nicht.