@Defibrillator: Medizinstudium

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doctor squat

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Hallo Defi, ich hab mal ein paar Fragen zum Med-Studium, wäre nett, wenn du sie (möglichst objektiv) beantworten könntest:

1) (Falls du dein Physikum schon bestanden hast)
Ist die Vorklinik lerntechnisch stressiger als die Klinik?
Hat man nebenbei noch Freizeit oder verbringt man den
ganzen Tag mit Schiebler, Benninghoff und Co. ?

2) Wie lange lernt man vor Physikum, 1. Stex usw. ?

3) Braucht man viel Chemie und Physik in der Vorklinik ?


Gruß
 
A

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Re: @Defibrillator: Medizinstudium
zu 1 und 2: Die Vorklinik ist lerntechnisch wesentlich stressiger als die Klinik, Du mußt auch viel öfter hin. Ich schätze mal so mit 50 Wochenstunden dürfte es aber getan sein. Zum Physikum lernt man gewöhnlich ca. 6 Wochen am Stück am Ende des 4 Semsters, es gibt aber auch Leute, die es in weniger geschafft haben ( meistens die Streber, die die 2 JAhre vorher schon wie blöd lernen, weil sie sonst net mitgekommen wären)
Vor dem 1. Stex würde ich auch so 5 bis 6 Wochen Lernen einplanen, is aber wesentlich einfacher als das Physikum (jedenfalls für mich gewesen)
Vor dem 2.Stex machen viele ein ganzes Semster zusätzlich, da muß man schon so 4 Monate Lernen rechnen, einfach weil es über 20 fächer sind, macht aber erheblich mehr Bock als das 1. und Physikum.
Zum 3. Stex habe ich jetzt ca. 3 Wochen gelernt, und natürlich das ganze praktische Jahr über sozusagen als Nebeneffekt der Arbeit.

Was meinst Du mit "brauchen " in Bezug auf die 3. Frage ? Du hast diese Fächer halt in der Vorklinik, Niveau is ungefähr Leistungskurs, Anatomie/Biochemie und Physiologie is aber ungleich anspruchsvoller.



Freizeit hat man meines Erachtens nach eigentlich genug. Is zwar wenig im Vergleich zu einem sagen wir mal Germanistik-Studium, jedoch das Himmelreich verglichen mit dem späteren Job.
 
Ach du Schreck, wasn Stress... also ich weiss, dass ich mir es mal nicht so schwer machen werde. Ich verpflichte mich nämlich(wobei nicht unstressig, soweit ich weiß.)
 
Ich überlege mir auch, Med zu studieren, weiss aber nicht, ob's das braucht, denn eigentlich will ich nicht praktizieren. Ich will in die Forschung. Da ist ein Medizinstudium und Doktor der Wissenschaften (kannste innerhalb von nem Jahr machen) kein schlechter start.

Aber ich tendiere momentan eher richtung Biochemie oder sowas und Wirtschaft als Nachdiplom...

we'll see..
 
@Knispelsior

Du willst Dich verpflichten? Soll heißen, bei der Bundeswehr studieren, oder was?

jeckyll
 
Wer sagt was von Studieren, ich mein kann ich machen aber ich dachte an einen banaleren Beruf als den eines Arztes, ich wollte eigentlich zu den Kampfschwimmern oder Fallschirmjägern.
Das passt zwar ausser einem keinen meiner Freunde(und auch verwandten) aber es ist mein Wunsch und den zieh ich auch durch.
 
Ach so, ich dachte nur, das war jetzt in Verbindung mit dem thread gemeint................

Viel Erfolg wünsche ich Dir.

jeckyll
 
Original geschrieben von Defibrillator

Freizeit hat man meines Erachtens nach eigentlich genug. Is zwar wenig im Vergleich zu einem sagen wir mal Germanistik-Studium, jedoch das Himmelreich verglichen mit dem späteren Job.

WAAAAAAAAAAAAAAHHHHHH!!!!!!!!!!!:mad: :mad: :mad:

gehts noch?! *aufreg*

Du solltest mal spaßeshalber Germanistik studieren. Ich bin Literaturwissenschaftler (inzwischen *g*) und im Nebenfach Deutsch-Philologe. Wenn Du glaubst mit den (zugegebenermaßen lächerlichen) 20 Wochenstunden Vorlesungen und Seminaren wär es getan, dann irrst Du teurer Freund. Was Du an Literatur "unbedingt" zu kennen hast (und kennen heißt soviel wie "seitenweise auswendig zitieren können", Interpretationen im Schlaf runterrasseln können, etc.) füllt ganze Bibliotheken. Hinzu kommt noch die zwangsläufig perfekte Beherrschung des Mittelhochdeutschen (für die dies nicht kennen: Sprache des Mittelalters *mitleidiggrins*)Ich kenne das Medizinstudium weitestgehend aus guter Quelle, mein Dad ist selbst Doc. Aber was der zu lernen und zu lesen hatte ist verglichen mit den meisten Germanistischen Fächern doch eher moderat. Ätschbätsch!
So das mußte mal sein. Immer diesen Voruteile gegen die Germanisten. Seid froh, daß in Zeiten von "Gangstagod", "Esche", Dragan/Alder und Co. noch jemand die Deutsche Sprache am leben erhält (und sei´s auch nur in kleinen universitären Biotopen und Rückzugsreservaten).

CU
sam
 
Nun ich habe mit so einer Reaktion gerechnet, habe das Beispiel aber trotzdem genannt, da ich selber sehr viele Germanisten, Geschichtswissenschaflter usw. kenne, mein seit Jugendtagen bester Freund studiert Germanistik und Geschichte in MS auf MAgister.NAtürlich muß der viel lesen, die sog. Weltliteratur und natürlich jeweils Kursspezifisch. Stellt sich nur die Frage, ob das nu wirklich lernen ist...:D .(Die Literatur und Germanistikstudies, die ich kenne, lernen jedenfalls nichts seitenlang auswendig, find ich auch Schwachsinn, Ausweniglernen is was für Hohlköpfe) Ich weiß nur, das die jungs aus diesen Studiengängen jede Mege Freizeit haben und auch des öfteren mal in der Woche einen draufmachen, was mir nie so möglich war,deswegen hab ich das Beispiel genannt. Aber wenn sich die hiesigen Geisteswissenschaflter durch meine Aussage angegriffen fühlen, revidiere ich das gerne und ergänze das ganze durch " Lehramtsstudenten für Grundschule" :D :D :D

Lernen Literaturwissenschaflter denn wirklich über 50 h die Woche ?? Also ich hatte mal ne Freundin, die Literaturwissenschaft studiert hat, die is eigentlich nie vor 11 Uhr ausm Bett gekommen, ich schätze deren Tagesaufwand fürs Studium mal so auf knapp 4 Stunden.


Insgesamt würde ich jedenfalls das Medizinstudium mit einem durcschnitlichen Wochenaufwanf von 50-60 h schon am oberen Ende anordnen, nur is das Lernen weniger von Auswendiglernen geprägt, denn von einer Mischung aus praktischen Tätigkeiten und dem Verstehen von Zusammenhängen. WEr glaub ich auch noch ziemlich viel Studienaufwand hat, sind die Juristen, jedenfalls wenn ich mir anhöre, wie die immer über das viele Gesetzestext-LErnen jammern.
Aber um hier nicht eine Risen-Streiterei anzufangen: Sicher kann man in jedem Studium eine Menge Zeit investieren, ob es nu irgendwas Geisteswissenschaftliches ist oder eine Naturwissenschaft. Es kommt halt darauf an, wie ernsthaft man sein Studium betreut. Nur gibt es da ja leider ein paar Unterschiede, viele (nein, besser gesagt, ic hkenne viele, d.h. so an die 50 )nutzen ein GeisteswissenschaftStudium zum Studentensein, nicht um sich auf einen Beruf vorzubereiten. Und einen Beruf hat man ja leider am Ende dieser Studiengänge noch lange nicht erlernt.
 
*G*
Tja, Defi, es kommt halt schon drauf an wie und vor allem WO man studiert. Wenn man an irgendeiner Feld-Wald- und Wiesenuni (ich mein jetzt NICHT Freiburg!) vor sich hinstudiert und das Ganze nicht ernst nimmt, kann man natürlich mit vier Stunden am Tag hinkommen. Das ist in meinen Augen aber kein Studium. Und es wird auch in keinem Fall zu etwas führen. "Auswendiglernen ist was für Hohlköpfe." Diese Ausage ist ziemlich daneben, findest Du nicht? Ich bin mir einigermaßen sicher, daß Du die Namen, Lage und Funktion der meisten Blutgefäße, Nervenbahnen, etc. auswendig können musst. Ich zumindest würde von meinem Chirurgen erwarten, daß er meine ateria carotis externa von meiner ateria brachialis unterscheiden kann. Dazu muß er wohl auswendig gelernt haben wo welche sitzt. Oder operierst Du mit dem Anatomiebuch auf den Knien?Ebenso wird von einem Germanisten erwartet (zumindest an anspruchsvollen Unis) einen reichen (und damit ist gemeint: sehr viel) Zitatenschatz und Allgemein- sowie Spezialwissen aus der Deutschen Literatur (andere interessiert den Germanisten nicht) parat zu haben. Das wird einfach vorausgesetzt. Natürlich muß viel gelesen werden. Wesentlich mehr als in allen anderen Studiengängen. Denn speziell die Literaturwissenschaft beschäftigt sich wie der Name schon sagt eben mit Literatur. Die Werke einfach nur zu lesen reicht natürlich nicht, denn man befasst sich ja auch mit deren Hintergründen (epochale, historische oder kulturelle Kontexte) und dazu muß man schon genau wissen was da drin steht und wie und warum es da steht. Es ist für das Verstehen der Werke unerlässlich. Das ist Lernen, oder siehst Du das anders?
Wer das Germanistik- insbesondere das Literaturwissenschafts-Studium ernsthaft betreibt, kommt nicht umhin sich neben den Pflichtveranstaltungen und Zusatzvorlesungen noch mindestens 40 Stunden in der Woche durch Werke der Primär- und Sekundärliteratur zu beißen. Wer meint, es auch ohne diesen Aufwand bewerkstelligen zu können, wird entweder in den Abschlußprüfungen oder (falls irgendwie noch durchgemogelt) auf dem Arbeitsmarkt bestraft und darf sich meines Erachtens nach auch nicht Student schimpfen.
CU
sam:)
 
Ich habe es in meinem Studium immer vermieden, die Anatomie oder überhaupt alles stumpf auswendig zu lernen, denn nur so kann man es wirklich begreifen. Natürlich muß man in der Anatomie erst mal die Namen lernen, aber BEGREIFEN tut man das meiner Meinung nach nur an der Leiche, was ich dann nicht als Auswendiglernen bezeichne. Während die anderen Kollegen dannn zuhause über ihren Atlanten gehockt haben, habe ich lange Nachnmittage im Anantomiesaal Leichen präpariert und sozusagen direkt am Objekt gelernt. Meine Aussage bezgl Auswendiglernen bezog sich auf eine LErnen, das das bloße Runterrattern von FAkten zum Ziel hat. Ich habe viele Referate gehört, bei denen man gemerkt hat, das Studenten einfach ganze Seiten aus dem Lehrbuch dahergeplappert haben. Wenn dann der Dozent eine Ziwschenfrage gestellt hat, die auf die Zusammenhänge abzielte aben diese Leute dann erstmal angefangen dumm daher zu stottern.
Bezgl der Geisteswissenschaften und dem von Dir beschriebenen Lernen sind wir ja nun anscheinend auf einen gemeinsamen Nenner gekommen, ich habe dann halt die Studenten gemeint, die es anscheinend nichtso ernst nehmen und von denen ich halt leider viele kennengelernt habe.


Ach ja, die Arteria brachialis liegt vom chirurgischen Zugangsweg nu doch total woanders als die carotis interna..:D
Die Chirurgen haben unter den Ärzten übrigens schon eine Sonderstellung, was das Anatomiewissen betrifft, glaub bloß nicht, das eine Internist Dir an einem offenen Bauch sagen kann, welche Begrenzugen denn das Foramen epiploicum hat. Die Chrirugen haben das aber auch nicht im Studium bsser gelernt als alle anderen, deren praktisches Wissen, wo sie denn nu gerade reinschneiden habe die erst in der FAcharztausbildung gelernt ( und wieder am Objekt !). Zwischen dem Abschluß des Studiums und dem Anatomiekurs liegen nämlich gute 5-6 Jahre, in denen man nie wieder dermaßen detailliert daüber Bescheid wissen muß, da bleiben eigentlich nur noch die für den späteren ärztlichen Beruf wesentlichen Grudkenntnisse. Wie gesagt, Auswendiglernen ohne "Begreifen" ist es, was ich dissen wollte.
Disput beendet ?;)
 
Original geschrieben von Defibrillator

Ach ja, die Arteria brachialis liegt vom chirurgischen Zugangsweg nu doch total woanders als die carotis interna
eben drum!

Disput beendet *g*. Gegen einen LitWi hast Du eh keine Chance im Diskutieren. Wir lernen wie man Leute totquatscht.:D

CU
sam;)
 
ok, aber die liegt nu noch mehr von der brachialis ab Du toller Debatierer, meinte damit, das das einfach ein hinkender Vegleich ist, weil man, wenn man die carotis externa z.b. thromektomieren will, sicher niemals die brachialis aus Versehen aufschneidet, da brauch man keine auswendig gelernte Topographie.


Gegen einen LitWi hast Du eh keine Chance im Diskutieren. Wir lernen wie man Leute totquatscht.

Ich denke, das es bei einem Disput immer auf das Thema ankommt, ob man da mitreden kann,oder ?
 
Boah Alter, das ist ein geiles Motto mit dem denken usw. Ich hab nämlich derbe liebeskummer und denke(!) dass ich eh keine chance hab, aber wer weiss... wie einem so ein foren-spruch doch mut machen kann... :-D
 
A

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Re: @Defibrillator: Medizinstudium
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