glaubst du wirklich, du erzählst mir was neues???
lilge ist ein anerkannter (wenngleich kein unumstrittener lauf-trainer, keine frage (ich habe auch schon einen artikel von ihm im forum präsentiert, siehe "die optimale lauftechnik"). seine kompetenz als leistungsphysiologe kann anhand deines postings nicht beurteilt werden.
nochmals: "anaerob" ist nicht gleich "anaerob". dein fehler - und damit beantworte ich auch dein posting unten - ist der, dass du nur zwischen "aerob" und "anaerob" unterscheidest. die muskuläre energiebereitstellung ist aber von beginn an durch einen fließenden übergang von aerob zu anaerob gekennzeichnet.
zu deinem beispiel: die einzigen, die von beginn an ausschließlich anaerob unterwegs sind, sind sprinter bis 400m, nicht jedoch ein 5000m-läufer, ja nicht einmal ein 800m-läufer. ich habe dir doch den link zu einer tabelle geschickt, wo du die anteilsmäßige energiebereitstellung aus betaoxidation, aerober glykolyse, anaerober glykolyse sowie kreatinphosphat in abhängigkeit von der laufstrecke unter wettkampfbedingungen ersehen kannst.
was lilge in zuammenhang mit dem 5000m-lauf mit "anaerob" meint, ist, dass hier von beginn an ein gewisser anteil der anaerob-lactataziden energiebereitstellung gegeben ist, dass also glucose nicht nur aerob verbrannt wird und somit entsprechend viel lactat gebildet wird (wenn du meinen artikel "die muskuläre energiebereitstellung im sport" gelesen hättest, hättest du gesehen, dass ich genau das beschreibe). natürlich ist dieser anaerobe anteil der energiebereitstellung höher als bei einem 10000m-lauf (prinzip der gegenläufigkeit von kapazität und intensität der leistung, siehe meinen artikel).
nochmals: 5000m gehört zum langstreckenlauf, die basis ist eine gute GA. gerade die ist es, die eine vorzeitige muskuläre übersäuerung verhindert. dass tempoläufe und intervalle auch sehr wichtig sind, habe ich nie abgestritten. aber dafür genügen 20% der WNTZ.
gruß, kurt