Tofu & Co: Sojaprodukte ja oder Nein ?

MarkusHahn

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Also ich bin jemand der ab und an ganz gerne auf Sojaprodukte zurückgreift, ob die Sojamilch die es bei einem Diskounter in einer Bio-Qualität gibt, oder auch ab und zu mal Tofu, der ordentlich gewürzt äußerst lecker ist. Für einen "Hobbyvegetarier" (der zwar Fleisch im Restaurant ißt, aber selbst kein rohes Fleisch im Kühlschrank liegen haben will :) war Tofu und andere Sojaprodukte für mich bis jetzt immer ganz toll.

Neu war mir die Diskussion, dass Sojaprodukte für die menschliche Ernährung gar nicht so umstritten sind. Ausserdem habe ich mich gefragt, ob die "Phyto-Östrogene" in den Sojaprodukten (sollen ja bei Frauen in den Wechseljahren positive bewertet werden) bei einem Kraftsportler nicht negative Auswirkungen hat, weil da Östrogen doch glaube ich der Gegenspieler zum Testosteron ist?

Hier mal noch ganz allgemein der Artikel: Der Mythos vom langen Leben dank Sojabohnen
 
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Re: Tofu & Co: Sojaprodukte ja oder Nein ?
Hallo Markus

Solange du Phytoöstrogene nur mit der Nahrung zu dir nimmst ist es eher zu bezweifeln das damit eine stark östrogene Wirkung auftritt. Das liegt daran das sie eine viel schwächere Wirkung auf die Östrogenrezeptoren haben als das normale vom Körper selbst synthetisierte Hormon, was ja auch von Männern in kleinen Mengen gebildet wird. Also wenn es dir schmeckt bau es in deinen Speiseplan ein. Die Japaner überleben das schon seit Jahrhunderten und sind um einiges gesünder als wir. :)
 
Hallo Markus,

du müsstest Östrogene schon in einer anderen Dosierung zu dir nehmen, um daraus eine "Wirkung" zu sehen.
Ausschliesslich über Soja-Produkte, die du nun auch nicht permanent und ständig in dich reindrischt, werden die Hormone darin schnell wieder ausgeschieden.
Da hat der menschliche Körper schon gut vorgesorgt, dass wir uns nicht über ab und an gegessene Nahrungsmittel eine "Hormonkur" verpassen können.
Und die wenigen Östrogene, die du als Mann bildest, machen die Gans auch nicht fett - bzw. lassen dich nicht zwingend an weiblichen "Schwächen" leiden :)

Also geniess deine Sojaprodukte. Ich mag sie auch seeeeehr gerne.
Liebe Grüsse
Löwin
 
Soja ist ok. Ist ein gutes, schnell resorbierbares Protein. Ich bin mir grad nicht sicher ob Soja etwas mehr Kalorien hat als tierische Proteine, aber ich denke das passt schon.
 
Tofu als Sportlernahrung - kein Cholesterin

Vor allem hat Tofu den Vorteil, wie gesagt, immer kann ich es auch nicht essen, habe so meine Phasen, dass es zwar auch einen bestimmten aber nicht hohen Fettanteil hat, diese aber nicht gesättigt sind größtenteils und auch kein Cholesterin enthalten, im Gegensatz zu Fleisch (für die gut, die Probleme mit Cholesterin haben). Zur Zeit "bin ich aber mehr auf andere Fleischersatzprodukte aus dem Bioladen" drauf. Da gibt es viele leckere Dinge wie Grünkernbratlinge, dann das "Wheaty" und auch sonst noch irgendwelche "Schnitten" die man kalt essen kann oder warm. Die schmecken super.
 
zu dem Artikel

immer wieder kommt es vor das bestimmte Produkte gehypt und andere dadurch verteufelt werden, gerade die aus dem Ernährungssektor.

In diesem Fall ging es um Soja, was ja angeblich viel besser ist als Kuhmilch und dessen Produkte. Und schon kommen ganz viele Mittelchen auf den Markt die das Tollste aus dem ganzen Produkt isoliert und dem Konsumenten in einfacher unaufwändiger Form zum einfach-nur-runterschlucken präsentieren. (Ein weiteres Beispiel dafür war der Boom um Zimt, welcher angeblich gegen Diabetes Typ 2 helfen sollte). Vergessen wird dabei aber leider immer wieder das ein natürliches Produkt eben nicht nur die Summe seiner Teile ist. Eher dass das Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe, welches bislang noch nicht mal annähernd erklärt werden kann, einen wesentlichen Einfluss auf den Gesundheitswert hat.

Ebenfalls kann man nicht aus den Ernährungsgewohnheiten anderer Völker einzelne Bestandteile rauspicken und pauschal sagen das genau diese die Essenz für die Volksgesundheit darstellen. Japaner haben z.B. eine lange Tradition der Entspannungslehre (wenn man es so nennen kann :)) Tai Chi, Qi Gong sind einige Beispiele, ebenfalls die tägliche Teezeremonie. Dinge die das Stressrisiko senken und auch möglicherweise dadurch Krankheiten wie Bluthochdruck und seine Folgen vermindern.

Das ist das Schwierige an Ernährungsstudien im Gegensatz zu beispielsweise Arzneimitteln. Man kann nicht genau sagen ob gerade ein Stoff oder ein Produkt den ermittelten Effekt erzielte, sondern man schließt aufgrund statistischer Werte darauf. Das liegt ganz einfach daran das jeder essen muss und jeder andere Ess- und Lebensgewohnheiten hat die nicht großartig mit erfasst werden.

In Fachtexten wird das auch so formuliert. Weiterhin werden oftmals sehr viele verschiedene Studien durchgeführt und dann ausgewertet um etwas als annähernd gesichert festzulegen. Leider werden eben auch Einzelmeldungen von der Trivialpresse aufgeschnappt und so umgeschrieben das sie eine Schlagzeile ergeben "Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden...". Wenn etwas eine Schlagzeile ergab kommen gleich darauf die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, springen auf den fahrenden Zug mit auf und schon ergibt das für viele ein lohnenswertes Geschäft. Und damit möchte ich auch den Endabnehmer, den Konsumenten, nicht ausnehmen. Er bekommt das Nahrungsergänzungsmittel in Pillenform und gibt das Geld gerne aus weil er sich der illusion hingeben kann sich etwas Gutes zu tun ohne näher über seine Ernährung nachdenken zu müssen.

Und dann können natürlich Probleme auftauchen wenn z.B. falsche, oftmals zu hohe Dosierungen verwendet werden. Es zeigen sich Effekte die nicht vorauszusehen waren. In diesem Beispiel der Verdacht das die Phytoöstrogene anstatt Brustkrebs vorzubeugen (genauer gesagt sollen sie Wachstum und Teilung bereits entarteter Zellen hemmen) diesen provozieren.

Und schon hat man wieder eine Schlagzeile (Der Mythos...!) in die noch Dinge wie "Allergieauslösendes Potential" mit reingepackt werden können um es noch interessanter zu gestalten. Das alle Nahrungsmittel die Eiweisse enthalten ein gewisses Potential dazu haben Allergien auszulösen ist in diesem Fall wissenswert, passt wohl aber nicht in einen Zeitungsartikel. Ebenso können andere Thesen, wie z.B. das eine zu große Hygiene im Kindesalter zu einem höheren Risiko an einer Allergie zu erkranken führen kann, aufgrund des Platzmangels gar nicht erst erwähnt werden.

Was ich damit sagen will ist das man solche Artikel mit einer gesunden Skepsis lesen sollte und bei einem Thema welches einen interessiert eben auch andere Quellen nutzt.

Ich stimme diesem Artikel insofern zu das man Kleinkinder nicht unbedingt damit füttern sollte. Aus den dort genannten Gründen und ebenso auch aus dem Grund das man ihnen doch eine normale Ernährung zugestehen sollte und ihnen nicht das eigens zusammengezimmerte Ernährungs- Gesundheitsmodell von vornherein anerzieht. Ebenso den Aussagen das die Mittel die gern empfohlen werden durchaus Nebenwirkungen haben können. Unsinnig ist aber der Eindruck den das Geschriebene hinterlässt. Nämlich das es in allen Formen schädlich ist. Und das trifft auf die normalen Nahrungsmittel die daraus hergestellt werden und nicht in riesengroßen Mengen vertilgt werden eben nicht zu.

Und im Übrigen: das rotes Fleisch eine krebsauslösende Wirkung haben kann ist auch mittlerweile bekannt, aber ich kenne niemanden der auf sein geliebtes Steak aus diesem Grund verzichtet. Vielleicht weils hier schon seit Jahrhunderten gegessen wird und somit nicht die Vorurteile dem "Neuen" gegenüber ertragen muss?

Grüsse

Maria
 
Maria, Rauchen kann auch Krebs auslösen - trotzdem ist das für die meisten Raucher nichtmal Ansatzweise ein Grund, mit dem Rauchen aufzuhören. (Zumindest kenne ich keinen, inklusive mir selbst, der aufgrund dieser Tatsache aufgehört hat zu rauchen.)
Wahrscheinlich wäre es anders, würde draufstehen: Löst Krebs aus! Definitiv! (und in kleinen Buchstaben, die man kaum lesen kann: Wir wissen nur nicht, wann.)

Sucht- und Genussmittel sind in einer ganz anderen Sparte angesiedelt, bei der man nicht mit Krankheitsbildern kommen darf. Da schreckt selbst der Tod in Bildern nicht davon ab, das alles zu sich zu nehmen, sei es Alkohol, seien es Drogen (egal welcher Form) oder seien es eben Nahrungsmittel.

Ich denke nicht, dass es etwas mit dem "Vorurteilen überzogen" zu tun hat, sondern schlichtweg damit, dass das eine eine Tatsache ist (kann krank machen.) und das andere ein "Brauchen" ist (ohne kann/will man nicht leben.)

Liebe Grüsse
Löwin
 
Hallo Löwin

natürlich hast du Recht mit der Aussage das es noch andere Dinge gibt die dieses Gefahrenpotential bergen. Mit dem Nikotin sowieso, von dem ja bekannt ist das es für etwa 30% (statistisch gesehen) der Krebserkrankungen verantwortlich ist bzw. Krebserkrankungen allgemein begünstigt. Nur war mein Beispiel eben auf ein Nahrungsmittel bezogen da es im besagten Fall eben um eine Nahrungsmittelgruppe ging und ich den Vergleich möglichst in der gleichen Sparte ansiedeln wollte.

Wie du selbst schon sagtest sind Sucht- und Genussmittel eine andere Liga eben weil gerade bei ersterem der Einfluss der Sucht eben auch eine große Rolle spielt ob man es nun aufgrund der Erhaltung seiner Gesundheit bleiben lässt oder weitermacht. (in diesem Zusammenhang oute ich mich auch mal als Zigarette-zum-Latte-Macchiato-Liebhaberin...Asche auf mein Haupt, im wahrsten Sinne des Wortes :))

Im Grunde ging es mir nur darum aufzuzeigen das vieles einfach übertrieben dargestellt wird, im Guten wie im Schlechten.

Und das es es oftmals eher die neuen Produkte sind die Anlass zu Diskussionen geben. Eben weil immer wieder betont wird (was auch richtig ist) das Langzeitstudien fehlen. Da prallen die aufgeputschten Nachrichten über die guten Seiten eben auf die Nachrichten über die negativen Seiten und der Konsument ist natürlich verunsichert was nun richtig ist bzw. ob er das nun problemlos essen kann...bei etablierten Produkten, wie rotes Fleisch oder eben auch Zigaretten, zuviel Alkohol, diverse Medikamente etc, wird kaum mehr drüber nachgedacht. Kam ja alles schon oft zur Diskussion. :D

Und wie Paracelsus schon sagte, Die Dosis macht das Gift, letztendlich könnte theoretisch alles krankmachen, auch Dinge die in normaler Dosierung einen gesundheitsfördernden Effekt haben.

Grüsse

Maria
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde Soja ok ... man muss ja jetzt nicht nur von Soja leben ... wenn man es schön in seine Ernährung einbaut ... mal tierische Eiweisse, etwas Whey, dann wieder Soja ...why not ...
 
Guten Morgen zusammen,

Ich nehm auch gerne Soja als Eiweissquelle, da ich das Gefühl habe, tierisches Eiweiss nicht so gut zu vertragen...manchmal zumindest ... da ich aber etwas "faul" bin hab ich mir sISOLAT Gold, ein Sojaprotein-Isolat besorgt - nebenbei hat das auch nur 0,2% Fett und 0,3% KH und wird in Deutschland nach DIN hergestellt - ich hoffe zumindest, dass das einen Unterschied macht :) Da ich nicht zu den "viel hilft viel" Konsumenten gehöre, komme ich mit mit einer 1000g Dose lange hin - zumal es ja auch noch natürliche Sojaeiweissquellen gibt. Wen´s als Alternative interessiert, das Isolat ist aus der Active Sportsline. Andere, im Preis ähnliche Mittel hab ich noch nicht gefunden - bin aber für Vorschläge offen...

In diesem Sinne ... einen guten Start in den Tag
 
um mal auf den Ausgangspunkt zurückzukommen...

muss man erstmal klar zwischen Sojaprodukten und isoliertem Sojaprotein unterscheiden.

Im Gegensatz zu den Sojaprodukten (Sojabohnen, Miso; Sojasauce, Tofu etc.) enthalten Sojaproteine und auch Sojaöle kaum mehr die am Anfang besprochenen Isoflavonoide, insb. nicht das hormonell aktive Genestein (was bei die meisten Wirkungen der Phytoöstrogene wahrscheinlich eine Hauptrolle spielt). Also was das reine Protein angeht ist es ziemlich egal ob es nun aus Ei, Molke (Whey), Soja oder einer Mischung aus mehreren Sorten hergestellt wird.
Beim Kauf sollte man allgemein auf den chemical score achten damit man nicht eins aus billigem Kollagen erwischt. Soweit ich weiß ist das bei Proteinpulvern derzeit der gängige Maßstab für die biologische Wertigkeit.
 
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Re: Tofu & Co: Sojaprodukte ja oder Nein ?
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