zu dem Artikel
immer wieder kommt es vor das bestimmte Produkte gehypt und andere dadurch verteufelt werden, gerade die aus dem Ernährungssektor.
In diesem Fall ging es um Soja, was ja angeblich viel besser ist als Kuhmilch und dessen Produkte. Und schon kommen ganz viele Mittelchen auf den Markt die das Tollste aus dem ganzen Produkt isoliert und dem Konsumenten in einfacher unaufwändiger Form zum einfach-nur-runterschlucken präsentieren. (Ein weiteres Beispiel dafür war der Boom um Zimt, welcher angeblich gegen Diabetes Typ 2 helfen sollte). Vergessen wird dabei aber leider immer wieder das ein natürliches Produkt eben nicht nur die Summe seiner Teile ist. Eher dass das Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe, welches bislang noch nicht mal annähernd erklärt werden kann, einen wesentlichen Einfluss auf den Gesundheitswert hat.
Ebenfalls kann man nicht aus den Ernährungsgewohnheiten anderer Völker einzelne Bestandteile rauspicken und pauschal sagen das genau diese die Essenz für die Volksgesundheit darstellen. Japaner haben z.B. eine lange Tradition der Entspannungslehre (wenn man es so nennen kann

) Tai Chi, Qi Gong sind einige Beispiele, ebenfalls die tägliche Teezeremonie. Dinge die das Stressrisiko senken und auch möglicherweise dadurch Krankheiten wie Bluthochdruck und seine Folgen vermindern.
Das ist das Schwierige an Ernährungsstudien im Gegensatz zu beispielsweise Arzneimitteln. Man kann nicht genau sagen ob gerade ein Stoff oder ein Produkt den ermittelten Effekt erzielte, sondern man schließt aufgrund statistischer Werte darauf. Das liegt ganz einfach daran das jeder essen muss und jeder andere Ess- und Lebensgewohnheiten hat die nicht großartig mit erfasst werden.
In Fachtexten wird das auch so formuliert. Weiterhin werden oftmals sehr viele verschiedene Studien durchgeführt und dann ausgewertet um etwas als annähernd gesichert festzulegen. Leider werden eben auch Einzelmeldungen von der Trivialpresse aufgeschnappt und so umgeschrieben das sie eine Schlagzeile ergeben "Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden...". Wenn etwas eine Schlagzeile ergab kommen gleich darauf die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, springen auf den fahrenden Zug mit auf und schon ergibt das für viele ein lohnenswertes Geschäft. Und damit möchte ich auch den Endabnehmer, den Konsumenten, nicht ausnehmen. Er bekommt das Nahrungsergänzungsmittel in Pillenform und gibt das Geld gerne aus weil er sich der illusion hingeben kann sich etwas Gutes zu tun ohne näher über seine Ernährung nachdenken zu müssen.
Und dann können natürlich Probleme auftauchen wenn z.B. falsche, oftmals zu hohe Dosierungen verwendet werden. Es zeigen sich Effekte die nicht vorauszusehen waren. In diesem Beispiel der Verdacht das die Phytoöstrogene anstatt Brustkrebs vorzubeugen (genauer gesagt sollen sie Wachstum und Teilung bereits entarteter Zellen hemmen) diesen provozieren.
Und schon hat man wieder eine Schlagzeile (Der Mythos...!) in die noch Dinge wie "Allergieauslösendes Potential" mit reingepackt werden können um es noch interessanter zu gestalten. Das alle Nahrungsmittel die Eiweisse enthalten ein gewisses Potential dazu haben Allergien auszulösen ist in diesem Fall wissenswert, passt wohl aber nicht in einen Zeitungsartikel. Ebenso können andere Thesen, wie z.B. das eine zu große Hygiene im Kindesalter zu einem höheren Risiko an einer Allergie zu erkranken führen kann, aufgrund des Platzmangels gar nicht erst erwähnt werden.
Was ich damit sagen will ist das man solche Artikel mit einer gesunden Skepsis lesen sollte und bei einem Thema welches einen interessiert eben auch andere Quellen nutzt.
Ich stimme diesem Artikel insofern zu das man Kleinkinder nicht unbedingt damit füttern sollte. Aus den dort genannten Gründen und ebenso auch aus dem Grund das man ihnen doch eine normale Ernährung zugestehen sollte und ihnen nicht das eigens zusammengezimmerte Ernährungs- Gesundheitsmodell von vornherein anerzieht. Ebenso den Aussagen das die Mittel die gern empfohlen werden durchaus Nebenwirkungen haben können. Unsinnig ist aber der Eindruck den das Geschriebene hinterlässt. Nämlich das es in allen Formen schädlich ist. Und das trifft auf die normalen Nahrungsmittel die daraus hergestellt werden und nicht in riesengroßen Mengen vertilgt werden eben nicht zu.
Und im Übrigen: das rotes Fleisch eine krebsauslösende Wirkung haben kann ist auch mittlerweile bekannt, aber ich kenne niemanden der auf sein geliebtes Steak aus diesem Grund verzichtet. Vielleicht weils hier schon seit Jahrhunderten gegessen wird und somit nicht die Vorurteile dem "Neuen" gegenüber ertragen muss?
Grüsse
Maria