Tierisches Eiweiss -- vermeiden oder ok?

imported_Mad

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Hallo zusammen

Bin neu hier.. habe viele Beiträge gelesen...
und aufgrund Artikel von so genannten Ernährungsberater und -wissenschaftler bin ich etwas verwirrt.

Immer wieder liesst man, dass tierisches Eiweiss "gesundheitsgefährdend" und wann immer möglich zu vermeiden sei.

Im Web lese ich dann, dass Molke-Protein (z.B. Whey Pro, was ich nehme) so ziemlich das Beste Produkt (da verzweiggekettete Aminosäuren) sei. Aber Molke ist doch ein Milch-Abfall-Produkt aus der Käseherstellung?! Und Milchprodukte sind gem. Wissenschaftlern für den Erwachsenen Menschen schlecht verdaubar und führen zur Uebersäuerung (Säure-/Basenhaushalt des Körpers).

:confused: Frage: Wie stark sind die (Langzeit-?) Nebenwirkungen bei der EInnahme von Molke-Proteinen? Gibt es gute, vergleichbare Alternativen?

Danke für Tipps!

Grüsse aus Zürich

PS: Wann (zeitlich) empfiehlt sich die Einnahme von L-Carnitine?
 
Hallo,

ich trainiere seit dem 20.05.2000. Seit November 2000 bin ich Vegetarier, seit Anfang Juni lebe ich vegan (also auch keine Milch- und Eiprodukte mehr).
Meinen Eiweißbedarf decke ich über Soja-Produkte (Tofu, Sojamilch, etc.), Gemüse, Seitan (wird aus Weizen hergestellt) und Sojaprotein-Pulver.
Oftmals wird von einer vermehrten Östrogen-Ausschüttung in Verbindung mit einer hohen Soja-Protein Aufnahme berichtet. Ich kann bislang nichts negatives berichten. Meine Stimme ist nicht höher geworden, und ich bekomme auch keine T**ten. ;)

Ich kann eigentlich nur von positiven Auswirkungen meiner Lebensweise berichten.

Als Vegetarier habe ich meinen Eiweißbedarf hauptsächlich über Magerquark, Milchprodukte, Proteinpulver (Lactalbumin-Pulver) und Hühnereier gedeckt.
Als erstes habe ich den Konsum des Magerquarks runtergefahren. Lag er vorher bei 500-1000 g am Tag, habe ich zuerst nur noch max. 250 g am Tag, später max. 500 g die Woche verzehrt.
Mit sinkender Quarkaufnahme verbesserte sich meine Haut, der Stuhlgang wurde wieder regelmäßiger und ich fühlte mich härter (in den Muskeln, was denkt Ihr denn ? ;) ).

Wie gesagt, seit kurzem lebe ich jetzt vegan. Mal sehen, was dabei auf Dauer herauskommt.


Bzgl. des L-Carnitins: Ich nehme es morgens, auf nüchternen Magen vor dem Cardio-Training oder vor dem Gewichts-Training. Ab und an trinke ich auch noch zwei Tassen schwarzen Kaffee. Danach dann L-Carnitin (1 g - 1,5 g). Ob es für den Fettabbau taugt, kann ich nicht bestätigen. Allerdings gibt mir das Zeug einen tierischen Energie-Schub.
 
Danke für Deine Ansicht.

Ich trainiere erst wieder seit März02 nach sieben Jahren Pause. Zum Glück habe ich eine gute Genetik, was mir innert Kürze zu einem kalten Bizeps von >40cm verhalf.

(Teilzeit-) Vegetarier zu werden ist 'ne Ueberlegung wert. Gar Veganer zu sein, halte ich für mich persönlich "unmöglich" und vor allem kaum gesellschaftsfähig.

Vielleicht kann mir doch noch jemand was über die Risken und Nebenerscheinungen bei der Einnahme von Molke-Protein sagen...

Bzgl. L-Carnitine: Soll dies jeweils kurz vor dem Training eingenommen werden?

Und soll tatsächlich die Dosis an zusätzlichen Proteinen täglich variert werden, damit sich der Körper nicht daran gewöhnt und die Proteine dann nicht mehr recht aufnimmt?
Hat da jemand Erfahrung dabei?

Danke
 
L-Carnitin nehme ich ca. 30 min. vor Trainingsbeginn.


In Amerika ist die zyklische Proteinaufnahme wohl der neueste Hit.
Anscheinend funktioniert dies so ähnlich wie das Kohlenhydrat-Aufladen.
 
Zyklisch?
z.B.?

ist 30 Min für die L-Carnitin ideal vor dem Training? Und sollte auch nach dem Traing was davon eingenommen werden?
 
Also ich vertrage Vegetarische Ernährung (Lacto-Ovo) überhaupt nicht. Davon bekomme ich eine unreine Haut, habe ständig Blähungen und nehme schnell an Fett zu. Außerdem bekomme ich davon Ekzeme an den Gelenken.

Pflanzliches Eiweiss (Nüsse, Soja, Tofu) vertrage ich exzellent. Nach Tofu-Konsum bin ich geradezu vitalisiert für den nachfolgenden Tag. Auf längere Sicht (mehr als 1 Woche) werde ich durch vegane Ernährung jedoch abgeschlagen und antriebslos. Im Extremfall geht es bis hin zu Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen.

Rotes Fleisch behebt zwar die Antriebslosigkeit die durch eine vegane Phase entstanden ist, liegt mir aber zu schwer im Magen und stopft. Geflügel und Fisch vertrage ich dagegen wieder exzellent.

Ich halte es deshalb so, daß ich vorwiegend pflanzliche Eiweisse konsumiere und ja nach Bedarf und Trainingsbelastung Fisch oder Geflügel ergänze. In Trainingspausen komme ich vegan manchmal sogar bis zu 2 Wochen hin, ohne mich schlecht dabei zu fühlen. Unter starker Trainingsbelastung habe ich bis zu 3 Mal Appetit pro Woche auf Tierisches. Schafskäse vertrage ich kurioserweise auch vollkommen unbeschwert. Es sind nur die Kuhmilchprodukte, die mich belasten.

Gruß

Andreas

PS: Was die Generaldebatte pflanzliches vs. tierisches Eiweiss anbetrifft ist für das unbedarfte Publikum Vorsicht angeraten. Vegetarier und Veganer sind Menschen, die Tiere unbedingt vor der Tötung bewahren wollen. Das ist die Hauptmotivation. Gesundheitliche Argumente werden von ihnen nur im Sinne ihrer Weltanschauung instrumentalisiert und selektiv eingesetzt.
 
gut das du das p.s. ansprichst, auf den eigentlichen Kernpunkt der Frage ist nämlich noch keiner eingegangen :D

ich war nämlich aufgrund des topicnamens schon etwas verunsichert, kann es mir aber beim besten willen nicht Vorstellen dass sich tierisches Eiweiß negativ auf den Körper/Stoffwechsel etc. auswirken soll.

Wenn ja dann her mit den fakten, womit ich nicht eure vegane lebensweisen angreifen will :D
jedoch ist unbestreitbar dass tierisches Eiweiß durch die höhere biologische Wertigkeit für den Muskelaufbau wohl besser ist, aber ich denke dass hat hier eh schon jeder gewußt :D
 
@michi:

Es kann kein Mensch ernsthaft bestreiten wollen, daß tierisches Eiweiss hochwertiger ist. Das zeigt sich an der Aminosäurenmischung, die einfach näher an dem ist, was dem menschlichen Stoffwechsel liegt. Hochwertiges pflanzliches Eiweiss kommt lediglich in die Nähe tierischer Eiweisse, ohne sie zu erreichen.

Es ist allerdings ein Denkfehler von Hochwertigkeit auf Verträglichkeit zu schließen. Das hochwertigste Eiweiss, d.h. am besten dem menschlichen Stoffwechsel entsprechend, ist Hühnereiklar. Dieses ist justament einer der häufigsten Allergene.

Außerdem ist nicht nur Ernährung mit minderwertigen Nährstoffen ungesund, sondern auch Überdüngung ist ungesund.

Die Frage ist, wo der rechte Mittelweg liegt. Da hilft einem ganz einfach das eigene Körpergefühl weiter. Man auf die Stimme des Körpers hören, sich selbst beobachten. Wann hat man das Gefühl von Energie? Wann ist die Verdauung unbeschwert?

Ich vermute bei den meisten ist der Anteil tierischen Eiweisses zu hoch. Ich fahre mit meinem Sojaprotein, das ich in einen Haferflockenshake gebe (mit Wasser, keine Milch) sehr gut. Ich knalle dazu noch Stärkekonzentrat der Kohlenhydrate wegen rein. Liegt nicht schwer im Magen. Ich schlafe darauf gut und am nächsten Morgen bin ich erholt und vital. Ansonsten esse ich wie gesagt Geflügel und Fisch. Von den Molken- und Milchprotein-Supplements halte ich nichts. Die belasten mich.

Es gibt ja unter den Ernährungswissenschaftlern die Fraktion der Milchkritiker. Die argumentieren, Milch sei eine Säuglingsnahrung, von der man als Erwachsener die Finger lassen solle. Außerdem ist Kuhmilch für Kälber, mit ihren mehreren Mägen konzipiert. Der Mensch hat einen ganz anderen Verdauungsapparat. Der Cro-Magnon ist ein Jäger und Sammler und kein ewiges Baby. Andere Ernährungswissenschaftler argumentieren wieder anders.

Wie gesagt, auf den eigenen Körper hören, Selbstbeobachtung. Ein bißchen experimentieren ... Dann wirst Du für Dich schon klarer sehen.

Gruß

Andreas
 
Richtig erkannt, Andreas!

Und mit meinem ursprünglichen Posting wollte ich eben grade das erfahren, worum hier jeder herumkurvt.
Hat jemand von negativen Berichten gehört bzgl. tierischem Eiweiss (im Speziellen Moke-Protein)?

Die Supplements find' ich halt einfach praktisch. 1 Büchse... da brauchste nicht viel ins Büro zu schleppen.;)
 
interessant, ich gebe dir recht, nach den meisten Eiweißshakes, oder mahlzeiten mit viel Milch/quark fühle ich mich echt oft wie erschlagen, Milch ist eben kein leichtverdauliches Nahrungsmittel.
Aber nur aufgrund dieses Gefühls zu sagen dass ich es auch nicht richtig verwerte kann ich mir auch nicht vorstellen. Wenn ich was schwerverdauliches esse fühle ich mich im ersten Moment immer matt, trotzdem kann es zum großteil gut vom Körper aufgenommen werden.

aber generell bin ich auch der Meinung wenn ich mich gut fühle dann wars auch gut, bloss in der BB Ernährung geh ich da manchmal etwas drüber hinaus um auch ja genug von allen wichtigen Nährstoffen zu haben, auch wenn ich dann oft ein Vollegefühl habe...
 
Wie wärs mit einer ausgewogenen Ernährung?!

Hallo,

wie wärs denn mit einer ausgewogenen Ernährung - ein bischen hier von ein bischen da von.
Ich glaub dass diesen Einheitsbrei eh keiner auf die Dauer aushält darum haben ja alle(natürlich nicht alle) diese Blähungen und sind immer müde.
Was nützt es mir wenn ich voll mit Eiweiß und Kohlehydraten bin und dann fehlen mir die Mineralstoffe und Vitamine die mir dabei helfen das ganze umzusetzen!?
Ich nehme selbst Zusatzprodukte ein, versuche aber immer Abwechslung rein zu bringen und möglichst alles abzudecken.
Der Körper und auch der Geist wird es zu schätzen wissen.

M.f.G.,

ElGeneral
 
Man kann sich auch nur von Tabletten ernähren.....
Einfach futtern, hauptsache wenig fett und einigermaßen eiweis! Bis jetzt hab ich auch gelebt ohne genau zu wissen wieviel mg tierisches und pflanzliches eiweis zu mir nehme. :rolleyes:
 
Ich werde mich hüten, jetzt hier ellenlange pro-vegane Studien, etc, zu posten.
Zu jeder Studie gibt es Gegenstudien. Das gäbe einen verfahrenen "Grabenkrieg". Also lasse ich es.

Nur etwas ganz kurz:

Milch
Wie schon Andreas schrieb gibt es eine Fraktion der Milchkritiker. Europäer und Amerikaner sind die Haupt-Milchkonsumenten. Viele Völker kämen nie auf die Idee, artfremde Milch zu trinken. Und es gibt z.B. in Asien kaum Menschen, die Milch vertragen. Milch ist für Babies.
Noch etwas zu Milch. Bislang hat man Osteoperose-Patienten immer zu einem hohen Konsum an Milchprodukten geraten. Neuesten, seriösen, Studien zufolge schadet Milch diesen Menschen jedoch mehr, als es bringt. Anstatt den Knochenaufbau zu unterstützen, entzieht es dem Knochen Kalzium.



Pflanzliche Proteine
Hat schon mal jemand einen auf freier Wiese (ohne Zufütterung) aufgewachsenen Bullen gesehen? Nachdem diese nicht mehr gesäugt werden, fressen sie nichts anderes als Pflanzen. Die wachsen zwar nicht so schnell, als würden sie Kraftfutter bekommen. Dafür besteht der Zuwachs aber nur aus astreinem Muskelfleisch.
 
@Dennis77:

Ich habe 2 Anmerkungen

Die Asiaten konsumieren mit Ausnahme der Mongolen sehr wenig Milch. Das ist ganz einfach darauf zurückzuführen, daß die Mongolen dort als Barbaren gelten. Die asiatischen Hochkulturen hatten in der Geschichte immer wieder unter Mongoleneinfällen zu leiden, weshalb deren Lebens- und Ernährungspräferenzen dort verpönt sind.

Daß Bullen mit pflanzlichen Eiweiss gut Muskelmasse aufbauen sagt für uns relativ wenig aus. Das sind eben auch von ihrer ganzen Veranlagung her Pflanzenfresser. Verdauungsapparat und Stoffwechsel sind entsprechend. Pferde sind auch sehr muskulös und reine Pflanzenfresser. Gorillas gleichermaßen. Letztere bauen ohne Training Muskelberge auf, von denen unsereiner nur träumen kann. Ich glaube aber nicht, dass wir Cro-Magnons deren Pflanzenfresser-Stoffwechsel und Verdauungstrakt haben.

Gruß

Andreas
 
@Mischi:

Abgeschlagenheit, Müdigkeit und/oder Völlegefühl sind ein deutliches Zeichen für schwer bekömmliche Nährstoffe. Der Körper müht sich an dem unerwünschten Zeugs ab, was für ihn sehr anstrengend ist. Man muss nicht bis zur Abgeschlagenheit vollgefrachtet sein, um sich gut zu ernähren. Gut bekömmliche Nährstoffe lassen bei einem nicht das Bedürfnis nach einer "Verdauungspause" aufkommen.

Wenn ich 100 g Rindfleisch esse habe ich das Gefühl ein Wackerstein liegt mir im Magen. Bei 200 g Lachs merke ich überhaupt nichts. Und der Lachs steht dem Rindfleisch kaum an Wertigkeit nach.

Ich würde Dir empfehlen mal experimentiv die Ernährung zu wechseln. Versuche mal Soja- statt Milch-Supplements.

Gruß

Andreas
 
Hallo,

Schade, dass ElGeneral mit seinem Apell zur ausgewogenen Ernährung so untergegangen ist.
Einseitige Ernährung ist immer schlecht. Und beruft Euch nicht auf irgendwelche Studien oder Apelle irgendwelcher Ernährungseiferer, sondern auf Euren Körper.

Wenn Euch Fleisch schwer im Magen liegt, solltet Ihr kochen lernen und genug Gemüse dazu verzehren.

@Dennis
Bist Du ein Ochse?
;) Im Ernst: Andreas hat völlig recht.


Gruß
Widar
 
@dennis77:

Ich kenne diese ganzen Pseudo-Argumente der "Tierrechtler". Ich war einmal mit einer Vegetarierin zusammen ...

Die Darstellungen, wie Du eine verlinkt hast, halten keiner wissenschaftlichen Überprüfung stand. Da schüttelt jeder Biologe mit dem Kopf darüber. Ich kenne eine promovierte Biologin, die weiß nicht ob sie lachen oder weinen soll, wenn sie solche Sachen hört.

Wer sich über Veganismus und Vegetarismus aus verläßlicher Quelle informieren will kann bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nachschlagen (Web-Seite hat ein Schlagwort-Verzeichnis, www.dge.de).

Gruß

Andreas
 
@ Widar:

Geschafft :D Doch nicht mein letzter.


Erstmal warum es mein letzer Post sein sollte: Weil es eh nur Streit gibt, auf Dauer. Ist leider immer so. Ich möchte mich auch selbst nicht davon freisprechen. Das läuft dann ungefähr so ab, wie damals, als es noch keine einzelnen HIT und Volumen-Foren gab.
Da schaukelten sich die Emotionen mit der Zeit hoch, und genauso würde es hier auch werden.

Kurz zur DGE: Die empfiehlt auch, selbst für Sportler, eine Proteinaufnahme von 0,8 g/kg Körpergewicht am Tag. Ich denke mal, daß die meisten hier da wohl deutlich drüber liegen.


Die Daten aus der Tabelle sind Fakten.

Aber egal. Ich lebe aus ethischen Gründen so, nicht aus gesundheitlichen. Daß es mir gesundheitlich viel besser geht, seit ich vegetarsisch lebe, ist auch ein Faktum. Seitdem hatte ich nicht einmal eine Magen-Darm-Grippe, die ich sonst jedes Jahr mindestens einmal hatte. Und sobald ich spüre, daß da eine Erkältung im Anmarsch ist kann ich, nur durch zwei Aspirin, Kamillentee und JHP-Öl, diese "abfangen".
 
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