@Widdar:
Ich beobachte tatsächlich, daß meine Fähigkeit, diese unerwünschten Nahrungsmittel zu verdauen, seit meinem weitgehenden Verzicht darauf, nochmals deutlich abgenommen hat. Ich entwöhne mich sozusagen.
Aber das muss ja nicht per se schlecht sein. Es gibt so etwas wie Maladaption. D.h. Anpassung an das Schlechte. Durch dauerhafte Gewöhnung lernt der Organismus, mit an sich Unerwünschten zurecht zu kommen. Diese Fähigkeit geht natürlich bei Verzicht auf die unerwünschten Stoffe weitgehend wieder verloren. Aber wo soll der Verlust liegen? Es fällt ja nur eine unerwünschte Belastung weg.
Ich glaube nicht, daß ich seit meiner Ernährungsumstellung irgendeinen Mangel leide. Fisch und Geflügel sind hochwertige tierische Nahrungsmittel. Ihr Eiweissgehalt leigt nur wenige Prozentpunkte unter rotem Fleisch. Kalzium bekomme ich auch aus Schafskäse. Dafür brauche ich die Kuhmilch nicht.
Ich fühle mich insgesamt wohl. Wenn ich mal auf einem Grillabend ein Rindersteak esse und dann 2 bis 3 Tage brauche, bis die Verdauung wieder unbeschwert läuft, weiß ich daß ich mich richtig entschieden habe.
Meine Tochter ist übrigens ganz anders disponiert als ich. Sie ist rotes Fleisch für ihr leben gern und hat eine vollkommen gleichmäßige und unbeschwerte Verdauung dabei. Die Menschen sind einfach zu unterschiedlich veranlagt, als daß man sie alle über einen Kamm scheren könnte. Ich halte es auch für durchaus möglich, daß einzelne mit einer rein veganen Ernährung sehr gut fahren. Ich gehöre aber nicht dazu. Jeder muss sich selbst beobachten und die richtigen Schlüsse ziehen.
Man hat vor einiger Zeit einmal Kleinkindern völlig freie Wahl bei ihrer Ernährung gelassen. Da waren auch welche mit typischen Kleinkindkrankheiten darunter. Das erstaunliche Ergebnis war, dass sich die kranken Kinder bevorzugt die Nahrungsmittel gesucht haben, die Substanzen enthielten, die gut zur Krankheitsbekämpfung waren. Die Kinder handelten instinktiv richtig. Wir Erwachsene sind nur zu sehr verkopft, hängen irgendwelchen Ernährungsreligionen nach und haben verlernt auf die Stimme des Körpers zu hören.
Gruß
Andreas