so, wie ist das jetzt wirklich?

turtles

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Liebe Leute,

ich bin neu hier, aber ich habe schon einiges hier gelesen, und hoffe sehr, dass ihr mir Informationen liefern könnt.

Ich bin seit 6 Wochen im Fitnessstudio eingeschrieben, und bin seither ca. 4x die Woche dort. ich habe als Kind Leistungssport gemacht (Schwimmen), und habe in den letzten Jahren sehr viel Yoga (anstrengendes) gemacht, habe also grundsätzlich relativ viel Muskulatur. Ich mache nebenbei noch Metabolic Balance, aufgrund von meinem Workout hat meine Ernährungsberaterin meine Gemüseportionen auf 200g pro Mahlzeit erhöht, Eiweiß um rund 10% und ein wenig mehr Kohlehydrate darf ich auch (in Spuren). Ich nehme also rund 1.600 - 1.700 kcal pro Tag zu mir.

Ich bin 1,78 groß und wiege derzeit rund 97kg.

so, und jetzt eben die Frage: ich habe in den 6 Wochen so gut wie nichts abgenommen (2kg Schwankungen am Tag sind drin, und rund 2kg habe ich an guten Tagen weniger, heute zb nicht, da wiege ich genauso viel wie vorher), dafür aber doch an Muskeln aufgebaut: ich sehe irgendwie ziemlich anders aus, Busen ist kleiner und straffer geworden (in meinem Fall absolut wünschenswert :D), Bauch definierter, Arme definierter, alles definierter, von den Schultern bis zur Taille habe ich cm verloren und ab dem Knie ebenfalls. Aber eben auf der Waage nichts.

Wenn ich jetzt euren Erzählungen und dem, was ich mir zusammengesucht habe, glaube, dann kann ich ja gar nicht so viel Muskeln aufgebaut haben, dass ich zugenommen habe. Es können Wassereinlagerungen sein, und meine Muskeln sind schon auch größer geworden (weil man sie mehr sieht?) und daher müssen sie doch auch eigentlihc ein wenig mehr wiegen, weil immer noch dichter als Fett, oder?

Oder was kann ich falsch machen? Hin und wieder habe ich schon geschummelt und mal eine Mahlzeit außerhalb des Ernährungsplans gegessen, oder Alkohol getrunken, aber generell sollte meine Energiebilanz mehr als negativ sein (also mehr verbraucht als zu mir genommen).

ich habe jetzt einen neuen Trainingsplan, bisher waren es Circle Corner und dann Crosstrainer (auf Ausdauer) im Schnitt 45min bei relativ hoher Pulsfrequenz. Jetzt habe ich Intervalltraining am Crosstrainer, und Kraft-Ausdauertraining (11 Geräte mit jeweils 3x20-25 Wiederholungen, keine Ahnung, wie das heißt).

Ah, und mein Ziel ist ganz klar: abnehmen und Ausdauer aufbauen.

Was mache ich also falsch? Oder wie kann man den Stillstand erklären?

In jedem Fall mache ich weiter, alleine aus dem Grund, weil ich mich wohl fühle und es mir total gut tut. Ich hoffe halt nur sehr darauf, dass es bald mal mit dem Gewicht bergab geht....
 
Mal wieder die ganz doofe Frage: Warum machst Du Ausdauer und dann auch noch Kraftausdauer dazu? Warum machst Du statt der Kraftausdauer erst mal nicht nur Krafttraining?
Das ist doch effektiver, als dieses langwierige Kraftausdauertraining. Fahr die Wiederholungen runter auf 8 - max. 12 und dafür die Gewichte rauf!
 
weil mir das mein trainer so gesagt hat? habe jetzt 6 wochen krafttraining gemacht, jetz that er mir das empfohlen.

ich bin ja kein experte - ich lasse mir halt trainingsplan geben. und kraft habe ich ja schon ziemlich extreme. er meinte, das sollte die fettverbrennung ankurbeln oder was weiss ich.
 
Wenn sich Deine kcal-Zufuhr im genannten Bereich tummelt, liegst Du schon mal goldrichtig. Die Zahlen treffen nämlich knapp Deinen Grundumsatz. Mit ein wenig Sport geht es dann in die richtige Richtung.

Das Problem mit den Trainingsplänen für Frauen ist, daß die Trainer die Damen immer in die Ausdauergeräte stecken. Deshalb sieht man in den Studios die Damen immer stundenlang auf den Geräten herumtraben. Mach einfach Krafttraining, dann erreichst Du mindestens das gleiche Ergebnis, allerdings in wesentlich kürzerer Zeit! Außerdem baust Du dann wirklich Muskeln auf und arbeitest nicht immer wieder wie ein Hamster im Käfig den gleichen kcal-Umsatz ab. Mit aufgebauten Muskeln arbeiten diese schon selbst durch den dann höheren Grundumsatz für den Gewichtsschwund.

Überleg Dir mal, warum die Männer kräftig Gewichte stemmen und relativ zügig straffe Körper haben und warum bei den Weiblichen meist wenig sichtbar ist. Warum sollten Frauen anders trainieren als Männer?
 
na die sache ist die: ich bin einfach relativ stark für eine frau, und ich hebe sachen, die einige meiner männlichen freunde nicht heben können. eckdaten habe ich sonst keine, oder was willst du hören. ich habe beim circle corner auch relativ hoch angefangen, also für eine frau und anfängerin. meinte auch der trainer. ich bin mit meinen 1,78 die kleinste, aber stärkste in der familie und habe immer schon muskeln gehabt. ist halt so.

meine frage ist jetzt aber: warum nehme ich zzt nicht ab, wenn ich meinen grundumsatz esse und 4x die woche relativ intensiv sport mache, also auch wenn man jetzt darüber diskutieren kann, ob das, was ich mache, sinn macht (hat vielleicht auch damit zu tun, dass ICH ausdauer trainieren will, weil wie gesagt, kraft habe ich eh schon und es ist mir teilweise peinlich, weil's halt als relativ unweiblich angesehen ist, kraft zu haben)????

weil es doch heißt, dass man gar nicht so viel muskelmasse aufbauen kann, dass man zunimmt oder stagniert. woran liegt das jetzt? wasser in den muskeln? muskelfaserwachstum? oder mache ich sonst irgendwas falsch?
 
Wenn du von 6 Monaten sprechen würdest wäre das wohl seltsam, aber 6 Wochen ist doch noch keine Dauer.

Was die Energiebilanz angeht sollte das nicht ungefähr "vielleicht so in etwa hinkommen", sondern du solltest dir gerade am Anfang sicher sein und da mal recht genau Buch führen. Wenn alle kleinen Schummelleien auf einen Stapel addiert werden kann einen das schon mal überraschen

Eckdaten für die extreme Kraft könnten ein paar Übungen sein. Extrem wäre für mich zB. schon wenn du bei 97 kg auch nur einen anständigen Klimmzug hinbekommen würdest. Auch andere Übungen können einem Daten über die Kraft liefern, Bankdrücken, Kniebeugen, Kreuzheben zum Beispiel.

Solche Eckdaten sind dann auch aussagekräftig, sowas wie "ich bin mehr Wasserkästen heben als meine männlichen Bekannten" sind ja keine harten Fakten, wir wissen ja nichts über die Sportlichkeit deiner Freunde :)
 
ich habe nie gesagt, dass ich extreme kraft habe (und die übungen mache ich jetzt nicht), sondern, dass ich einfach ziemlich kräftig bin für eine frau, und halt eben ganz ok muskeln habe, eher zuviel als zu wenig, das ist jetzt subjektiv, aber ist so. und ich immer wieder leute überrasche, weil ich halt stark bin für eine frau. aber extrem ist sicher was anderes. klimmzug habe ich schon lange nicht mehr probiert, aber bis zur hälfte sollte ich schon kommen.

aber du hast recht, 6 wochen ist vielleicht nicht wirklich ein maßstab und ich werde das mal mit dem schummeln beobachten. das kann sich sicherlich addieren, obwohl ich mal sagen würde, dass die energiebilanz immer noch negativ war.

werde einfach mal weiter machen und sehen, wenn du meinst, dass 6 wochen noch kein maßstab sind! und weniger schummeln ist sicher auch noch drin :D

aber was mich eben wirklich interessieren würde: was ist jetzt eben dran, daran, dass man am anfang zunimmt. WAS lagert man da ein? oder lagert man gar nix ein?
 
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Der Körper an sich und seine Reaktionen auf Nahrungszufuhr und Kaloriendefizit sind noch nicht hinreichend erforscht. Wenn die Tabellen mit Grundumsätzen etc. stimmen würden, dann gäbe es bestimmte Models nicht mehr, die sich nur von Koks und Salatblättchen ernähren. Man muss sich immer vor Augen halten, dass der Körper Kalorien nicht "verbrennt", sondern "verwertet". Es gibt einen Stoffwechsel und keinen Stoffverbrauch. 300 Kalorien, die aus Fleisch kommen weden anders verwertet, als 300 Kalorien, die aus Zucker kommen. Der Hormnhaushalt spielt hier eine entscheidende Rolle. Ebenso die Gewöhnung. Hat sich dein Körper an täglich 2000 kcal gewöhnt, stellt er seinen Stoffwechsel darauf ein. Bekommt er dann z.B. 3 Tage nur 1000 kcal, so läuft sein Stoffwechsel noch auf 2000, also kommt es zu einer regulären Gewichtsabnahme. Aber nach mehreren Tagen mit nur 1000 kcal gewöhnt sich dein Körper entweder auch daran, oder holt sich die zusätzlich benötigte Energie durch Heißhungerattacken. Diese verdrängt der Mensch nur allzu oft aus seiner Wunschvorstellung von der perfekten Diät, die zum pefekten Körper führt. Man kann seinen Körper nur schwer überlisten und wenn man dies längere Zeit tut, wird man dabei auch unglücklich. "Ernährungsumstellung" und "mehr Sport treiben" schön und gut, aber wenn man die Anlagen (dazu gehört auch der Wille) dazu nicht hat, bringt man den Körper aus dem Gleichgewicht. Man muss sich eben entscheiden, was man will, der Mensch ist nun mal ein duales Wesen (wer möchte nicht gleichzeitig top aussehen, aber essen, wozu man Lust hat?). Deswegen ist der Jojo-Effekt ja auch so allgegenwärtig - man reißt sich eine gewisse Zeit zusammen, schafft es nicht durchzuhalten, nachdem man sein Wunschgewicht ereicht hat und frisst sich das doppelte wieder dran. Bis zur nächsten Diät. Ich selbst habe das Glück eines genetisch guten Körpers. Und dennoch sage ich: Lieber dick und glücklich, als dünn (oder fast dünn) und unglücklich.
 
experiment, das ist ja schön für dich, aber was genau willst du mir damit sagen?

dass ich's vergessen kann, wenn ich ab und an mal schummle?

also mir ist es ja egal, weil ich fühle mich mit mehr sport und gesundem essen einfach wesentlich wohler, und meinetwegen bleibe ich halt bei der figur, die ich jetzt habe.

und was ich einfach gerne beantwortet hätte ist: was führt bei so vielen leuten bei der erhöhung der sportfrequenz zu stagnierendem oder sogar mehr gewicht? weil reiner muskelaufbau kann es ja nicht sein....
 
also mir ist es ja egal, weil ich fühle mich mit mehr sport und gesundem essen einfach wesentlich wohler, und meinetwegen bleibe ich halt bei der figur, die ich jetzt habe.
....

Das beinhaltet viel von dem, was ich sagen wollte.

und was ich einfach gerne beantwortet hätte ist: was führt bei so vielen leuten bei der erhöhung der sportfrequenz zu stagnierendem oder sogar mehr gewicht? weil reiner muskelaufbau kann es ja nicht sein....

Es gibt noch keine hinreichende Antwort darauf. Wenn man eine Antwort darauf finden wollte, müsste man lebende Menschen sezieren können, um die genaue Körperzusammensetzung messen zu können. Zudem gibt es noch viele andere Faktoren, die Einfluss auf das Körpergewicht haben: Hormonlage, Stress, Dauerstress, Ernährung, Jahreszeit, Phänotyp der Menschen im Umfeld ... etc.

Mit Sicherheit ist es nicht nur Muskulatur. Möglicherweise kommt noch eingelagertes Wasser, vermehrte Einlagerung von Glykogen, Einlagerung von Depotfett als Reserve für künftige Anstrengungen, und und und dazu.
 
danke, experiment, für die antwort! damit ist mir einiges klarer.

und auch auf jeden fall nochmals danke für den satz mit dem willen und so weiter. habe darüber noch ein wenig nachgedacht, und willen habe ich genug, ich habe in meinem leben einiges erreicht, was ich wirklich wollte. man darf sich halt von durststrecken nicht aus der fassung bringen lassen. ist so.

danke jedenfalls für die antwort - ich habe mir ja schon gedacht, dass einiges nicht bekannt ist, aber jetzt kann ich mir mehr zusammenreimen.
 
ps: hast du zufällig zu dem thema phänotyp der menschen der näheren umgebung einen link zu der einen oder anderen publikation? das würde mich näher interessieren!
 
Das kannst du nachlesen in einem Buch von Udo Pollmer, weiß aber grad nicht mehr, welches von den dreien, die ich habe. Kann es bei Gelegenheit mal raussuchen. Quintessenz ist jedenfalls, dass der Mensch als "schön" empfindet, was er in seiner Umgebung als Durchschnitt sieht. "Schön" ist demzufolge kein Fixpunkt, sondern dass Ergenis dessen, was ich über einen mittelfristigen Zeitraum als phänotypischen Durchschnitt annehme (+ Fortpflanzungsmerkmale, die gehen immer, genauso Symmetrie). Interessant wird die Sache vor allem, wenn man bedenkt, was man im Fernsehen als "Durchschnitt" vorgesetzt bekommt (Germanys next Topmodel etc.). Die Leute schauen sich zu lang unechte Schönheitsideale an und übernehmen diese unbewusst, vergleichen sie mit sich selbst und stellen große Unterschiede fest. Das resultiert natürlich in Selbstzweifel bis hin zu Selbsthass. Ein schönes Beispiel ist für mich immer die Zeit bei der Bundeswehr. Montags kamen wir Kerle immer alle aus dem Wochenende, welches man ausgiebig mit seiner hübschen Freundin verbracht hat zum Bund, wo es (bei uns) nur subjektiv "hässliche" Frauen gab (zudem noch sehr wenige davon). Dienstags gings immer noch, mittwochs schaute man schon mehr hinterher, Donnerstag waren sie bereits gern genommene "Trieb-Ziele" und freitags lechzte man förmlich nach denen. Da hat genau dieser Mechanismus zugeschlagen: Es ist nix anderes zum Fortpflanzen da, also wird es zwangsläufig als "schön und begehrenswert" eingestuft.
Daher fällt auch eine Bewertung in "schön" oder "hässlich" nicht immer gleich aus - man muss nicht zwangsläufig "schlank" sein, um "schön" zu sein!
 
danke für den tipp! werde mir die bücher mal ansehen!

das erinnert mich an ein gespräch mit einem biostatistiker, dass ich zu diplomarbeitszeiten hatte: er meinte, das menschliche gehirn tendiert zu mitteln. dh, du siehtst (hausnummer jetzt) 3 alte männer mit stock. daraufhin macht dein gehirn folgendes: es speichert die information: männer mit stock sind alt, und alte männer haben einen stock (sofern du nicht bereits weißt, aus einem anderen mittelwert, dass alter männer nicht immer einen stock haben - aber männer mit stock sind alt könnte bleiben). passt genau dazu - so habe ich das noch nicht betrachtet.

allerdings ist mir aufgefallen, dass ich die menschen besonders attraktiv finde, die in sich ruhen, selbstbewusst sind (also wirklich, also die, die sich ihrer fähigkeiten bewusst sind, nichts aufgesetztes) und mit sich zu frieden sind. die strahlen so viel mehr aus als ein kleines pupperl mit perfekten maßen, oder eine physisch schöne frau/ein physisch attraktiver mann, die immer dreinschauen, als ob sie etwas zwickt.

daran arbeite ich sowieso parallel. eine kleidergröße kleiner wäre angenehm, zwecks einfacherem kleidershoppen :D aber jetzt jammere ich jedenfalls erst dann, wenn ich WIRKLICH brav im plan bin vom essen her und dann nix abnehme. wenn ich mich an der nase nehme, habe ich wohl insgesamt schon ein wenig zuviel geschummelt (man hat ja sport betrieben und "darf"), wenn's da mal das stückchen obst oder 2 mehr war, und so weiter. das summiert sich.
 
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Einsicht ist der beste Weg zur Veränderung. Viel Glück bei Deinem Vorhaben, ich hab es zum größten Teil schon hinter mir :)
 
danke dir!

ich bin auf halbem weg. vor 4 jahren hatte ich 25 kilo mehr, und dachte, die welt geht unter. ist sie nicht. aber ich habe gemerkt, dass ich mal im kopf anfangen musste, der rest folgt dann eh, und disziplin und konsequenz kann man lernen.

aber hin und wieder mal übersieht man seine fehler, lässt sich sachen einreden ("du baust muskeln auf"), und die motivation hat sich irgendwo versteckt. kann passieren.
 
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