Sind Deutsche Sportler zu weich?

Bodhi74

New member
Welche Meinung habt ihr zu diesem Thema?
Ich bin ziemlich entsetzt über das ergebnis der Leichtathletik WM in Paris.
Kann es nicht sein das unseren deutschen Athleten der richtige biss zur topleistung fehlt weil sie ja sowieso schon alles haben um ein entspanntes leben zu führen.
Lohnt es sich den heutzutage nicht mehr um etwas zu kämpfen.
Ich finde unsere Athleten sind einfach satt, arogant und eingebildet ( aber ich frage mich nur auf was).
 
Laut dem Mannschaftsarzt sind sie einfach nicht gedopt - im Gegensatz zu allen anderen :lol::lol::)
Gruss,


Felix
 
genetik,geld,gute schulbildungsmöglichkeit...

...eigentlich können deutsche nur in technisch anspruchsvollen sportarten auftrumpfen (hochspruch, speer, etc.)

die genetik verhindert schon mal einiges im kurzkraftbereich (sprint) und langstreckenbereich... und viel geld lässt sich in den dann übrigbleibenden sportarten nicht verdienen für den aufwand an training bzw. die beim dopen gefährdete gesundheit aufs spiel zu setzen!

zudem hat man oftmals mit einer vernünftigen ausbildung mehr geld in der tasche und vor allem sicherer auf längere zeit (verletzungen...)

von einer anderen seite gesehen, sind deutsche sportler durchaus in der weltelite anzutreffen, nur halt ein paar plätzchen dahinter, aber immerhin, leistung ist leistung! und die ist allemal gewaltig, was die da machen!

und gottseidank ist unser gesellschaftssystem anscheint so gut, dass viele garnicht den ausweg im sport oder ähnlichem suchen müssen, sondern "normal" ihr leben sichern können :)

es kommt also nur auf die sichtweise an :)

http://www.pingelchen.de/media/zwergenaufstand1.JPG
 
Re: Sind Deutsche Sportler zu weich? Nein!

Leistungssport und Beruf sind selten unter einen Hut zu bringen, welcher Arbeitgeber (außer der Bundeswehr) kann auf seinen Mitarbeiter 2x täglich verzichten, damit der trainieren kann?

Vom Ruhm kann man schlecht leben und was mache ich eigentlich bei einem Sportunfall oder nach der Karriere?

Tellerwäscher?

Man kann gegen die ehemalige DDR sagen, was man will, aber der Leistungssport hatte da einen anderen Stellenwert als hier, natürlich auch mit allen Auswüchsen wie Doping und damit Körperverletzung.

Am Zustand der Leichtathletik wird sich hierzulande nichts verbessern, im Gegenteil. Öffentliche Mittel werden gestrichen und Sponsoren gehen. Das wars dann..

LG

Gerd
 
Re: Sind Deutsche Sportler zu weich? Nein!

Das der Arbeitgeber 2x täglich auf einen verzichten muß kann ich so nicht zustimmen. Ich betreibe auch sehr umfangreich den Triathlonsport und muss mich morgens vor der arbeit und abends nach der arbeit zum training bemühen.
Nur ich bin der meinung das viele junge sportler zu schnell abheben und sich auf ihren erfolgen was einbilden. Ich meine nicht damit unsere alten haudegen wie drechsler, baumann und co., die haben über jahre ihre leistung gebracht und verdienen damit auch meine anerkennung. Mir geht es nur um die junge generation von sportlern.
 
Re: Sind Deutsche Sportler zu weich? Nein!

Mein Studienfreund war vor 30 Jahren Hochleistungs-Kanute, da gings mit dem Training nur während des Studiums. Als er dann seine Job bei einem namhaften Münchner Autohersteller begann, wars das....

Gerd
 
Das wäre eine Erklärung, ...

vielleicht sollten wir mal einen Spion ins "feindliche" Ärzteteam der Amis schleusen, um denen auf die Schliche zu kommen :winke:. Nein, im Ernst, ich glaube das ja selbst nicht, dass die Deutschen nicht gedopt sind :), war ja nur die Erklärung des Trainers in dem Interview neulich.
Gruss,

Felix
 
Re: Sind Deutsche Sportler zu weich? Nein!

und selbst neben dem studium für eine WM zu trainieren und dann auch noch 2. zu werden wie Annika Becker ist verdammt hart und zeugt von viel ehrgeiz und noch mehr disziplin. deshalb hut ab vor so ner leistung.

Um bei den Stabi's zu bleiben...Floe Kühnert aus Leverkusen, letztjährige Juniorenweltmeisterin, hat sich jetzt, dank Tim Lobingers Worten betreffend die deutschen Leichtathleten, dazu entschlossen Profisportlerin zu werden und ihr Medizinstudium zu verschieben....

Aber wie schon oft gesagt wurde, lässt sich sowas eben nicht flächendeckend umsetzen da eben die "infrastruktur" und die einstellung dazu fehlt.
Ich persönlich würde aber auch den "sicheren" Weg eines Studiums gehen und auf den Leistungssport dann eben verzichten.

http://www.diskuswerfer.de/ava.jpg
 
Ich denke, daß Du es Dir zu einfach machst, wenn Du stereotyp Vorurteile als Ausgangspunkt schlechter sportlicher Leistung benennst.

Daher geht auch die "Bewertung" fehl.

LG,

René
 
Vielleicht sollten die Deutschen:

1. Ihre Sportler, die es zu was bringen auch mal öffentlich loben und nicht niedermachen, weil sie nur zweitbester der Welt in ihrer Disziplin sind.

2. und da anfangen, wo die Amis anfangen : im Kindergarten und nicht bei Lehrer/Geldmangel die Sportstunden ausfallen lassen und die Gemeinden die Sporthallen für Vereine kostenfrei zur Verfügung stellen und Platzwarte nicht mit dem Feldstecher nach Wolken suchen, um den Platz sperren zu können und vorallem Menschen (?) in Bayern auch andere Sportarten öffentlich anerkennen könnten als FUSSBALL!!!!

gruß rules

http://www.ansbach-grizzlies.com/bilder/spiel_31.5.online/0138_kl.jpg
 
Stimmt alles

In punkt 2 haste vollkommen recht, aber es is nicht nur in Bayern so, dass der Fußball alleine regiert. Auch in BaWü is das der häufigste Fall.

Das mit den Sporthallen is aber genau so schlimm. Wir belegen 1x/woche ne Halle für 90 min und müssen glaub ich genau soviel zahlen wie die Volleyballer die 3x/woche drin sind. Irgendwie ungerecht...

gruß
Victor

http://www.diskuswerfer.de/ava.jpg
 
Punkt 1 geht in Ordnung, vgl. auch mein anderes Posting hierzu.

Zu Punkt 2:
Bitte nicht schon wieder die Mär von „den“ „Amis“! Bist Du ein Kenner des amerikanischen Sportsystems?

Aus Erzählungen eines amerikanischen Freundes heraus, der dort Fußball spielt, weiß ich, daß seine Erfahrungen alles andere als schmeichelhaft für das amerikanische Sportsystem sind, gerade wenn es um den Umgang mit neuen und „exotische“ Sportarten geht. Vielfach sind die Träger der Sportanlagen private Eigentümer, die entweder viel Geld verlangen, damit man ihre heiligen Stätten betreten darf, oder aber auch Fußball als Kinderquatsch ansehen, der irgendwo weit hinter Obdachlosigkeit und Prostitution in deren Wertschätzung rangiert, und die Jungs deshalb blockieren.

Tatsache ist, daß auch die Amis ihre Sportpräferenzen besitzen: Football, Basketball, Baseball, Icehockey, mit Abstrichen noch Tennis und hier und dort auch regionale Sportarten. Für die Minderheiten bleibt da nicht viel übrig. Insofern sehe ich keine großen Unterschiede zu uns.

Katti White etwa trainiert auch nur in den Wintermonaten in Texas, sonst ist sie das Jahr über im Saarland.

Das deutsche System der Vereinsträgerschaft und gemeindefinanzierten Sportanlagen ist gar nicht so schlecht, wie Du es darstellst. Einzelne Benachteiligungen können hier nicht gegen ankommen. In Hessen etwa wurde auch die Förderung des Sports als Staatszielbestimmung in die Landesverfassung aufgenommen.

Ich erinnere mich noch, daß wir vor ein paar Jahren keine Probleme hatten, für die Faustballer eine Halle zum Trainieren über den Winter zu bekommen.

Bayern ist ohnehin eine Singularität – „Miä san miä!“. :winke:

LG,

René
 
Du meinst

lieber Zeus,

Kelly White, und sie ist bei ihrem Freund, dem saarländischen Speerwerfer Boris Henry,und beide trainieren gemeinsam u.a. in Saarbrücken an der dortigen Hermann Neuberger Sportschule. Zumindest bis zu ihrem positiven Dopingtest war das der Fall. Boris geht aber auch im Frühjahr regelmäßig zum Training nach Südafrika, kenne seinen Vater persönlich.

Gruß Rainer
 
Ich bin kein "Kenner" des Systems, sondern nur Beobachter. Aufgrund meines Hobbys sehe ich halt viel Unterschiede zwischen Deutschland und USA. Aber bitte beachten, ich red vom Normalo nicht vom Profi. Auch da gilt in USA die Ausnahme, und Sportler, die es in die NFL geschafft haben sind Ausnahmeathleten.

Ich wollte in einem kurzen Satz die Fehler in unserem System aufzeigen.
Die da sind:
1. Der Sportunterricht kommt in Schulen und Kindergärten zu kurz. (Er fällt eben oft auch ganz und gar weg)
2. Die Sporthallen und Plätze werden (zumindest hier in By) nach einem Verteiler aufgeteilt, der nicht nachzuvollziehen ist.
Und Vereine müssen für das Benutzen einer Schulsporthalle oft enorme Summen zahlen. Das kann auf jeden Fall im Kinderbereich nicht richtig sein. Hier war das z.B. 120 DM für einen Monat.
3. Die Platzwarte lassen Spiele (in meiner Randsportart) ausfallen, dem Willkür nachzusagen ist. Es gibt Gutachten von offiziellen Stellen, das Footballer den Rasen nicht kaputt machen, da sie flächendeckend und nicht nur im Torraum spielen.
4. Es ist für einen Jugendlichen in Deutschland nicht motiivierend, wenn er für seinen Sport ausgelacht wird oder als Raufbold abgestempelt. Bei großen Fußballspielen hat die Polizei richtig viel zu tun. Bei Footballspielen (gab es auch schon bei uns mit 70 000 Zuschauern) spielen die Karten. Alles schon gesehen und dass nicht nur einmal. Das weiß bloß keiner und daher setzt man jeden gleich mit "Schlagen und Prügeln" Ist garnicht erlaubt.

Es gibt eben mehr als Fußball in D. In USA eben die großen US Sportarten und mit den anderen läßt sich eh kein Geld verdienen. Daher haben es die Randsportarten überall gleich schwer wegen anderer Randbedingungen.
Aber meine Rede war eben der Sport in seinen Anfängen, die Kinder müssen Sport treiben, sonst finden wir die Talente gar nicht erst, sondern sie verfetten am PC und weiß nicht mal, dass es toll laufen oder werfen oder schwimmen kann.

gruß rules

PS Nehmt mit mein Statement für Am Football nicht übel, ich kann nicht anders.

http://www.ansbach-grizzlies.com/bilder/spiel_31.5.online/0138_kl.jpg
 
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