schmerzen in den schienbeinen beim laufen

Anonym

New member
immer wenn ich jogge, habe ich bereits nach kurzer zeit starke schmerzen in den schienbeinen. es fängt bereits nach wenigen meter in den fußgelenken an und wird mit längerer strecke immer schlimmer. es kriecht dann die schienbeine hoch bis in die knie, so das ich wohl oder übel den lauf abbrechen muss, weil die schmerzen unerträglich werden. weiß jemand rat??
 
Was heißt "immer wenn ich jogge" bei Dir konkret? "Immer wenn ich alle halbe Jahre mal probiere zu joggen" oder eher "Jeden Abend, wenn ich jogge"? Sollte es eher letzteres sein, könnte Shin Splint das richtige Stichwort für Dich bzw. für Google sein.

Gruß

Tabea
 
unbedingt erstmal Pause!

ich tippe auch auf Tabeas Ferndiagnose - Knochenhautentzündung! Aber auch einen Ermüdungsbruch kann man nicht ausschließen.

Damit du weißt, was der Doc machen muss, hier ein Ausschnitt aus "Verletzungen und Beschwerden im Laufsport - Prävention und Therapie" aus dem dt.Ärzteblatt (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=27174 - PDF, 125KB)

Periostitis tibiae (Periostitis = Knochenhautentzündung, tibiae = das Schienbein betreffend)

Patienten mit Periostitis tibiae (Shin
Splints) stellen sich typischerweise mit
stechenden, scharfen Beschwerden an
der Ventralkante (ventral = bauchseitig) der Tibia unter Belastung
vor. Meist sind die Beschwerden
über einen Bereich von 5 bis 10 cm auslösbar
und treten nicht selten beidseits
auf. Bei der klinischen Untersuchung
imponiert ein scharfer Druckschmerz
bei Überstreichen der schmerzhaften
Areale (10). Differenzialdiagnostisch
ist das Schienbeinkantensyndrom von
Stressfrakturen zu unterscheiden, weshalb
eine nativradiologische Bildgebung,
zumindest bei Therapieresistenz
über zehn Tage (positive Periostreaktion)
angebracht ist. Ursächlich werden
auch hier verschiedene Entstehungsmechanismen
diskutiert. Die Beschwerden
treten oft nach einer Veränderung
der Trainingsbedingungen (zum
Beispiel Übergang Halle – Tartanbahn
im Frühjahr), der Trainingsinstensität
beziehungsweise des Trainingsumfangs
oder einer Veränderung der Schuhversorgung
auf (13). Bisher ist allerdings
außer für den Faktor Umfangssteigerung
auf über 32 Trainingskilometern
pro Woche kein eindeutiger Nachweis
einer ursächlichen Wirkung gelungen
(30, 48).
In der Therapie hat sich einerseits
die Optimierung der Einlagenversorgung
nach plantarer Druckverteilungs-
messung
beziehungsweise eine Anpassung
des Sportschuhs und andererseits
eine physiotherapeutische Behandlung
mit Querfriktionen, Eis, Elektrotherapie
und Ultraschall, unterstützt durch
eine orale analgetisch-antiphlogistische (analgetisch = schmerzlindernd, antiphlogistisch = entzündungshemmend)
Behandlung, bewährt. Erstaunliche Erfolge
können zudem durch die lokale,
fraktionierte Anwendung von steroidhaltigen
Salben erreicht werden. Eine
vorübergehende Reduktion von Trainingsumfang
und -intensität ist empfehlenswert.
Zur Prävention wird häufig
eine Verbesserung der koordinativen
Fähigkeiten der unteren Extremität
über ein propriozeptiv-koordinativ orientiertes
Training in Kombination mit
einer Kräftigung der Unterschenkelmuskulatur
gefordert.


Gute Besserung!

chianti
 
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