Schlaganfall durch Kniebeugen?

chris_ray

New member
Hallo,

hab von nem Kumpel, der im Studio schon längere Zeit trainiert, gehört, dass jemand, der dort schwere Kniebeugen trainiert hat (weiss jetzt nicht mehr die KG-Zahl), nach dem Training übelste Schwindelgefühle bekam. Dann folgten Doppeldbilder, Übelkeit, Luftnot. Aber das beruhigte sich nach 5 Minuten wieder. Einen Tag später erfuhr ich von dem Kumpel, der Trainier hätte ihm erzählt, das der Kniebeugen-Typ nen Schlaganfall hatte und nun in der Klinik liegt.
Der Typ ist so um die Mitte 30 und lebt ansonsten gesund,
nun meine Frage, kann das von den Kniebeugen gekommen sein?

Und wird sowas eher durch niedrigen oder hohen Blutdruck begünstigt?

Gibt ja viele, denen speziell nach Kniebeugen schwindelig wird, aber wo liegt die Schwelle zwischen harmlos und gefährlich?

vielen dank schonmal
gruss,
chris_ray
 
Also Kniebeugen sind schon so ne Sache,das ist schon einigen schwarz vor Augen geworden,da der Kopf nicht mehr genügend durchblutet wurde und folglich nicht genug mit Sauerstoff versorgt wurde.

Ursachen für einen Schlaganfall gibt es viele-hier ist ein kleiner Text:

Die große Mehrzahl der Schlaganfälle (etwa 80%) geht auf den Verschluss einer hirnversorgenden Arterie zurück. Meist sind die Hirngefäße durch eine Gefäßverkalkung (Atherosklerose) geschädigt. Die wichtigsten Risikofaktoren für diese Art von Schlaganfall sind: Bluthochdruck, Rauchen, Zuckerkrankheit, erhöhtes Cholesterin, Übergewicht und Bewegungsmangel. Ein abgelaufener Schlaganfall sowie ein flüchtiger Schlaganfall (transitorische ischämische Attacke=TIA) erhöhen das Schlaganfall-Risiko erheblich.
Eine seltene Ursache für einen Schlaganfall ist ein Blutgerinnsel, das sich bei Herzrhythmusstörungen (v.a. Vorhofflimmern) im Herzen bildet. Wenn sich solch ein Gerinnsel ablöst und mit dem Blutstrom in das Gehirn gelangt, kann es dort eine Arterie verschließen und einen Schlaganfall verursachen (kardiale Embolie). Andere seltene Ursachen des Schlaganfalls sind Hirnblutungen, die auf einen Bluthochdruck sowie auf Gefäßmissbildungen zurückgehen können.
PS:Wenn mir regelmäßig scharz vor Augen wird bei dieser Übung und auch die anderen Faktoren auftreten,dann würde ich sie sicherheitshalber weglassen.Irgendwann bricht man dann mal zs. und was die Hantel dann macht...das kann man sich ja ausrechnen.
Direkt durch die Kniebeugen kam der Schlaganfall mit Sicherheit nicht.Die Folgen(Bluthochdruck etc.) sind schon eher zu betrachten bzw. die möglichen Faktoren für einen Anfall auszuschließen durch einen Arzt>Computertomograph oder MRT.
Mfg Del Piero
 
Die Kniebeugen waren nicht ursächlich.
Die Frage ist, ob es wirklich ein Schlaganfall war. Gibt es zwar auch bei Jüngeren, aber andere Ereignisse wärer häufiger.

jeckyll
 
Doch! die kniebeugen können indirekt einen schlaganfall herbeiführen wenn ein sogenannter offener "foramen ovale" existiert. Es handelt sich um eine kommunikation zwischen dem rechten und linken vorhof den man bei etwa 20% der bevölkerung findet. Manchmal kann sich ein gerinsel im veineusem gebiet bilden, dieses gerinsel in den rechten vorhof gelangen und wenn der druck rechts > links ist in den linken vorhof gelangen und von dort ins gehirn. Der begriff ist paradoxe embolie. Die kniebeugen wenn mit pressatmung durchgefuhrt führen zu einem erhöhten druck im rechten vorhof "Valsalva".

Dieser offene foramen ovale ist einer der hauptgrunde bei jungen sonst gesunden leuten für einen schlaganfall.
 
Also wenn ich Beine trainiere, muss ich es zu 70% abbrechen.
Wenn ich z.b. mit Kniebeugen anfange, bin ich nach dem 2. Satz meistens so fertig (hauptsächlich Atemnot, Schwindel, und "Kopfdruck" sowie Kopfkribbeln), so dass ich das restliche Beintraining dann auch sausen lassen muss. Manchmal ist es sogar so schlimm dass ich noch am nächsten Tag diese Beschwerden habe. Auch vom normalen Beinstrecken hatte ich schon diese Symptome.

Liegt es hauptsächlich daran dass das ganze Blut beim Beintraining in die Beine sackt und dann nicht wieder so schnell zum Gehirn zurückfliessen kann? Dann ist ein niedriger Blutdruck (wie ich ihn habe) doch sicher nicht gerade gesund, oder?

Oder kann es sich um eine Stenose handeln?

gruss
chris_ray
 
@joker_ch

Halbrichtig.
Die paradoxe Embolie fordert den Nachweis einer tiefen Beinvenenthrombose. Die Kniebeugen sind dabei irrelevant, aus der Beschreibung läßt sich nichts ableiten.
Das Vorhofseptumaneurysma hättest Du auch gleich noch erwähnen können und die Kombination von beidem.;)

Es ist auch nicht so bedeutend, wie häufig das in der Normalbevölkerung vorkommt (da gibt es auch höhere Zahlen). Die Relation eines kryptogenen Schlaganfalls mit der Existenz dieser Fehlbildungen ist wesentlich interessanter. Und hier finden sich (je nach Datenquelle) bis zu 70% solcher Patienten, die die o. a. Fehlbildungen aufweisen.


jeckyll
 
@joker:
du schreibst da vom herzmuskel...hat ein schlaganfall nicht was mit dem gehirn zu tun? :confused: *unwissend sei*
 
@jeckyll


:) Kennst ja die kardio gut. Dein fach? Es stimmt das die kombination foramen ovale (FO) + vorhofseptumaneurysma(SA) das risiko signifikant erhöht einen zweiten schlaganfall zu haben gegenüber dem isolierten foramen ovale 15.2% vs 4.2% . Ich wollte eigentlich die sache im vorherigen post einfach halten.

Die prevalenz ist schon wichtig weil die hohe prevalenz in der normalbevölkerung den statistische zusammenhang zwischen FO und schlaganfall erschwert und damit die entscheidung einen FO zu schliessen.

Die kriterien für die schliessung eines FO sind keine anderen risikofaktoren FO+SA aber auch im MRI oder CT multiple infarkte oder einen zeitlichen zusammenhang zwischen einem valsalva und dem schlaganfall, noch besser valsalva schlaganfall + beinvenenthrombose. Das letztere ist aber nicht zwingend.

:D Schlussendlich schliessen eines FO heilt ja migräne
 
grundsätzlich möchte ich eigentlich in diesem zusammenhang mal wieder drauf hinweisen, dass jeder kraftsportler mal seinen blutdruck überprüfen sollte. besonders bei schweren übungen wie kniebeugen steigt ja der blutdruck nochmals massiv an und die übung lässt kaum eine vernünftige atmung während der ausführung zu.

wer dann schon einen erhöhten blutdruck mitbringt und u.U. sogar noch Medikamente verwendet die eine hypertonie als nebenwirkung mitbringen der bringt sich in erhebliche gefahr.

gruss skyguide
 
@joker_ch

Wann und ob man ein PFO verschließen soll (und wie), darüber streiten sich die Damen und Herren Experten......
Aber wir wollen das mal nicht zu hoch aufhängen.

@Chilly_C

Ja, der Schlaganfall hat natürlich mit dem Gehirn zu tun.
Hier ging es jetzt um die Ursache, warum es überhaupt dazu kommt.
Wie schon richtig beschrieben wurde beruhen die meisten Schlaganfälle auf einem Verschluß einer (hirnversorgenden) Arterie. Der Verschluß kommt meist durch ein Blutgerinnsel, das sich im Gefäßsystem (z. B. eine Halsarterie)oder auch (bei bestimmten Voraussetzungen) im Herz selbst bilden kann. Teile dieses Gerinnsels lösen sich von ihrem Entstehungsort und werden mit dem Blut weitertransportiert, soweit bis sie ein Gefäß erreichen, das zu klein ist, um hindurch zu passen. Sie bleiben also stecken. Ist ein solches Gefäß im Gehirn kommt es zum Schlaganfall. (Verstopft es eine Arterie im Herz hätten wir einen Herzinfarkt, bei der Lunge eine Lungenembolie).



jeckyll
 
wobei im allgemeinsprachgebrauch wohl zwischen einem hirnschlag und einer hirnblutung nicht unterschieden wird....

gruss sky
 
Nein, wird hier nicht unterschieden.
Der Schlaganfall kann natürlich auch durch eine Blutung im Gehirn entstehen, etwa 20% der Schlaganfälle haben diese Ursache.

jeckyll
 
Zurück
Oben