Also grundsätzlich kann der Stoffaustausch einer Muskelzelle nur im nicht kontrahierten Zustand erfolgen.
Ist der Tonus erhöht bedeutet dies ein schlechterer Stoffaustausch = schlechtere Versorgung der Muskelzelle = schlechterer Abtransport der Stoffwechselendprodukte und schlechtere Regeneration.
Zum andern ergibt eine permanente Anspannung natürlich einen dauernden Zug auf die Sehnen und die Ansatzstellen am Knochen. Dies begünstigt Ermüdungs-Schäden der betroffenen Strukturen.
Solange der Tonus der Muskulatur gleichmässig ist, ist das nicht so problematisch. Ist der Tonus von Agonist und Antagonist jedoch ungleich, führt dies zu einer einseitigen Belastung in den Gelenken.
Ein Muskel der nicht entspannt ist, gibt nicht seine ganze Länge frei. Deshalb ist auch Dehnen tonussenkend.
Erhöhter Ruhetonus geht meist einher mit einer zunehmenden "Verkürzung" der Muskulatur, was zu Bewegungseinschränkungen und Mehrbelastung der Gelenke führt.
Wenn der Ruhetonus erhöht ist, reduziert sich die Leistungseffizienz. Der Agonist arbeitet gegen die Kraft des mit Ruhtonus gegenspannenden Antagonisten.
Dies ist meines Erachtens einer der Gründe weshalb BB oft bei den kleinsten Bewegungen ins Schwitzen geraten und ihre Bewegungen langsam werden.
Ausserdem gibt es einige Bereiche in denen ein dauernd kontrahierter Muskel andere Strukturen komprimiert. So zum Beispiel im Hals- / Schulterbereich was oft zu Kopfschmerzen führt oder der m. periformis der einer der Verursacher für Ischias-Beschwerden sein kann.
Ein erhöhter Tonus kann auch nur einzelne Fasern eines Muskels betreffen dann spricht man von einer Myogelose (Knoten im Muskel). Betrifft es ganze Muskelköpfe ist es ein Hartspann.
Gruss Skyguide
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Tag für Tag, guter Tag. (YÜN-MEN)