Muskelrisse???

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Re: Muskelrisse???
Allgemeine Verletzungsarten
Muskelverletzungen
Sie sind die häufigste Form der Sportverletzungen überhaupt. Wegen ihrer guten Heilung besteht jedoch gerade im Amateursport das Risiko, daß diese unzureichend oder überhaupt nicht behandelt werden. Dies kann zu bleibenden Schäden führen.
Muskelzerrungen
Treten meist dann auf, wenn der Sportler entweder trainingsüberlastet ist oder keine ausreichende Erwärmung mit anschließender Dehnung durchgeführt hat. Bei der Zerrung überdehnen einzelne Muskelfasern, ohne daß der Muskel in seiner Gesamtheit und Funktionalität beeinträchtigt wird.
Charakteristisch ist ein zunehmender, ziehender Schmerz im entsprechenden Muskel während der Belastung. Beim Erkennen sollte der Betroffene sofort die sportliche Betätigung einstellen, um Schlimmeres zu verhüten. Beim Untersuchen findet man einen Druck-, Dehn- und Anspannschmerz im betroffenem Muskel. Der Verletzungsort sollte sofort gekühlt werden (~ 1/2 Stunde lang). Später ist das Anlegen eines muskelentlastenden Verbandes in Verbindung mit einer durchblutungsfördernden Salbe angebracht. Sollte sich eine Muskelverhärtung ergeben, dann sollte nach 2-3 Tagen mit einer vorsichtige Massage der umgebenden Muskulatur (nicht der verletzten Stelle) und einer Dehnung des Muskels begonnen und weitergeführt werden. Die Sportfähigkeit sollte nach einer Woche wieder erreicht sein.
Muskelfaserrisse
Die auslösenden Faktoren sind ähnlich wie bei einer Muskelzerrung. Nur ist die Ausprägung größer oder es wurde nach einer Zerrung weitertrainiert. Es zerreißen größere Muskelfaserteile, wobei eine tastbare Delle und immer ein Bluterguß mitentsteht. Dieser muß aber nicht immer sichtbar sein, da er auch mitten im Muskel auftreten kann. Charakteristisch bei dieser Verletzung ist ein stechender Schmerz, der eine sofortige Unterbrechung der sportlichen Tätigkeit notwendig macht. Auch hier stellt sich ein lokaler Druck-, Dehn- und Anspannschmerz ein. Die Behandlung erfolgt wie bei einer Muskelzerrung, nur sollte eine Dehnbehandlung frühestens nach einer Woche und eine sportliche Tätigkeit frühestens nach 2-3 Wochen wieder aufgenommen werden.
Muskelrisse
Muskelrisse ( komplett oder teilweise ) erfolgen gehäuft am Ursprung oder Ansatz der Muskulatur, am Knochen. Charakteristisch ist wie beim Muskelfaserriß ein messerscharfer Schmerz im Muskel. Bei reinen Sehnenrissen (Achillessehne) kann jedoch auch ein schmerzloser "knallender" Riß auftreten. Bei dieser Art Verletzung ist eine Behandlung durch einen Arzt, eventuell auch eine Operation, unumgänglich. Ob operiert werden muß oder nicht hängt in vielen Fällen vom Umfang der Verletzung bzw. Dringlichkeit der Genesung ab, da die Verletzung meist auch ohne Eingriffe gut ausheilt ( je größer die Verletzung ist und je schneller die Verletzung heilen soll, desto mehr ist eine Operation anzuraten ). Da bei Muskel- oder Muskelfaserrissen nur eine Defektheilung stattfindet (also eine Bildung von Narben im Muskel), ist es notwendig, daß nach der Ausheilung der Muskulatur diese intensiv gedehnt wird. Dies ist notwendig, um das Narbengewebe wieder elastisch zu machen und einer Verkürzung des Muskels (Gefahr einer weiteren Verletzung) vorzubeugen.
Muskelverhärtungen
Die Ursache dieser isolierten Verspannung ist häufig eine Fehl- oder Überbelastung der entsprechenden Muskeln. Charakteristisch ist eine tastbare druckempfindliche Verhärtung, wobei der Schmerz auch ausstrahlen kann. Auch diese Art der Verletzung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da ein längeres Ignorieren Schäden in der umgebenden Muskulatur auslösen kann. Massage (eventuell Wärmeanwendung) stellt hier die beste Behandlung dar.
Muskelprellungen
Diese bekannte Form der Muskelverletzung (Pferdekuß, Mucki) entsteht bei stumpfer Gewalteinwirkung auf den Muskel. Entstehen dabei keine weiteren Verletzungen (Muskelfaserriß), ist nach Abklingen des eintretenden Schmerzes und einer sofortigen Kühlung mit zusätzlicher Dehnung kaum eine weitere Beeinträchtigung zu erwarten. Beachtenswert ist hierbei, daß bei großflächiger äußerer Einwirkung die Prellung auch im inneren des Körpers (am Knochen) auftreten kann, was die Diagnose und Behandlung der Verletzung erschwert.
Muskelbrüche
Diese seltene Art der Muskelverletzung ist durch eine schmerzlose Muskelwulst unter der Haut erkennbar. Es handelt sich hierbei um ein einreißen der muskelumspannenden Haut, die durch stumpfe Gewalteinwirkung auftreten kann. Eine Behandlung ist nur bei auftretenden Beschwerden oder größeren Rissen notwendig.
Muskelkater
Muskelkater entsteht durch Überbelastung. Er tritt ein oder zwei Tage nach der Belastung, häufig nach einer Trainingspause oder bei ungewohnter Belastung auf. Die Ursachen sind entgegen allen Meinungen auch heute noch nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt. So sind die (aus dem Schulunterricht bekannte, aber wahrscheinlich falsche) Milchsäurebildung, die Bildung feinster Muskelfaserrisse und weiteres als Ursache im Verdacht. Eine weitere Trainingsausführung ist jedoch nach wie vor als bestes Gegenmittel anzusehen. Zusätzlich empfehlen sich durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Wechselduschen, Wassertreten, etc. Zu beachten ist dabei jedoch, daß ein Muskelkater in allen Fällen ein Zeichen für eine trainingsbedingte Überbelastung ist und dem auch Rechnung getragen werden sollte.
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Sehnenverletzungen
Sehnengewebe gehört zum wenig durchbluteten Gewebe im Körper und führt bei einer Verletzung zu einer recht langsamen Heilung. Schon im Alter von 25 - 30 Jahren verschlechtert sich die Blutversorgung zusätzlich. Dies führt zu einer Minderung der Reißfestigkeit, was durch entsprechendes Training ausgeglichen werden sollte. Eine zusätzliche Belastung und meist den auslösenden Faktor stellt eine verkürzte Muskulatur dar. Typische Schäden sind:
Entzündungen des Gleitgewebes
Sehenansatzreizungen
Sehnenverkalkungen
Sehnenrisse (vollständig und unvollständig)
Charakteristisch ist bei allen (natürlich außer dem akuten Riß) ein Anlauf-, Belastungs- und Druckschmerz, eventuell mit lokaler Verdickung. Außer einer Ruhigstellung und Kühlung, ist eine Muskeldehnung und Kräftigung des Antagonisten angebracht. Es sollte jedoch immer auch ein Arzt aufgesucht werden.
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Knorpel- und Knochenbrüche
Diese Verletzungen treten normalerweise nur bei grober Gewalteinwirkung oder dauerhafter und starker Überbelastung auf (Ermüdungsbrüche). Sie erfordern eine sofortige Ruhigstellung und gehören sofort in die Hände eines erfahrenen Arztes. Jegliche Selbsttherapie ist hier zu unterlassen, da meist mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird und nichtabsehbare Spätfolgen eintreten können.
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Gelenkverstauchungen
Verstauchungen treten meist bei einem unnatürlichen Bewegungsablauf (also umknicken, scheren) auf. Charakteristisch ist ein sofortiger Schmerz mit zunehmender Schwellung und Blutergußbildung. Nicht selten tritt das wahre Ausmaß der Verletzung erst nach Stunden oder am nächsten Morgen zu Tage. Bei der Verstauchung kommt es zu einer Zerreißung des Unterhautgewebes und zusätzlich treten meist noch Schäden an der Gelenkkapsel und an den Bändern (Dehnung, Riß) auf. Das wahre Ausmaß einer solchen Verletzung kann nur ein erfahrener Mediziner feststellen. Damit ist eine Einschaltung des Arztes immer zu empfehlen. Dabei sollte unbedingt (eventuell auch durch den Verletzten) eine Röntgenaufnahme gefordert werden. Beim Auftreten sollte das betroffene Gelenk unbedingt gekühlt werden. Auch im weiteren Verlauf der Behandlung ist mehrmals täglich ein Kühlung von über einer halben Stunde zu empfehlen. Zusätzlich dazu sind gelenkentlastende Kompressions- oder Stützverbände, Salben und wechselwarme Bäder anzuraten. Gips ist nur als letzter Ausweg zu empfehlen, da sich dadurch die Behandlungszeit erheblich verlängert. Die Sportfähigkeit ist meist nach 1-2 Wochen wieder hergestellt, wobei leichte Restbeschwerden ( Stützverband tragen ) noch lange Zeit, eventuell Monate bestehen können. Es sollte darauf geachtet werden, daß die haltenden Muskeln entsprechend trainiert werden, um das Gelenk zusätzlich zu stützen.
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Schleimbeutelerkrankungen
Schleimbeutel finden sich überall dort, wo Weichgewebe (Haut, Muskeln, Sehnen) geschützt werden müssen, also zum Beispiel vor der Kniescheibe oder am Knöchel. Durch Schlag oder Stoß reißt die Wand des Schleimbeutels ein, es kommt zu einer starken Schwellung und einem ausgeprägten Belastungschmerz. Charakteristisch dafür ist auch ein schneeartiges Knirschen beim Drücken der Schwellung. Behandelt werden sollte die Verletzung durch eine Ruhigstellung im entlastenden Verband, Salbe und mehrmals tägliches Kühlen (~1/2 Stunde). Durch wiederholte Reizung kann auch eine chronische Form entstehen. Dann sollte als erstes der chronische Reiz beseitigt werden. Spätestens nach 4 Wochen sollte dann die Erkrankung ausgeheilt sein.
 
Um das Verletzungsrisiko der Muskulatur so gering wie möglich zu halten, ist es sehr wichtig, sich vor jeder größeren sportlichen Belastung genügend warm zu machen und genügend Dehnübungen für die einzelnen Muskelpartien durchzufahren. Eine ausgewogene Ernährung sowie speziell eine höhere Flüssigkeitszufuhr während der intensiven sportlichen Belastung ist ebenfalls sehr wichtig.

Speziall im Bereich Bodybuilding ist noch anzumerken, dass das Verletzungsrisiko sinkt, wenn das Gewicht leicht ist (Sprich: nicht mehr als 85% des Maximalgewichts, bzw. Satzdauer von 50 Sekunden und mehr) und die Wiederholungen NICHT explosiv ausgeführt werden, sondern mit viel Kontrolle.

Ich bin jedoch der Meinungen, dass das Verletzungsrisiko bei Berücksichtigung dieser Empfehlungen eher gering ist, v.A. wenn eher an Maschinen trainiert wird.

Abschliessend bleibt zu sagen, dass das Risiko für Sehnen-, wie Muskelverletzungen bei einer Einnahme von Steroiden oder Kreatin stark steigt, da die Kraft und somit das Trainingsgewicht unverhältnismässig stark in kurzer Zeit steigt und der Körper nicht so schnell mit einer Verstärkung der Sehnen reagieren kann.

Gruss,
D.
 
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