Gartenwulf
New member
Hallo Leute,
mich plagt ein Konflikt und ich möchte versuchen, diesen mit euch so gut wie möglich zu lösen. Ich möchte bzw. muss Muskeln während eines ketogenen Stoffwechsels aufbauen. Leider wird das nach allem was ich bisher gehört und gelesen habe recht schwer, da bei einer Ernährung fast ohne Kohlenhydrate der Muskelaufbau ja kaum oder gar nicht vonstattengehen soll.
Zum Hintergrund: Ich war immer regelmäßig, mal sehr intensiv, mal für den Erhalt im Fitnessstudio unterwegs. Bin ein schlanker Typ mit schnellem Stoffwechsel. Carbs waren nie ein Problem für mein Sixpack und ich war förmlich süchtig nach Kohlenhydraten, besonders in Form von riesigen Weight Gainer/Proteinshakes mit teilweise 1 Liter Milch. Bei 172cm Körpergröße wog ich zu meinen intensiven Trainingszeiten 77 kg und hatte stets einen niedrigen KF-Anteil. Nun habe ich im Dezember die Diagnose Darmkrebs bekommen. Operationen, Chemotherapien und Bestrahlung sind größtenteils vorüber. Habe während der Chemo heftige Nebenwirkungen gehabt, kaum Appetit und wenn was gegessen dann waren es Carbs. Bin demzufolge auf 52 kg runter gefallen. Das meiste davon war reine Muskelmasse. Der Tumor fühlte sich pudelwohl, zehrte das Muskelglycogen, das aus der Leber und das was ich so durch Nahrung zuführte, auf. Dadurch verbrauchte alleine mein außer Kontrolle geratenes Körpergewebe bis zu 700 Kcal Glucose pro Tag extra. Irgendwann hörte ich von einer Ernährungsweise nach Dr. Coy und einem Therapiekonzept bei Chemotherapien mit Hilfe einer ketogenen Ernährung. Ich kannte diese Begriffe, da ich mich vor mehreren Jahren experiementel auch mal kurzzeitig nach der anabolen Diät ernährte. Die vielen Nahrungsumstellungen von Keto auf Carbs und zurück waren aber zu belastend, habs nicht weiter verfolgt.
Hintergrund für eine Ketogene Ernährung bei Krebserkrankungen sind die deutlich besseren Überlebenschancen, der Tumor bekommt als reiner Zuckerzehrer keine oder weniger Nährstoffe ab, der Körper kann besser mit Chemotherapien umgehen, die Gefahr einer Tumorkraxie (starker Gewichtsverlust und schwäche) wird genommen, nach Coy werden therapieresistente Krebszellen sogar wieder Therapie empfänglich oder bilden sich im besten Fall von alleine zurück. Dr. Coy ist übrigens Tumorbiologe, arbeitet seit langer Zeit im deutschen Krebsforschungszentrum und ist ein normal (von der Pharmaindustrie) ausgebildeter Schulmediziner, der sich nicht gegen herkömmliche Behandlungen ausspricht, hat also nichts mit Esoterik zu tun.
http://lchf.de/wp-content/uploads/2011/06/ketogene_ernaehrung_bei_krebs.pdf
http://www.krebsernaehrung.de/downloads/TherapieNachCoy_2010_08.pdf
Meine Weltanschauung wurde also im Laufe der Krankheit durch meine viele Zeit und noch mehr Recherchen auf den Kopf gestellt. Die Kohlenhydrate, meine guten Verbündeten im Wettstreit um meinen starken und gesunden Körper, waren nun meine Hauptfeinde. Mehr noch, da bei mir keine genetischen Krebsmarker gefunden und nachgewiesen werden konnten, standen die Ärzte vor einem Rätsel. Woher hatte ein durchtrainierter, gesunder 25-Jähriger diese Krankheit? Die Antwort könnte sein viel zu viele Einfachzucker, generell zu viele Kohlenhydrate und leider auch immer mal wieder Süßstoffe plus industriell Hergestelltes Essen niedriger Qualität verstärkten die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken um eine hundertfaches. Viel Stärker als das Risiko für einen Kettenraucher gewesen wäre der wenige Carbs isst und sein Essen selber Herstellt und Zubereitet. Nicht umsonst stieg die Anzahl der Krebserkrankung in den letzten 100 Jahren genau so drastisch wie der parallel dazu angestiegene Konsum von Einfachzuckern. Noch mal beschleunigt wurde diese Entwicklung in den 60ern durch die immer mehr steigende Anzahl von künstlich hergestellten Süßstoffen, Transfettsäuren, Geschmacksverstärkern und Aromen. Heutzutage erkrankt jeder zweite Mann im Laufe seines Lebens an Krebs. Besonders häufig sind hier Erkrankungen des Verdauungsapparates bzw. des Darmes. Es könnte also durchaus nachvollziehbare Zusammenhänge in den Entwicklungen geben.
Während meiner Ketogenen Diät nach Coy Stieg mein Gewicht relativ schnell auf 60kg an. Ich verputzte deutlich mehr Kalorien als ich verbrannte. Es ging mir Zusehens besser. Eine sehr große Operation die mit Hipec durchgeführt wurde (dabei wird der Bauchraum mittels Chemolösung die auf 42°C erhitzt wird durchgespült nachdem vorher alle sichtbaren Tumore entfernt wurden) überstand ich erstaunlich gut. Während normalerweise ein Patient drei Wochen lang im Krankenhaus bleiben muss, konnte ich bereits nach 10 Tagen entlassen werden. Im Krankenhaus musste ich dann wieder Kohlenhydrate essen. Durch die Stoffwechselumstellung verlor ich wieder einige Kilos an Gewicht.
Nun zu meinem Problem:
Da ich sehr gute Erfahrung mit der ketogenen Ernährung gemacht habe möchte ich diese gerne auch nach "überstandener" Krankheit weiterführen. Obwohl die Studienlage noch neu und wackelig ist, klingen die Vorteile bei meiner Erkrankung sehr plausibel und ich habe am eigenen Leib erfahren, wie gut ich mich nach einer gewissen Umstellungszeit gefühlt habe. Wie verbinde ich nun in Zukunft eine ketogene Ernährung mit Muskelaufbau? Das diese Ernährung Vorteile in verschiedenen Sportarten bringt, weiß ich spätestens nach Lesen des Buches "Mehr vom Sport, Low Carb und LOGI in der Sporternährung". Allerdings sind diese Vorteile im Bereich des reinen Masseaufbaus bescheiden bzw. nicht vorhanden. Der einzige, der mir einfällt, ist der erhöhte Wachstumshormonspiegel durch gleichzeitig niedrigen Insulinspiegel, wie er im Buch "Anabole Diät" beschrieben wird.
Ich wollte dem Problem entgegen wirken, indem ich nach dem Sport meine wenigen Kohlenhydrate in z. B Form von Quark mit Beeren zuführe und vor dem Training Aminosäuren, besonders BCAAs, konsumiere, die ja durch die körpereigene Glucogynese schnell zu Glucogen umgewandelt werden können und dann beim Widerstandstraining zur Verfügung stehen. Vielleicht bringen MTC-Fette ja auch noch eine verbesserte Energieversorgung der Muskeln bei starker Anstrengung? Bei mäßiger Anstrengung sind das ja die bevorzugten Energielieferanten. Diese würde ich dann auch vorm Training konsumieren wenn es etwas nützt. Generell würden die wenigen Kohlenhydrate bis max. 50 g überwiegend in Form von Gemüse und eingeschränkt Obst zugeführt werden und das dann vor bzw. nach dem Training. Beispielsweise 15 g morgens, Training, direkt danach wieder 25 g, die restlichen 10 g entstehen im Laufe des Tages automatisch.
Meint ihr das so ein Muskelaufbau möglich ist? Unterstützen dabei würde mich auch der Jojo-Effekt bzw. das Muskelgedächtnis, da einmal Erreichtes auch schneller wieder zurück kommt?! Hat jemand Erfahrungen mit der ketogenen Diät und gleichzeitiger Gewichtszunahme und/oder Muskelaufbaues? Was könnte den Muskelaufbau beschleunigen unabhängig von den Kohlenhydraten? Bringt die Einnahme Keratins Erfolge bei gleichzeitig so wenig Kohlenhydraten? Was für Supplemente würdet ihr bei einer ketogenen Diät auf jeden Fall einnehmen?
Danke für eure Hilfe!
mich plagt ein Konflikt und ich möchte versuchen, diesen mit euch so gut wie möglich zu lösen. Ich möchte bzw. muss Muskeln während eines ketogenen Stoffwechsels aufbauen. Leider wird das nach allem was ich bisher gehört und gelesen habe recht schwer, da bei einer Ernährung fast ohne Kohlenhydrate der Muskelaufbau ja kaum oder gar nicht vonstattengehen soll.
Zum Hintergrund: Ich war immer regelmäßig, mal sehr intensiv, mal für den Erhalt im Fitnessstudio unterwegs. Bin ein schlanker Typ mit schnellem Stoffwechsel. Carbs waren nie ein Problem für mein Sixpack und ich war förmlich süchtig nach Kohlenhydraten, besonders in Form von riesigen Weight Gainer/Proteinshakes mit teilweise 1 Liter Milch. Bei 172cm Körpergröße wog ich zu meinen intensiven Trainingszeiten 77 kg und hatte stets einen niedrigen KF-Anteil. Nun habe ich im Dezember die Diagnose Darmkrebs bekommen. Operationen, Chemotherapien und Bestrahlung sind größtenteils vorüber. Habe während der Chemo heftige Nebenwirkungen gehabt, kaum Appetit und wenn was gegessen dann waren es Carbs. Bin demzufolge auf 52 kg runter gefallen. Das meiste davon war reine Muskelmasse. Der Tumor fühlte sich pudelwohl, zehrte das Muskelglycogen, das aus der Leber und das was ich so durch Nahrung zuführte, auf. Dadurch verbrauchte alleine mein außer Kontrolle geratenes Körpergewebe bis zu 700 Kcal Glucose pro Tag extra. Irgendwann hörte ich von einer Ernährungsweise nach Dr. Coy und einem Therapiekonzept bei Chemotherapien mit Hilfe einer ketogenen Ernährung. Ich kannte diese Begriffe, da ich mich vor mehreren Jahren experiementel auch mal kurzzeitig nach der anabolen Diät ernährte. Die vielen Nahrungsumstellungen von Keto auf Carbs und zurück waren aber zu belastend, habs nicht weiter verfolgt.
Hintergrund für eine Ketogene Ernährung bei Krebserkrankungen sind die deutlich besseren Überlebenschancen, der Tumor bekommt als reiner Zuckerzehrer keine oder weniger Nährstoffe ab, der Körper kann besser mit Chemotherapien umgehen, die Gefahr einer Tumorkraxie (starker Gewichtsverlust und schwäche) wird genommen, nach Coy werden therapieresistente Krebszellen sogar wieder Therapie empfänglich oder bilden sich im besten Fall von alleine zurück. Dr. Coy ist übrigens Tumorbiologe, arbeitet seit langer Zeit im deutschen Krebsforschungszentrum und ist ein normal (von der Pharmaindustrie) ausgebildeter Schulmediziner, der sich nicht gegen herkömmliche Behandlungen ausspricht, hat also nichts mit Esoterik zu tun.
http://lchf.de/wp-content/uploads/2011/06/ketogene_ernaehrung_bei_krebs.pdf
http://www.krebsernaehrung.de/downloads/TherapieNachCoy_2010_08.pdf
Meine Weltanschauung wurde also im Laufe der Krankheit durch meine viele Zeit und noch mehr Recherchen auf den Kopf gestellt. Die Kohlenhydrate, meine guten Verbündeten im Wettstreit um meinen starken und gesunden Körper, waren nun meine Hauptfeinde. Mehr noch, da bei mir keine genetischen Krebsmarker gefunden und nachgewiesen werden konnten, standen die Ärzte vor einem Rätsel. Woher hatte ein durchtrainierter, gesunder 25-Jähriger diese Krankheit? Die Antwort könnte sein viel zu viele Einfachzucker, generell zu viele Kohlenhydrate und leider auch immer mal wieder Süßstoffe plus industriell Hergestelltes Essen niedriger Qualität verstärkten die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken um eine hundertfaches. Viel Stärker als das Risiko für einen Kettenraucher gewesen wäre der wenige Carbs isst und sein Essen selber Herstellt und Zubereitet. Nicht umsonst stieg die Anzahl der Krebserkrankung in den letzten 100 Jahren genau so drastisch wie der parallel dazu angestiegene Konsum von Einfachzuckern. Noch mal beschleunigt wurde diese Entwicklung in den 60ern durch die immer mehr steigende Anzahl von künstlich hergestellten Süßstoffen, Transfettsäuren, Geschmacksverstärkern und Aromen. Heutzutage erkrankt jeder zweite Mann im Laufe seines Lebens an Krebs. Besonders häufig sind hier Erkrankungen des Verdauungsapparates bzw. des Darmes. Es könnte also durchaus nachvollziehbare Zusammenhänge in den Entwicklungen geben.
Während meiner Ketogenen Diät nach Coy Stieg mein Gewicht relativ schnell auf 60kg an. Ich verputzte deutlich mehr Kalorien als ich verbrannte. Es ging mir Zusehens besser. Eine sehr große Operation die mit Hipec durchgeführt wurde (dabei wird der Bauchraum mittels Chemolösung die auf 42°C erhitzt wird durchgespült nachdem vorher alle sichtbaren Tumore entfernt wurden) überstand ich erstaunlich gut. Während normalerweise ein Patient drei Wochen lang im Krankenhaus bleiben muss, konnte ich bereits nach 10 Tagen entlassen werden. Im Krankenhaus musste ich dann wieder Kohlenhydrate essen. Durch die Stoffwechselumstellung verlor ich wieder einige Kilos an Gewicht.
Nun zu meinem Problem:
Da ich sehr gute Erfahrung mit der ketogenen Ernährung gemacht habe möchte ich diese gerne auch nach "überstandener" Krankheit weiterführen. Obwohl die Studienlage noch neu und wackelig ist, klingen die Vorteile bei meiner Erkrankung sehr plausibel und ich habe am eigenen Leib erfahren, wie gut ich mich nach einer gewissen Umstellungszeit gefühlt habe. Wie verbinde ich nun in Zukunft eine ketogene Ernährung mit Muskelaufbau? Das diese Ernährung Vorteile in verschiedenen Sportarten bringt, weiß ich spätestens nach Lesen des Buches "Mehr vom Sport, Low Carb und LOGI in der Sporternährung". Allerdings sind diese Vorteile im Bereich des reinen Masseaufbaus bescheiden bzw. nicht vorhanden. Der einzige, der mir einfällt, ist der erhöhte Wachstumshormonspiegel durch gleichzeitig niedrigen Insulinspiegel, wie er im Buch "Anabole Diät" beschrieben wird.
Ich wollte dem Problem entgegen wirken, indem ich nach dem Sport meine wenigen Kohlenhydrate in z. B Form von Quark mit Beeren zuführe und vor dem Training Aminosäuren, besonders BCAAs, konsumiere, die ja durch die körpereigene Glucogynese schnell zu Glucogen umgewandelt werden können und dann beim Widerstandstraining zur Verfügung stehen. Vielleicht bringen MTC-Fette ja auch noch eine verbesserte Energieversorgung der Muskeln bei starker Anstrengung? Bei mäßiger Anstrengung sind das ja die bevorzugten Energielieferanten. Diese würde ich dann auch vorm Training konsumieren wenn es etwas nützt. Generell würden die wenigen Kohlenhydrate bis max. 50 g überwiegend in Form von Gemüse und eingeschränkt Obst zugeführt werden und das dann vor bzw. nach dem Training. Beispielsweise 15 g morgens, Training, direkt danach wieder 25 g, die restlichen 10 g entstehen im Laufe des Tages automatisch.
Meint ihr das so ein Muskelaufbau möglich ist? Unterstützen dabei würde mich auch der Jojo-Effekt bzw. das Muskelgedächtnis, da einmal Erreichtes auch schneller wieder zurück kommt?! Hat jemand Erfahrungen mit der ketogenen Diät und gleichzeitiger Gewichtszunahme und/oder Muskelaufbaues? Was könnte den Muskelaufbau beschleunigen unabhängig von den Kohlenhydraten? Bringt die Einnahme Keratins Erfolge bei gleichzeitig so wenig Kohlenhydraten? Was für Supplemente würdet ihr bei einer ketogenen Diät auf jeden Fall einnehmen?
Danke für eure Hilfe!