medikamentöse Alternative zu EKG-Trimmrad

Flashfucker69

New member
Ein Bekannter von mir erlitt als Kind einen Skiunfall, infolge dessen er nun ein gerades, steifes Bein hat (sieht recht amüsant aus, wenn er sich irgendwo hinsetzt und das eine Bein ständig ausgestreckt in der Luft ist).
Da in seiner Familie viele Leute an Herzversagen etc. gestorben sind, möchte er sich einem gründlichen medizinischen Check unterziehen. Unter anderem auch einem EKG. Er hat auch beim Hausarzt bereits eins gemacht, sich da also auf’s Trimmrad gesetzt und gestrampelt. Nur kann er aufgrund seiner eingangs beschriebenen Behinderung nicht richtig Fahrrad fahren, weil er mit dem steifen Bein verständlicher Weise keine entsprechende „Fahrradfahr-Bewegung“ ausführen kann. Daher erfolgte die EKG-Messung ausschließlich unter Belastung des rechten, gesunden Beines (er hat das Rad halt nur durch die Bewegung eines Beines antreiben können).
Kann es sein, dass die EKG-Werte aufgrund dieser Besonderheit unbrauchbar sind ?
Mein Bekannter möchte sich jedenfalls einer vom Arzt vorgeschlagenen Alternativuntersuchung unterziehen. Im Grunde auch ein EKG, aber anstatt auf dem Trimmrad zu strampeln bekommt er ein Medikament (weiß nicht ob gespritzt oder in Tablettenform), dass eine Stresssituation simulieren soll, ähnlich der auf dem Trimmrad. Gibt es so etwas ? Falls ja, wie heißt das Medikament, welchen Wirkstoff beinhaltet es, was gibt es darüber wissenswertes zu berichten und ist diese Art der Untersuchung in seinem Fall überhaupt sinnvoll ?
Im Übrigen sind mir keinerlei Gebrechen oder Unverträglichkeiten (außer gegen Fisch, da kriegt er glaub ich Ausschlag von) de Patienten bekannt. Er ist 47 Jahre alt und litt bis vor gut 10 Jahren an einer starken Form der Neurodermitis. Für einen Bürohengst treibt er relativ viel Sport (im Sommer mindestens 2x die Woche „Nordic Walking“, jetzt im Winter bewegt er sich mindestens ebenso oft in schnellem Schritttempo über ein Laufband) und geht ab und zu in die Sauna. Auffällig häufig krank ist er nicht (eher im Gegenteil). Von der Statur her ist er gut gebaut, nicht zu dick, nicht zu dünn, vielleicht 5 Kg über Normalgewicht (laut BMI).
Hoffe Ihr habt alle relevanten Angaben, sonst bitte nachfragen.

Für Eure hilfreiche Auskunft bin ich Euch sehr verbunden.

Flash
 
A

Anzeige

Re: medikamentöse Alternative zu EKG-Trimmrad
Die Aussagefähigkeit von einem Belastungstest hängt von zwei Faktoren ab: Ersten die Wahrscheinlichkeit vor dem Test des Vorhandensein einer Koronarkrankheit und zweitens die Intensität der Belastung die erreicht wurde.

Eine aussreichende Intensität ist erreicht wenn man 95% der maximalen Herzfrequenz erreicht, in diesem Fall 165/min und/oder wenn das Produkt des systolischen Blutdruck und der maximal erreichten Herzfrequenz > 20'000 ist. Es ist egal ob diese Werte mit den Armen, ein oder zwei Beinen erreicht wird. Wahrscheinlich war dies nicht der Fall bei deinem Bekannten.

Man muss wissen das ein Belastungstest immer nur eine Wahrscheinlichgeit gibt für das vorhandensein einer Koronararterienkrankheit, es ist kein absoluter Test. Der Beweiss wir erst später erbracht durch eine Koronarographie.

Dadurch das der Belastungstest nur eine Wahrscheinlichkeit gibt, ist das Endresultat abhängig von der a-priori Wahrscheinlichkeit. (Theorem von Bayes). Zum Beispiel eine junge Frau von 30 ohne Risikofaktoren beklagt sich über Ruhethoraxschmerzen die 2 Stunden andauern. Die Wahrscheinlichkeit einer Koronarkrankheit ist etwa 1%, wenn der Belastungstest anormal ist, ist aber die Wahrscheinlichkeit das eine Krankheit vorliegt trozdem nur 2%. Wenn aber ein Mann mit 60 sich über typische Belastungsabhängige Thoraxschmerzen klagt ist die a-priori Wahrscheilichkeit 95%, wenn aber der Test negativ ausfällt ist die Wahrscheinlichkeit der Präsenz einer Koronararterienkrankheit immer noch 90%. In dem Fall deines Bekannten ist die a-priori Wahrscheinlichkeit etwa 10%, da stellt sich schon die Frage des Sinnes eines Belastungstest, weil wenn dieser Positiv ist die Wahrscheinlichkeit auf 20% steigt und wenn er negativ auf 5% fällt.

Wenn ein Belastungstest nicht Ausagekräftig ist wegen den oben-genannten Gründen muss man auf andere Tests ausweichen.
Da gibt es grundsätzlich zwei Sorten, die Thalium Scintigrafie und das Stress-echokardiogramm. In beiden Fällen wird aber das Herz mit einer Substanz stimmuliert sowie es die physische Belastung tun würde. Das Risiko von solchen Test ist er gering: Der normale Belastungtest hat ein Risiko von 1/10'000, das Stress-echo und die Scintigrafie etwa 1/5000.

Hoffe diese Erklärungen helfen

Joker
 
Joker hat bereits korrekt geantwortet.

Bei der Steßechokardiographie wird Dobutamin resp. Arbutamin über eine Infusion kontinuierlich in eine Vene verabreicht, über einen "Tropf". Die Substanz steligert die Kontraktionskraft des Herzmuskels, erhöht damit künstlich die Leistung und damit den Sauerstoffbedarf. Mittels Ultraschall kann man dann die Bewegung des Herzes bei der Kontraktion beobachten. Auch Flußgeschwindigkeiten lassen sich berechnen.


jeckyll
 
A

Anzeige

Re: medikamentöse Alternative zu EKG-Trimmrad
Zurück
Oben