Herzrythmusstörungen - mal wieder

chris_ray

New member
Hi,

ich hab seit längerer Zeit schon Supraventrikuläre Extrasystolen, also diese Herzstolperer, die sehr unangenehm - aber laut meines Arztes nicht gefährlich oder behand,lungsbedürftig sind.

Naja, die letzten 2 Jahre lies sich auch gut damit leben, wenn sie denn mal auftraten, hab ich sie meistens geschafft zu ignorieren.

Die letzten Wochen hatte ich jedoch plötzlich während der Arbeit (Bildschirmarbeitsplatz) wieder welche. Aber in solch einer Stärke, wie ich es noch nie erlebt hatte. Ich bekam ein starkes Beklemmungsgefühl, mein Brustkorb zog sich zusammen, und ich konnte mehrere Male während dieser Herzstolperer nicht mehr einatmen. Das ganze verschwand zwar so schnell wie es gekommen ist, wieder, jedoch hatte ich wie gesagt die letzten Wochen immer wieder solch eine "Attacke". Am schlimmsten war dabei das Gefühl, regelrecht zu ersticken. Das macht mir nun schon mehr sorgen, allerdings war ich jetzt noch nicht beim Arzt.

Was kann das sein? Ich hatte nie irgendwelche Herzkrankheiten, und Stress... naja, gut hab seit kurzem nen neuen Job, und der Chef stresst schon, aber ich komm damit eigentlich klar.

Wäre euch dankbar für ne Antwort!!!

gruss
chris_ray
 
das "nicht mehr atmen können" ist denke ich psychisch, wenns mal kurz heftig ist kann es einen ganz schön mitnehmen.

ultraschall wurde gemacht nehme ich an, und wenn da nix auffälliges zu sehen ist kann man auch kaum was dran ändern... (meines wissens)
 
Ich denke, du solltest Wege finden, um Stress abzubauen. Meditation oder Autogenes Training wären meiner Meinung nach einen Versuch wert.
 
ich denke mal du solltest dringend zum arzt gehen. brustenge, beklemmungen und atemnot hört sich so von der ferne erst mal stark nach einem sog. angina pectoris anfall an. das wäre einfach gesagt der vorbote eines herzinfaktes...
tritt normalerweise auf bei verengungen der herzgefäße.

da du bekannte herzrhytmusstörungen hast solltest du dich dringend eingehend untersuchenlassen. supraventrikuläre extrasystolen können auch gefährlich sein! wenn du evtl. ventrikuläre extrasystolen hast IST das sogar gefährlich...

geh mal zum cardiologen und lass das unter beschreibung deiner beschwerden abklären. hausarzt ist bei sowas evtl. nicht der richtige ansprechpartner...

ergänzend sollte vielleicht noch gesagt werden, das auch eine einfache hyperventilation sehr unangenehm sein kann und diese tritt auch gerne mal dann auf wenn man stress hat und in sich hinneinhorcht, ob die rhytmusstörungen wieder schlimm sind... wie gesagt, geh mal zum arzt, lass dich durchchecken, mit der pumpe sollte man schon aufpassen!
 
Gagi schrieb:
ich denke mal du solltest dringend zum arzt gehen. brustenge, beklemmungen und atemnot hört sich so von der ferne erst mal stark nach einem sog. angina pectoris anfall an. das wäre einfach gesagt der vorbote eines herzinfaktes...
tritt normalerweise auf bei verengungen der herzgefäße.

da du bekannte herzrhytmusstörungen hast solltest du dich dringend eingehend untersuchenlassen. supraventrikuläre extrasystolen können auch gefährlich sein! wenn du evtl. ventrikuläre extrasystolen hast IST das sogar gefährlich...

geh mal zum cardiologen und lass das unter beschreibung deiner beschwerden abklären. hausarzt ist bei sowas evtl. nicht der richtige ansprechpartner...

ergänzend sollte vielleicht noch gesagt werden, das auch eine einfache hyperventilation sehr unangenehm sein kann und diese tritt auch gerne mal dann auf wenn man stress hat und in sich hinneinhorcht, ob die rhytmusstörungen wieder schlimm sind... wie gesagt, geh mal zum arzt, lass dich durchchecken, mit der pumpe sollte man schon aufpassen!


Jetzt lassen wir mal die Kirche im Dorf.

Erstens ist Chris nicht sehr alt und damit ist schon im Vorfeld die Wahrscheinlichkeit einer Koronararterienkrankheit ziemlich klein. Ausserdem sind seine Symptome in Ruhe aufgetreten im Zusammenhang mit Extrasystolen und haben nur sehr kurz gedauert, was überhaupt nicht zum Erscheinungsbild von Angina Pectoris passt. Angina Pectoris erscheint üblicherweise unter Belastung, ist wiederholbar und dauert zwischen 2-20 Minuten.
Bei manchen sehr sensiblen Menschen können einzelne Extrasystolen sehr schlecht erlebt werden, so wie es Chris-Ray beschreibt.
Schlussendlich sollte der Hausarzt sehr wohl in der Lage sein sich in diesem Fall eine Fundierte Meinung zu bilden . Nicht jedes Mal wenn das Wort Herz fällt muss der Kardiologe bemüht werden.

Joker


Joker
 
Hört sich nicht nach einer AP an.
supraventrikuläre extrasystolen können auch gefährlich sein! wenn du evtl. ventrikuläre extrasystolen hast IST das sogar gefährlich...
Nicht wirklich. Extrasystolen sind an sich harmlos (begleitend bei best. Herzerkrankungen mal ausgenommen, ist aber ein anderes Thema). Entsprechend besteht auch keine dringende Therapiebedürftigkeit (falls es einen best. Auslöser wie Erkrankungen der Schilddrüse gibt, werden diese behandelt).

Werden die ES als sehr belastend registriert, kann man medikamentös ansetzen.


jeckyll
 
Mir schint es so, als wenn dein Herzstolpern ein Panikattake ausgelöst hat, oder selbst die Rythmusstörungen ehr eine Form von Panikattaken sind.
Der ansich harmlose Stolperer hat dich sehr in dich selbst reinhören lassen und so durch Angst eine Panikattake ausgelöst, die aber sehr schnell wieder verschwindet.
Panikattaken sind harmlos, aber sehr sehr unagenehm. Hatte selbst früher Jahrelang welche. Meist ist der Grund überlastung oder Stress. Treten meist aber erst dann auf, wenn der Stress vorbei ist und man eigentlich sehr entpannt ist.

Ein Auszug:
"Der Puls kann von durchschnittlich 70 Schlägen auf 180 und mehr pro Minute ansteigen, das Schlagvolumen des Herzens (Blutauswurf der linken Herzkammer in den Körper) kann sich verdoppeln. Das rasche Umschalten auf Beschleunigung oder Verlangsamung des Herzschlags führt oft zu einer vorübergehenden, völlig ungefährlichen Rhythmusstörung. Bei akuter Angst schlägt das Herz plötzlich schneller, bei rascher Beruhigung macht es einen „Aussetzer“ zur Verlangsamung.

Starke Angst kann auch eine psychisch bedingte Verkrampfung der Herzkranzgefäße bewirken, die trotz ihrer Dramatik unbedenklich ist. Es kommt aufgrund der verminderten Durchblutung und unzureichenden Sauerstoffzufuhr zum Herzen zu starken Schmerzen im Brustbereich und damit zu ähnlichen Zuständen wie bei Angina pectoris.
Die Enge in der Brust ist ein typisches Angstsymptom, bedingt durch eine Anspannung der Brustmuskulatur, und geht oft einher mit einem Druckgefühl in der Gegend des Brustbeins oder herzbezogenen Ängsten. Bei einer Schreckreaktion verkrampft sich oft der oberste Teil der Speiseröhre, was ein Engegefühl im Hals bewirkt, wie wenn ein Fremdkörper im Rachen stecken würde."

Hier gibt´s mehr darüber: Lohnt sich wirklich zu lesen !
http://www.panikattacken.at/panikstoerung/panikstoerung.htm
 
Danke für eure zahlreichen Antworten!!

Es hat sich übers Wochenende wieder gebessert. Vielleicht ist es echt der Stress mit dem neuen Job. Ich werds mal weiter beobachten!!

gruss
chris_ray
 
als wenn dein Herzstolpern ein Panikattake ausgelöst hat, oder selbst die Rythmusstörungen ehr eine Form von Panikattaken sind

Eher keine Panikattacke.
Was er beschreibt, ist bei ES nicht ungewöhnlich, hat aber nichts mit einer Angststörung zu tun.


jeckyll
 
Also ich hätte jetzt auch sofort auf Panikattcke getippt. Wenn das nicht der Fall sein sollte und es handelt sich wie jeckyll vermutet um einen Teil der ES Problematik, dann kannst Du wohl nichts besseres tun, als das Ganze zu ignorieren. Einfach nicht dran denken. Das hast Du wahrscheinlich schon 100mal gehört und es klingt auch verdammt beschissen, aber mehr kann man bei ES nunmal nicht machen. Also: Besser NICHT weiter beobachten, es sei denn Dein Doc sagt was gegenteiliges. Autogenes Training o.ä. ist hier mit Sicherheit sehr zu empfehlen!
In diesem Sinne: Gute Besserung!

crOOk
 
hallo zusammen,
also ich hatte/habe diese probleme genauso. Aus eigener erfahrung kann ich nur sagen, dass das ständige in sich hineinhören die ganze sache nur wesentlich verschlimmert, weil man ständig versucht den herzrhytmus zu beobachten. Da aber die ES in völlig unterschiedlichen situationen aufgetreten sind sowohl in ruhe als auch unter belastung ist man nach einer weile schon verunsichert und muss aufpassen, dass man seine aktivitäten nicht immer weiter zurückfährt. Auch das diskutieren darüber, was das nun für ES sind, denke ich bringt an dieser stelle gar nichts. wenn man wirklich klarheit haben will ob die ES nun gefährlich sind oder ob sie nun ventrikulär oder supraventrikulär etc. sind also welchen ursprungs...kann ich nur den einfachen tipp weitergeben, mal beim arzt sich einen so genannten "event recorder" geben zu lassen. Das ist ein aufzeichnungsgerät in der größe einer EC Karte und nicht wesentlich dicker. Dieses gerät trägt man bei sich und bei auftretenden ES kann man diese mit dem gerät EKG genau aufzeichnen indem man es zur aufzeichnung ans brustbein drückt. Die spätere Auswertung verschafft klarheit und setzt spekulationen ob gefährlich oder nicht ein ende und vor allem gibt es einem die sicherheit zurück, dass alles ok ist. Bzw. kann der arzt einem sagen was weiter zu tun ist. Finde nur, dass die Psyche keinen unwesentlichen Einfluss auf solche ES hat. In stressigen prüfungsphasen etc. sind diese immer öffter aufgetreten Noch ein Tipp am Rande - In Bad Krozingen (Bad. Württmb.)gibt es ein Herzklinik mit einer eigenen Rhytmologie Abteilung die auf solche Fälle spezialisiert ist:)
 
Polynomstapler schrieb:
Wie schon gesagt, ein Fall für den Psychosomatiker. u.A. mit autogenem Training lässt sich das gut in den Griff kriegen.

Was ich vielleicht noch erwähnen sollte. Ich weiss von einem Psychosomatker bei uns in Basel, der sich ursprünglich auf Angststörungen spezialisiert und bei solchen "Herzstolperern" sehr gute Ergebnisse erreicht. Es lohnt sich also wirklich.
 
Hallo zusammen,
wollte eigentlich eben einen neuen Thread eröffnen,aber ich denke mein Anliegen passt hier sehr gut rein..

und zwar geht es um meine Mutter,die sich heute zur Vorsorge einem EKG unterzogen hat und nun auf dem Weg ins Krankenhaus ist! Ihr Arzt hat in der Erholungsphase nach der Belastung einige erhebliche Herzrythmusstörungen festgestellt,er sprach von ventrikulären Extrasystolen.. ich hab das so verstanden,dass das Herz gelegentlich ausgesetzt und kein Blut gepumpt hat und das dies im Extremfall auch zum Sekundentod führen könnte..irgendwie bin ich gerade total durch den Wind,weil ich nach Recherchen im Internet und auch hier öfer gelesen habe,dass solche ES nicht unbedingt lebensbedrohlich sein müssen..Der Arzt wollte sie aber sofort einweisen,hat ihr auch untersagt einkaufen zu gehen etc.. hat mir ziemliche Angst gemacht..jetzt soll eine Katheteruntersuchung gemacht werden,in der irgendwie ein Kontrastmittel ins Herz gespritzt wird..ist diese Untersuchung eigentlich gefährlich oder bloß Routine? Sind ES genetisch vorbestimmt bzw. vererblich? Schon sehr merkwürdig das ganze,da meine Mutter selbst keine Beschwerden mit dem Herzen vorher hatte..so long Pat
 
@Pat
Es ist schwierig über 2 Ecken sich eine Meinung zu bilden.

Ventrikuläre extrasystolen (VES) beim gesunden Herz sind ungefährlich. Sie können aber auch der Ausdruck eines Herzproblem sein. Wenn VES gehäuft bei einer Belastung vorkommen oder man selbst ventrikuläre Tachykardien bei Belastung hat , kann man den Verdacht eines grösseren Herzproblem nicht aussschliessen. In dem Fall deiner Mutter, denke ich, das der Arzt eben durch eine Katheteruntersuchung festellen möchte ob es sich um banale ESV handelt oder ob ein Herzkrankheit vorliegt.

Eine Katheteruntersuchung kann man als Routine Untersuchung ansehen, insofern sie sehr oft praktiziert wird. Jedoch wie jede invasive Untersuchung ist das Risiko ein Problem zu haben sehr klein aber nicht gleich null. Aus diesem Grund werden Herzkatheteruntersuchungen nur gemacht, wenn der Verdacht gross genug ist das ein Herzproblem vorliegt. Das ist wahrscheinlich der Fall bei deiner Mutter.

Die Frage mit der Genetik ist im Moment nicht relevant, auf jeden Fall sind VES nicht genetisch vorbestimmt.

Der plötzliche Herztod und die VES sind ein weites Feld. Aber wieder einmal, es muss gleichzeitig mit den VES eine gravierende Herzkrankheit vorliegen damit das Risiko vom plötzlichen Herztod steigt. Sowieso, selbst in solchen Fällen ist das tägliche Risiko verschwinden klein.

Joker
 
ich danke dir Joker für die präzise Antwort..wie waren halt alle ziemlich überrascht und vor den Kopf gestoßen über diese Diagnose,weil Sie eigentlich keinerlei Beschwerden hatte..naja,jetzt heißt es abwarten.. also danke nochmal..
 
Richtig erklärt von joker.
Als Ergänzung dazu: Es hat sich herausgestellt, daß solche Arrhythmien nach Belastungsende mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden sind als solche, die während einer Belastung auftreten. (Veröffentlicht im New England Journal of Medicine).
Die Absicht, das bei deiner Mutter weiter abklären zu lassen, ist völlig richtig. Vorbildliche Maßnahme!


jeckyll
 
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