Fithalten bei Parkinson-Erkrankung?

hexi

New member
Ich lade selbstverständlich alle zu dem Thema ein, die von Parkinson mehr wissen als ich, auch wenn ich vermute, dass bestenfalls Kurt eine Antwort weiß:

Bei meiner Mutter (57) wurde vor fast 4 Jahren Parkinson diagnostiziert. Erkrankt ist sie sicherlich schon einige Jahre früher.
Ihr Zustand ist ok, will heißen: Sie ist zwar generell langsamer, steht viel im Weg (weil sie einfach nicht schnell reagieren kann) und ihre Zeiten, wo sie geduldig zuhören bzw. am Gesellschaftsleben teilhaben kann, sind beschränkt. Auch ist ihr vormittags immer schrecklich schlecht.
Sie meint aber, sie sei gut eingestellt (mit Permax).

(Wenn man bedenkt, dass sie früher eine unheimlich aktive Person war, die das ganze Familienmanagement im Prinzip alleine betrieb, geniale Beschwerdebriefe schrieb und sich für andere Leute einsetzte...)

Jedenfalls wäre es für ihren Körper wichtig, dass sie doch etwas Bewegung macht, finde ich. Ich habe die Befürchtung, dass es sich im Alter (mit 70/80) böse rächt, wenn man in ihrem Alter keinen Sport macht.
Sie macht zwar jeden Tag in der Früh Gymnastik, soll auch anstrengend sein, sind aber eher Mobilisierungsübungen, auch ein paar Beinhalteübungen und Situps. Angeblich eine halbe Stunde lang.
Zu mehr (wie z.B. Radfahren) wäre sie nicht fähig, weil durch die Bewegung wieder zuwenig L-Dopamin vorhanden sei (wenn ich das richtig in Erinnerung hab).
Stimmt das denn?
Oder hat sie diese Befürchtung zu unrecht?

Ich finde nämlich, es wäre unheimlich wichtig, dass sie mehr in die Natur kommt, und mit meinem Vater gemeinsam z.B. radfährt (natürlich in ihrem Tempo).
Es wäre ja schon etwas, wenn sie das einmal in der Woche tun könnten.

Bin gespannt,
LG Hexi
 
A

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Re: Fithalten bei Parkinson-Erkrankung?
Unglaublich, das Wissen in diesem Forum!

Bravo Braveone!

Ich bin erstens überrascht, dass zu dem Thema eine "Nicht-Kurt Anwort" kommt und zweitens, dass es sowas gibt (Internetseite "SPORT und Parkinson" von Anne)...
Ich werde diese Seite ganz sicher lesen und meiner Mutter zukommen lassen.
Wir sind zwar in Ö zuhaus, aber die Info ist ja "grenzenlos"
LG HExi
 
Re: Unglaublich, das Wissen in diesem Forum!

Danke für die Blumen.
Naja, wenn man ein wenig sportbegeistert ist, dann interessiert man sich doch schon für so ziemlich alles, was mit Sport zu tun hat. Habe für Anne schon einige Vertretungsstunden Tae Bo gemacht, daher der Kontakt.

Also, man muss nur wissen, wie und wo man fragt und schon bekommt man hilfreiche Antworten.

liebe Grüße,

Braveone

http://www.clean-protect.de/Bild3.jpg
 
Hallo hexi,

Parkinson ist eine krankheit, die bei jedem patienten recht unterschiedlich verläuft. die mutter meines ex-freundes war auch an parkinson erkrankt, sie ist am 14.02 diesen jahres im alter von 59 jahren verstorben. So wie du die krankheit deiner mutter schilderst, scheint es sie noch wesentlich fitter zu sein und sollte sich nochmal mit ihrem arzt beraten welche sportarten für sie in frage kommen und in welchem umfang. da die mutter meines freundes sogar eine krankengymnastin von von der krankenkasse gestellt bekommen hat. ihr arzt war der auffassung das sport neben all den medikamenten die beste medizin ist.
ich glaube, wenn deine mutter noch in der lage ist fahrrad zufahren oder zu walken, sollte und kann sie das machen,

ich wünsche deiner mutter viel glück, das der krankheitsverlauf bei ihr nicht so dramatisch verläuft.

Gruß Nikki
 
hallo hexi,
braveone hat dir schon einen brauchbaren link gegeben (an dieser stelle ein dankeschön an ihn). du weißt, parkinson ist nicht gleich parkinson. ich nehme an, es ist ein "echter" morbus parkinson und nicht ein parkinson-syndrom anderer genese. welche symptomatik steht im vordergrund? ist eine mutter eher der akinesie-typ, der tremor-typ oder der rigor-typ? ganz wichtig ist eine otimale medikamentöse therapie (regelmäßige kontrolle beim neurologen, nicht nur beim hausarzt!). wenn die gegeben ist, sollte einer sportlichen betätigung - in welcher form auch immer - nichts im wege stehen.
alles gute, kurt
 
Eigeninitiative

Hallo Hexi,
auch für den Bereich Parkinson existieren Selbsthilfegruppen. Da bekommt man oft kompetente Hilfe, man hat Ansprechpartner, man kann sich mit "Gleichgesinnten" zum Sport treffen und sich über vieles austauschen. Adressen verwalten städtische Organisationen oder auch die Krankenkassen.
Generell kann man sagen, dass die Diagnose Parkinson den Betroffenen noch nicht dazu verdonnert, keinen Sport mehr zu betreiben. Ein Park.Patient, den ich kannte, lief recht ordentliche Mittelstreckenzeiten.

Egbert
 
Hallo Kurt,

Ja, bei meiner Mutter ist ein "echter"morbus P. festgestellt. Sie ist eher der Akinesie-Typ, kennt aber auch dieses "wächserne" Widerstands-problem, aber Tremor hat sie ganz sicher nicht.
Ich denke, sie geht brav zum Neurologen, aber ich werde mich mal vorsichtig nach der Regelmäßigkeit erkundigen...
Müssen die Medikamente exakt danach eingestellet werden, wenn sie nun an einem Tag länger Sport macht (zB eine Stunde lockeres Radfahren)?
LG HExi
 
Re: Eigeninitiative

Ja, die Selbsthilfegruppen hab ich ihr auch schon mal nahegelegt. Aber sie lehnt das ab, denn sie befürchtet, den Anblick von Patienten, die bereits in einem schlimmeren Zustand sind, nicht zu verkraften. (Weil sie ja unweigerlich auch auf so einen Zustand zusteuert). Und sie meint, es wären da vorwiegend ältere Menschen als sie es ist. Meine Mutter sieht für ihr Alter ja noch recht gut aus...kein graues Haar, keine Falten, schlank..
Wenn dein nächster Vorschlag eine Psychotherapie wäre...wieder nix, denn auch Psychiater, Psychologen und Psychotherapeuten lehnt sie ab, weil sie ihnen und ihrer Kompetenz nicht vertraut (die wollten ja nur Geld machen - stimmt sicher bei vielen). Man könne ja eh die erste Stunde gratis nehmen, um auszuprobieren...hilft auch nichts.

Tja, ob die Sturheit und Verbohrtheit auch von Parkinson kommt, hab ich mich schon öfter gefragt.
Was aber möglicherweise wirklich von Parkinson kommt, ist die "Angststeuerung": Meine Mutter besteht vorwiegend aus Angst seit einigen Jahren. Ich bin mit meiner "Weisheit" am Ende.

LG Hexi
 
hallo hexi,
die medikamentöse einstellung richtet sich nicht nach der sportlichen aktivität. je besser die einstellung, desto besser die lebensqualität, was auch dem sport zugute kommt, und dieser wiederum die lebensqualität steigert.
lg, kurt
 
Initiative

Hallo hexi,

hat deine Mutter schon mal daran gedacht, evtl. eine Kur oder Reha-maßnahme o.ä. mitzumachen ? Dein Vater könnte, wenn die Zeit es ihm erlaubt, mitfahren. Deine Eltern würden die Situation gemeinsam angehen, neue Informationen sammeln und sicherlich feststellen, wieviel man trotz Parkinson noch erleben kann. Da sind bestimmt auch wieder viele Ältere und Krankere als deine Mutter, aber nicht nur. Die Chance, jemanden zu treffen, der ihr Mut gibt - sei es als Arzt oder als Mitbetroffener - ist doch nicht so gering. Sie könnte an einigen sportlichen Programmen teilnehmen und vielleicht auch etwas ihrer Angst abbauen - hoffe ich.
Ich wünsch's euch jedenfalls.

Liebe Grüße

Egbert
 
Danke für den Tipp!

Danke Egbert, ich denke, es macht Sinn, wenn ich mich mal unabhängig von meiner Mutter erkundige, was es für Parkinsonpatienten gibt. Dein Vorschlag klingt gut.
LG Hexi
 
A

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Re: Fithalten bei Parkinson-Erkrankung?
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