Ernährung Freundin

imported_hammel

New member
Hey,

ich habe mal eine Frage und hoffe, dass ich damit hier richtig bin andernfalls verzeiht mir bitte :)

Undzwar geht es um eine Freundin, die absolut Schlankheitsversessen ist. Wenns nach ihr ginge würde sie am liebsten überhaupt nicht mehr essen und sie bekommt jedesmal ein schlechtes gewissen, wenn sie zu viel von einer Sache ist. Ich finde auf Dauer kann dieses ewige gehungere nicht gesund sein und daher habe ich mir überlegt mich ein bisschen in das Thema Ernährung und Abnehmen einzuarbeiten, um ihr mit ein bisschen Fachwissen das ganze Thema zugänglicher zumachen und sie dazu zu bewegen, ganz beruhigt und vorallem geregelt essen zu können.
Leider habe ich wenig Ahnung, ob es da zwischen Männern und Frauen Unterschiede gibt, die man beachten sollte und bin generell schon etwas länger aus dem Thema raus. Habe daher ein wenig rumgestöbert und bin jetzt so weit, dass man im Prinzip mit der Formel für den Grundumsatz(Gewicht*24) + den Leitungsumsatz(Gewicht*24/x,x%) den täglichen Kalorienbedarf ausrechnet und den dann ja eigentlich einfach mithilfe einer Kalorientabelle etc. decken kann. Dann zieht man noch so um die 200-400kcal vom eigentlichen Bedarf ab und man hat einen Abnahme-Effekt.

Stimmt das bis hier hin so weit? Könnt ihr mir Links oder sonst etwas Wissenswertes an die Hand geben, mit dessen Hilfe ich noch darauf aufbauen kann??

Gruß
hammel
 
Hm mal überlegen. Wissenswert ist, ob eine Magersucht vorliegt oder nicht. Liegt eine pathologische Anorexie vor, dann ist es unwichtig wie die Formel für den normalen Grundumsatz ist etc. pp. ff.

Ist sie normalgewichtig, über- oder untergewichtig? Das könnte sehr, sehr wichtig werden. Ich mache es mal kurz: Wenn sie Übergewichtig ist- dann ist das ok. Nervig aber tolerierbar. Sollte sie allerdings Normal- oder Untergewichtig sein- hat sie wahrscheinlich ein Problem.

Das was du schreibst lässt mir die Haare zu berge stehen:
(...)absolut Schlankheitsversessen ist. Wenns nach ihr ginge würde sie am liebsten überhaupt nicht mehr essen und sie bekommt jedesmal ein schlechtes gewissen, wenn sie zu viel von einer Sache ist. Ich finde auf Dauer kann dieses ewige gehungere nicht gesund sein (...)

Solche Aussagen a la "Ich fühle mich schlecht wenn ich esse" oder "mein Umgang mit dem Essen belastet den Kontakt mit meinen Freunden" oder "Ich habe einen genauen Plan was ich esse und was nicht"* machen mich sehr wachsam.

Um es mal ganz drastisch zu formulieren: Magersucht ist tödlich. Sie macht nicht attraktiv, sie ist nicht schön- sie tötet

Kannst ja mal einen kleinen Test machen (der nebenbei auch Inhalt in der Therapie ist- es geht dabei um das Selbstbild) : Du besorgst einen, oder zwei Streifen Tapete. Es sollte genug sein, das sie sich darauf legen kann (notfalls zusammenkleben). Das benötigen wir zwei mal. Auf dem ersten soll sie mal ihren Körper malen, so wie sie denkt das der Umfang ist. Dann legt sie sich auf den zweiten Streifen und du zeichnest mit einem Stift ihren tatsächlichen Umfang nach. Hat sie sich viel zu breit/dick gezeichnet ist das ein weiteres ziemlich schlechtes Zeichen.

Dann hilft es nur noch der Dame klipp und klar zu sagen das das was sie macht pathologisch (und potentiell tödlich) ist. Das gefährliche ist das ich aus dem klinischen Kontext Fälle kenne die noch unter Ärztlicher Aufsicht verstorben sind. Magersucht ist eine sehr gefährliche Krankheit. Das kann man nicht deutlich genug und nicht oft genug sagen.
Ehrlich gesagt, ist dann noch die Frage, inwieweit du einen Handlungsauftrag hast (wahrscheinlich überhaupt keinen) und inwieweit du dich gesund abgrenzen kannst.

Entschuldige den drastischen Post- aber ich halte es für wichtig, dass wir Anorexie erst mal ausschliessen bevor weitere Tipps zum Abnehmen gegeben werden.

*Es geht jetzt nicht um Bodybuilder. Ich weiß, dass wir auch einen genauen Plan haben was wir essen und was nicht, aber das ist etwas anderes. Wir sind ja wohl auch alle manchmal traurig- aber deshalb sind wir nicht allesamt Depressiv und suizidal.
 
Hier kann ich Olon nur recht geben. Das was Du hier beschreibst hoert sich extrem nach Anorexie an. Hier kann nur ein Facharzt Helfen und das wen moeglich schnell.
 
Hmm schwierig zu sagen. Über das Magersuchtthema habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich würde sagen, ihre Lage ist da grenzwertig. Sie ist schon eine schlanke Person, hat aber noch nen normalen Körperfettanteil(Bauchspeck etc.). Dazu weiß ich, dass sie sowieso Kontakt zu einem psychologischem Therapeuten unterhält - jedoch allgemein, nicht speziell wegen des Essens. Daher geh ich davon aus, dass Tendenzen möglich sind, aber die Lage nicht akut ist. Sie geht mit dem essen so schon mehrere Jahre um und bisher hat sie noch keine gesundheitlichen Beschwerden gehabt.
Das Ding ist nur, wie die jungen Damen gerne mal so sind, es bringt nichts wenn ich sie radikal konfrontiere. Daher ist mein Gedanke, als geschätzer Freund einfach ihr Wissen über das Thema zu erweitern, sie da ranzuführen und ihr ein gutes Gefühl und eine positive Einstellung zu ihrem Körper zu vermitteln, damit sie da ganz entspannt rangehen kann. Meine Motivation dabei war auch, zu verhindern, dass sie sich mit radikal hungern irgendwie schadet.

Liebe Grüße
 
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