Hi Lensi, ein Gruß aus Hamburg und ein Wort von Erdnußbutter-Junkie zu Erdnußbutter-Junkie,
natürlich löst das Wort „Fett“ bei einem Bodybuilder zunächst einmal leichte Panikanfälle oder doch zumindest ein Stirnrunzeln hervor. Schaut man jedoch einmal etwas intensiver auf diese Thematik, stellt man fest, daß die „Low Fat!“-Parole nicht immer eine ungeingeschränkte Daseinsberechtigung hat.
Du hast recht, Lensi, Erdnußbutter ist sehr fetthaltig. Die Menge von ca. 58 g auf 100 g klingt gewaltig. Da ich aber ebenfalls bekennender Erdnußbutter-Fan bin (1 EL Erdnußbutter in einem Vanille-Proteinshake kann geradezu süchtig machen!), möchte ich Dir einige Punkte nennen, die FÜR das Einbeziehen von Erdnüssen in die Nahrung zu sprechen scheinen:
1. Eiweiß: 100 g Erdnußbutter enthalten nicht nur 58 g Fett, sondern auch 21 g Eiweiß.
2. Testosteron: Besonders natural trainierende Bodybuilder sollten eine gewisse Menge Fett zulassen. Die Gesamtkalorienanzahl, die Du täglich zu Dir nimmst, besteht ja zu einem gewissen Prozentsatz aus Fett. Mehrere Studien deuten an, daß eine Erhöhung dieses Prozentsatzes von beispielsweise 20 auf 30-40 % einen Anstieg des Testosteronspiegels zur Folge hat. Auslöser hierfür scheinen besonders gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren zu sein. Und ein erhöhter TestoSpiegel fördert die Regeneration und begünstigt bekanntlich den Muskelaufbau. Die Menge der GESAMTkalorien sollte allerdings NICHT erhöht werden! Du mußt also ein wenig mit Deinem Ernährungsplan jonglieren.
Eine Studie der Purdue Universität (USA) hat ergeben, daß die 12 Teilnehmer dieser Studie ihre Gesamtkalorienzufuhr unwillkürlich reguliert haben, sich dieses Jonglieren also quasi selbständig eingestellt hat, da Erdnußcreme gut sättigt und das Hungergefühl zügelt. Ich persönlich habe an meinen „Erdnußbutter-Tagen“ übrigens deutlich weniger Appetit auf Süßigkeiten.
3. Gewichtsreduktion: Wie im „International Journal of Obesity“ veröffentlicht wurde, verspricht ein moderater Fettanteil sogar dauerhaften Erfolg im Kampf gegen die Pfunde. Das Zauberwort heißt auch hier: ungesättigte Fettsäuren. Erdnüsse sind mit ihrem hohen Anteil an eben diesen „positiven“ Fetten daher eine gute Wahl, was auch eine Untersuchung der Harvard Medical School bestätigt hat.
5. Herzerkrankungen: Die Untersuchungen der Purdue Uni untermauern weiterhin vorangegangene Lang- und Kurzzeitstudien darin, daß der regelmäßige Verzehr von Erdnüssen das Risiko von Herzerkrankungen mindern kann (Senkung des LDL-Cholesterins).
Und für den interessierten Leser noch ein kurzes Wort dazu, was Erdnüsse eigentlich sind:
Nein, keine „Nüsse“. Erdnüsse sind eine Bohnenart, wachsen nicht -wie viele vielleicht denken- auf Bäumen oder an Sträuchern, sondern unter der Erde. Der botanische Name dieser Nuß, die eigentlich eine Bohne ist, lautet Arachis hypogaea, im Englischen heißen sie „peanut“ oder „groundnut“ oder auch „monkey nut“.
Das Objekt unserer Begierde, die Erdnußbutter, enthält übrigens gar keine Butter und wurde 1894 von Dr. John Harvey Kellogg erfunden.
So, und jetzt fällt mir zu diesem Thema nichts weiter ein, aber vielleicht hilft es Dir, etwas beruhigter ab und an Deine Erdnußbutter zu genießen. Wie die anderen schon sagten: übertreiben würde ich´s nicht, und achte darauf, wie Dein Körper reagiert.
Erdnussige Grüße,
Tina
