Blutdruck @ Kurt

Werner

New member
Hallo Kurt
Ich habe mich schon lange nicht mehr zu meinen Blutdruck geäussert, das will ich heute nachholen.
Inzwischen habe ich den Doc gewechselt, nicht, weil ich unzufrieden war, sondern weil er der einzigste Internist in der Gegend ist - alle anderen Internisten wurden als Hausärzte eingestuft,die nicht mehr alle Untersuchungen machen dürfen - und damit ist er "überlaufen" durch die vielen Überweisungen der Hausärzte.
Also, mein neuer Doc hat Norvasc und Micardis abgesetzt, weil's nichts gebracht hat. Dafür hat er "BLOPRESS" mit 16mg Candesartancilexetil und 12,5mg Hydrochlorothiazid verordnet, die ich nun seit 14 Tagen einnehme.So ganz in Ordnung ist der Blutdruck noch nicht, wahrscheinlich wird noch ein zweites Medikament notwendig sein, aber er will erst mal abwarten, bis die erste Packung (28) aufgebraucht ist.
BLOPRESS ist ganz schön teuer, 28 Tabletten kosten über 40 € und es hat mich schon gewundert, dass ich diese bekam, nachdem in Deutschland nur noch gespart wird.
Ich hoffe, endlich Erfolg zu haben, grüße Dich aus Kehl und wünsche Dir schon heute ein schönes Wochenende.
Werner
 
Re: Blutdruckeinstellung

hallo werner,
die vorgangsweise meines kollegen erscheint mir nicht rationell. er hat einen AT1-rezeptorblocker ("micardis" = telmisartan) gegen einen anderen getauscht ("blopress" = candesartan). "blopress plus" enthält, wie du schreibst, 12.5mg HCTZ als zweckmäßige wirkkombination (ich war der meinung, du hättest das auch schon mit "micardis" kombiniert gehabt).
somit hat sich die therapieoption nicht geändert, im gegenteil, die behandlung wurde trotz unzureichender einstellung durch das absetzen von norvasc sogar reduziert.
dass du zu "blopress plus" ein weiteres antihypertonicum brauchen wirst, ist somit absehbar (kennst du schon meinen neuen artikel über bluthochdruck auf meiner homepage?).
für eine kombination gibt es mehrere optionen: ein ACEI, ein ca-kanalblocker vom dihydropyridintyp wie "norvasc" oder vom phenylalkylamintyp wie verapamil ("isoptin"), ein zentraler (moxonidin = "normoxin") oder peripherer alphablocker (z.b. "supressin"). ein betablocker scheidet bei dir als ausdauersportler aus, wie du ja weißt.
wie sieht deine diastolische linksventrikelfunktion in der dopplerechocardiographie aus? wie dick ist das diastolische myocard des linken ventrikels?
schönes wochenende,
kurt
 
Re: Blutdruckeinstellung

Hallo Kurt
Danke für Deine Ausführungen. Wenn die Packung aufgebraucht ist, werde ich mit meinem Doc über das weitere Vorgehen sprechen.
Hier kurz med.Daten:
Belastungs-EGK bei 200 Watt 190-100 HF 138
Langzeit-RR Durchschn.syst.120 = 63,6 %, dya 80 = 54,5 %
Höchstwerte Syst.145, Dia 96.
Kardiologische werte:Echo normal großer li.Ventrikel ohne Nachweis einer li.ventrikulaeren Hypertrophie.Übrige Herzhöhlen normal gross.Global noch gute LV-Funktion ohne regionale Akzentuirung, kein Pericarderguss. Morphologisch und funktionell unauffällige Aorten-und AV-Klappen.
Auch der Kardialoge hat ein Bel.EKG gemacht, dabei lagen die Werte bei 200 Watt HF 148, RR 195-90, nach 5 Minuten Pause bei 130-80
Es ist gut, dass ich die med.Wörter alle abschreiben kann, denn auswendig kann die nur Ein Mediziner im Kopf haben.
Gruß aus Kehl, schönes Wochenende
Werner
 
Re: Blutdruckeinstellung

hallo werner,
deine RR-einstellung scheint o.k. zu sein. wie ist der RR bei 100 watt?
bei aller konsequenz, was die RR-einstellung betrifft, ist eine medikamentöse "übertherapie" ist auch nicht wünschenswert.
beim echo hätte mich die dopplerechocardiographische beurteilung der diastolischen LV-funktion interessiert, darauf wurde offensichtlich nicht eingegangen. jedenfalls besteht keine LVH, das ist schon mal erfreulich (im sinne eines nicht-vorliegens eines cor hypertonicum. eine geringgradige LVH im sinne eines sportherzens ist bei einem ausdauersportler ja durchaus "erlaubt". aber genau deshalb interessiert mich die diastolische funktion, weil diese beim hypertrophierten sportherz im gegensatz zum hochdruck-herz normal ist).
schönen wochenanfang,
kurt
 
Re: Blutdruckeinstellung

Hallo Kurt
Im Bericht des Kardialogen steht verschiedenes, das Du problemlos verstehts (ich nicht) und zwar:
Rue-EKG: HF 75/min, PQ 0,17, QRS 0,08, QTx 0,41 sek.
Regelmäßiger Sinusrythmus bei indifferenz-bis Steiltyp, unauffällige De-und Repolarisationsphase.
Belastungs-EKG bis 200 Watt, HF max.148 (entspr icht 94% der max.Vorhersage) Ausgangsblutdruck 140/90 mmHg begonnen, bei 100 Watt betrug er 150/80 mmHg.
Abbruch wegen Ermüdung. Keine Angina, kein Nachweis ischaemietypischer Endstreckenveränderungen.
Heute Früh, nach dem Aufgstehen, war der RR 123-89 vor Einnahme der Medikamente. Dann ging ich ins Studio und fuhr dort 70min Dauerbelastung 150 Watt, eine Stunde später war der RR 92-62, HF 78, und jetzt, 19 h, bei 102-68, HF 72.
Gruß Werner
 
Re: Blutdruckeinstellung

Hallo Kurt
Noch ein "Nachtrag" zu meiner letzten Mitteilung über die med.Daten.
Heute habe ich das Rennrad gesattelt und bin mal, zur Probe, 50 km gefahren, flach, starker Gegenwind, Schnitt 26.(Alter 66 beachten)Danach lag dann mein RR bei 80 zu 53 !
Jetzt, nach gut einer Stunde, wieder normal bei 110 zu 78.
Gruß Werner
 
Re: Blutdruckeinstellung

hallo werner,
du bist nicht nur ausreichend behandelt, sondern sogar übertherapiert. vor allem sollte in deinem fall kein thiaziddiuretikum gegeben werden.
zur ergometrie: der belastungs-RR ist völlig normal. warum wurdest du nicht ausbelastet?
gruß, kurt
 
Re: Blutdruckeinstellung

Danke Kuret für Deine Antwort.
Warum ich nicht ausbelastet wurde, weiss ich nicht, vielleicht hielt es der Kardiologe nicht für nötig ?
Ich werde nun nur noch eine halbe Blopress nehmen und mal schauen, ob das nicht ausreicht, denn gestern Abend und heut e Früh lag der RR im grünen bereich (120-75)
Habe ich gestern beim Rad fahren etwas falsch gemacht, es war die erste Ausfahrt und ich musste schon ordentlich in die Pedale steigen (starker Gegendwind) Oder lag es nur daran, dass ich "zuviel" Medikament genommen hatte ?
Gruß werner
 
Du hast nichts falsch gemacht!

wie ich schon sagte, brauchst du eine geringere pharmakotherapeutische unterstützung als du oder dein arzt dachte.
dein kardiologe ist offensichtlich nicht sehr leistungsdiagnostisch orientiert:winke:, zur beurteilung der RR-regulation bei belastung ist eine submaximale belastung ausreichend bzw. eine beurteilung sogar nur im submaximalen bereich relevant.
ich bin an und für sich sehr "streng", was die RR-einstellung betrifft, aber warum solltest du mehr antihypertensiva schlucken als nötig? vergiss nicht, dass du bereits mit deinem ausdauertraining ein blutdruckmedikament "einnimmst" (siehe den bluthochdruck-artikel auf meiner homepage).
dein niedriger RR nach dem training könnte auch mit einer unzureichenden flüssigkeitszufuhr zusammenhängen. also immer viel trinken bei deinen ausfahrten!
alles gute,
kurt
 
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