warum raten dann so viele mediziner und traininer von spitzenahtleten dazu...?
Der Placeboeffekt ist nicht zu verachten.............
@Deux
Woher weißt Du, daß ich meine Beiträge teilweise in Word schreibe?
@kleener
Nicht Aminosäuren mit Protein verwechseln.

Das von Dir angesprochene Molke-Protein wird tatsächlich schnell aufgenommen und führt auch einigen Studien nach zu einer Erhöhung der Spiegel.
@Sunnyboy
Weniger als ein Drittel der Aminosäuren im Pool stammen aus exogener Quelle, sprich Nahrung, und davon gehen nur etwa 20% in den Pool ein. Das ist nicht unbedingt eine primär kritische Menge.
Wie ich gerne zugebe, ist die Meinung insb. über BCAA´s geteilt. Eine Wirkung kann man ihnen nicht komplett absprechen. Ich füge mal eine Studie an Ausdauersportlern an. Zu bedenken ist, daß die Ergebnisse 1. nicht uneingeschränkt auf Kraftsportler übertragbar sind und 2. die Personengruppen recht klein sind, somit statistische Probleme auftreten, die die Ergebnisse nicht als Absolutum dastehen lassen dürfen.
Verzweigtkettige Aminosäuren (BCAA)
wie Leucin, Isoleucin und Valin können
vom Körper nicht synthetisiert werden
und müssen daher über die Nahrung
zugeführt werden. In der Vergangenheit
sind diesen essentiellen Aminosäuren
wiederholt positive Effekte auf die
physische und psychische Leistungsfähigkeit
sowie die Auswirkungen von
Training nachgesagt worden.
In einer aktuellen Untersuchung
konnten Coombes und McNaughton zeigen,
dass die zusätzliche Zufuhr von
BCAA bei bereits ausreichender BCAAAufnahme
über die Nahrung möglicherweise
die Muskelzerstörung nach
Ausdauerbelastungen vermindern
kann. Von 16 Personen, die über die
Nahrung die empfohlene Menge BCAA
von täglich 0,64 g/kg Körpergewicht
zuführten, erhielten 8 über 2 Wochen
eine zusätzliche Gabe von 12g BCAA. 7
Tage nach Beginn der Supplementierung
wurde eine 120 minütige Belastung
bei 70% der VO2max auf dem
Fahrradergometer durchgeführt. Vor
und nach diesem Test erhielt die Verumgruppe
zusätzlich 20 g BCAA. Die
Serumkonzentration der Muskelenzyme
CK und LDH, die als Indikatoren eines
belastungsbedingten Muskelschadens
gelten, stieg bei allen Probanden in den
Stunden und Tagen nach Belastung an,
wobei der Anstieg unter BCAA-Supplementierung
signifikant geringer ausfiel.
Mehrere Ursachen für diese Effekte
werden diskutiert: BCAA unterstützen
anabole und hemmen katabole Prozesse,
so dass der Abbau kontraktiler Proteine
oder von Membranproteinen
während Belastung unter BCAA geringer
sein könnte. Diese Förderung anaboler
Prozesse könnte über einen von
anderen Arbeitsgruppen beobachteten
Anstieg anaboler Hormone (Wachstumshormon,
Testosteron) unter BCAA
erfolgen. Denkbar ist aber auch eine direkte
Wirkung auf den Eiweißstoffwechsel
oder eine erhöhte Insulinsensitivität
des Muskels.
(Coombes JS, McNaughton LR: Effects
of branched-chain amino acid supplementation
on serum creatine kinase and
lactate dehydrogenase after prolonged
exercise. J SportsMed Phys Fitn 40
(2000), 240-246 )
Eine weitere Studie zeigt ebenfalls, daß es durch aus sinnvol sein kann, Ausdauersportler mit BCAA zu supplementieren:
Veränderung der Konzentration an freien Aminosäuren im Serum während eines 100-km-Laufes
Diana Flader, R. Schubert, G. Jahreis, T. Frank, J. Hübscher; Jena
Problemstellung: Im Rahmen eines 100-km-Laufes wurde die Konzentration der freien Aminosäuren im Serum gemessen.
Methode: Den Lauf absolvierten 102 Teilnehmer (davon 76 Ausdauersportler: 69 m, 7 w). Die Laufzeit betrug 19 h und 15 min, die Belastungsintensität war ausgeglichen (Abstand zwischen erstem und letztem Läufer bei Zieleinlauf < 100 m). Bei 15 Sportlern (11 m, 4 w; im Mittel Alter 45,6 Jahre, Größe 175 cm, Körpergewicht 70,4 kg, BMI 23,1) wurden jeweils 3 Blutproben entnommen (vor, unmittelbar nach und 6 h nach dem Lauf). Das bei -80 °C gelagerte Serum wurde mit Sulphosalicylsäure enteiweißt, die Aminosäurendetektion erfolgte mittels Nachsäulenderivatisierung (Nihydrin).
Ergebnisse: Die Konzentration der BCAA Valin, Isoleucin und Leucin ist nach dem 100-km-Lauf im Vergleich zum Startwert hochsignifikant gesunken (Val: p=0,006; Ileu: p=0,002; Leu: p=0,015,Tabelle). In der Erholungsphase sank die Serumkonzentration von Valin tendentiell weiter um 38 %.
Schlußfolgerung: Als Ursachen für die Konzentrationsänderungen werden vorrangig der Aminosäurenkatabolismus während der Ausdauerbelastung sowie Aminosäurenverbrauch (z.B. Gluconeogenese, Citratcyclus) angesehen. Für den Leistungssportler erscheint die Notwendigkeit einer bedarfsangepaßten Proteinzufuhr bzw. der Supplementierung mit spezifischen Aminosäuren druchaus begründet.
Vergleichbare Studien an Kraftsportlern sind mir nicht bekannt.
jeckyll