Ab wan sterben Salmonellen ab?

tiga

New member
Hi,
habe mir vorhin Rührei gemacht. Da kam mir in den Sinn, das ich die Eier sicherlich eine bestimmte mind. Zeit braten muss, wegen den Salmonellen. Ich habe sie solang gebraten, bis sie goldbraun wurden, glaube bissle zu lang. Gibt es da einen Richtwert in Minuten?

MFG TIGA
 
Faustregel: 10min bei über 70 Grad macht Salmonellen platt. 5minFrühstückseier ohne abschrecken sind auch ok.


jeckyll
 
Quelle aus dem Netz:

Allgemeines
Salmonellen sind Bakterien, die sich sowohl aerob, also mit Sauerstoff als auch anaerob, also ohne Sauerstoff vermehren können. Da sie sich mit der Gramfärbung nicht anfärben, bezeichnet man sie als gramnegativ. Sie sind nach dem amerikanischen Bakteriologen Daniel E. Salmon (1850-1914) benannt. Die Gattung Salmonella zeichnet sich durch einen sehr großen Artenreichtum aus. Es sind ca. 2000 Arten bekannt, die sich durch die Analyse bestimmter Antigene differenzieren lassen. Von diesen sind ca. 120 Arten in der Lage, beim Menschen eine Erkrankung hervorzurufen. Sie verursachen Infektionskrankheiten, die auch als Salmonellosen bezeichnet werden. Für diese gibt es verschiedene Einteilungsschemata. Bewährt hat sich die Einteilung nach den klinischen Krankheitsbildern. Es können schwere Allgemeininfektionen, wie z.B. Typhus oder Paratyphus und auf den Darm-Trakt beschränkte Entzündungen, also Enteritiden, unterschieden werden. Berichte über Salmonellen-Enteritiden erscheinen in regelmäßigen Abständen in den Medien. Oft sind ganze Kindergärten oder Altenheime betroffen. In diesen Fällen handelt sich fast immer um Lebensmittelvergiftungen mit infizierten Nahrungsmitteln, die durch mangelnde Hygiene verursacht werden. Für Salmonellosen besteht Meldepflicht und zwar sowohl bei Verdacht als auch bei Erkrankung und Tod. Im folgenden soll auf die Salmonellen-Enteritis näher eingegangen werden.

Erreger
Die Salmonellen-Enteritis wird durch Salmonella enteritidis und Salmonella typhimurium hervorgerufen. Diese Salmonellenarten kommen bei Menschen und Tieren vor. Erregerreservoir sind fast ausschließlich Tiere und selten menschliche Dauerausscheider. Die wichtigste Infektionsquelle sind infizierte Nahrungsmittel, z.B. gefrorenes Geflügel oder Eier. Insbesonders eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Milch und Eier bieten den Salmonellen bei mangelhaften hygienischen Bedingungen ausgezeichnete Vermehrungsmöglichkeiten. Für eine Infektion sind sehr hohe Keimzahlen, ca. 1.000.000 bis 1.000.000.000 Keime, erforderlich. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist außerordentlich selten.

Infektionswege
Die Erreger gelangen mit den infizierten Nahrungsmitteln in den Magen. Der saure Magensaft hat bakterizide Wirkung, daher sind, wie erwähnt, für eine Erkrankung hohe Keimzahlen notwendig. Personen mit wenig Magensäure, z.B. alte Menschen oder Kinder, sind in diesem Zusammenhang besonders gefährdet. Die Enteritis-Salmonellen verursachen eine lokale Infektion des Dünndarms und des oberen Dickdarms. Sie dringen in die Zellen der Darmschleimhaut ein und schädigen diese durch die Freisetzung von Toxinen. Dementsprechend bezeichnet man diese Erkrankung auch als Darmtoxikoinfektion.

Inkubationszeit
Die Inkubationszeit der Salmonellen-Enteritis ist im Gegensatz zu der des Typhus sehr kurz. Sie kann wenige Stunden bis zu 3 Tage betragen.

Symptome
Die Erkrankung ist vor allem durch plötzlich auftretendes Unwohlsein, heftige Bauchschmerzen, wässrige Durchfälle und Erbrechen geprägt. Fieber kann beobachtet werden. Schüttelfrost ist eher selten. Das Allgemeinbefinden ist oft schon innerhalb weniger Stunden stark beeinträchtigt und die Betroffenen fühlen sich schwer krank. Nach 2 bis 3 Tagen, seltener nach 1 Woche, hören die Durchfälle auf. Die Patienten erholen sich rasch, wenn der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen wird.

Diagnose
Die Verdachtsdiagnose ergibt sich aus der Krankengeschichte, z.B. plötzliche Erkrankung mehrerer Personen, die an gemeinsamen Mahlzeiten teilnahmen. Der Nachweis der Salmonellen-Enteritis erfolgt mit dem Nachweis der Erreger im Stuhl. Für gewöhnlich sind die Erreger im Blut nicht nachweisbar. Serologische Untersuchung, die Grundlage dafür ist die Antikörperbildung gegen die Erreger, sind nur von geringer Bedeutung.

Komplikationen
Bei schweren Durchfällen kommt es vor allem bei gleichzeitigem Erbrechen und einer ungenügenden Flüssigkeitsaufnahme zur Austrocknung. Diese ist durch eine trockene belegte Zunge, eingesunkene Augen, klanglose Stimme, einen Blutdruckabfall und durch Wadenkrämpfe gekennzeichnet und besonders bei sehr alten Patienten oder Säuglingen eine ernste Gefahr. Durch die Flüssigkeitsverluste kommt es zu einer Konzentration des Blutes mit dem Risiko von Thrombosen. Eine Verschleppung der Erreger mit dem Blutstrom ist selten.

Therapie
Die Behandlung erfolgt durch eine sorgfältige Pflege des Kranken mit Ausgleich des Wasser- und Mineralhaushalts. Empfohlen wird eine Mischung aus 3,5 g Kochsalz, 40 g Zucker, 2,5 g Natriumbikarbonat (gibt es als Backpulver zu kaufen) und 1,5 g Kaliumchlorid alles gemeinsam in 1 Liter Wasser gelöst. Wichtig ist die Überwachung der Kreislauffunktionen. Eine Therapie mit Antibiotika ist nicht in jedem Fall notwendig, da sie die Ausscheidung der Keime mit dem Stuhl verlängert. Nur bei Säuglingen und Kleinkindern kann die Gabe von Antibiotika, meistens Co-trimoxazol oder Ampicillin über 5 Tage, angezeigt sein.

Letalität
Die Letalität beträgt bei unbehandelten Patienten bis zu 5 %.

Prophylaxe
Eine durchgemachte Erkrankung hinterlässt keinerlei Immunität. Eine Schutzimpfung gegen Enteritis-Salmonellen gibt es nicht.

Die Salmonellen-Enteritis gehört nach dem Bundesseuchengesetz zu den meldepflichtigen Infektionserkrankungen. Zu melden sind der Krankheitsverdacht, die Erkrankung selbst, der Tod sowie gesunde Dauerausscheider. Sie unterliegen der regelmäßigen Überwachung durch die Gesundheitsbehörden und dürfen nicht in der Lebensmittelindustrie arbeiten.

Die beste Prophylaxe besteht in der Sicherung ausgezeichneter hygienischer Verhältnisse in der Lebensmittelindustrie und in Großküchen. Von Personen, die Beschwerden haben oder Erreger ausscheiden, dürfen professionell keine Lebensmittel zubereitet werden. Im Alltag ist für diese Personen eine ordentliche persönliche Hygiene ausreichend, um eine Ansteckung der Familie oder der Lebenspartner zu vermeiden. Wichtig ist besonders das gründliche Händewaschen nach dem Toilettengang.

Mfg Del Piero
 
Das hat nichts mit dem Abschrecken zu tun.
Die "Schälfähigkeit" hängt vom pH-Wert des Eiweißes ab. Und wenn es sich schlecht schälen läßt, zeigt das nur, daß es ein sehr frisches Ei ist. Der pH-Wert wird höher, wenn das Ei älter ist (frisch etwa pH7, alt etwa pH9).


jeckyll
 
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